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Tierischer Influencer: Mansour – dieser Bär lebt auf einem Flughafen und verdient sein Geld wie ein Cam-Girl

Mansour war ein Bärenjunges, als er seine Mutter verlor. Russische Piloten zogen den Waisen auf ihrem Flugplatz groß. Doch Futter und Pflege sind teuer, nun verdient der Bär sein eigenes Geld per Webcam.

Bär im Cockpit - Mansour wurde schnell größer.

Bär im Cockpit - Mansour wurde schnell größer.

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Ohne Mutter hätte der kleine Bär Mansour in der Wildnis nicht überleben können. Vor drei Jahren war er kaum größer als ein Teddybär, als der Pilot Andrej Iwanow die kläglichen Rufe des verängstigten und hungrigen Bärchens hörte. Im April 2016 hatten Unbekannte den Bärenjungen auf die Startbahn des Flugplatzes Orlovka in der Region Twer geworfen.

Iwanow konnte den kleinen Mansour nicht seinem Schicksal überlassen, sondern baute ein Gehege für das Bärchen auf dem Flugplatz. Ein kleiner privater Platz, auf dem Piloten und Luftfahrtenthusiasten seltene historische Flugzeuge restaurieren und warten.

Eine Entscheidung mit großen Folgen: Wächst ein Bär bei Menschen auf, wird er zum Haustier und gewöhnt sich menschliche Eigenheiten an, dafür fehlen ihm Fähigkeiten etwa bei der Jagd, welche die kleinen Bären von ihren Muttertieren lernen. "Mansour ist sehr freundlich, er begegnet Menschen mit Vertrauen", erkannte Iwanow. Man kann so einen Bären später, wenn er groß geworden ist, nicht in die Wildnis entlassen. Und Mansour wurde sehr schnell sehr groß. Eben war er noch ein putziges Fellknäuel, drei Jahre später ist er weit größer und schwerer als seine menschlichen Freunde.

Schwierige Suche nach neuer Heimat

Für die Hobby-Piloten war es nicht mehr möglich, den großen Bären zu halten. Auswildern in einem Naturschutzgebiet war auch keine Option, doch glücklicherweise fanden seine Retter andere Piloten, die bereit waren, auf Mansour aufzupassen – wieder bei einem Flugplatz.

Der Flughafen "Oreshkovo" in der russischen Region Kaluga besitzt ein eigenes eingezäuntes Waldgebiet, dort wird Mansour nun umsorgt. Dort hat er sein eigenes Gehege, kann aber auch durch die Wälder der Umgebung streifen.

Der Pilot Andrej Iwanow ist immer noch der "Vormund" des Bären und versucht, seinen Freund so oft wie möglich zu besuchen. Die neuen Helfer hatten eine Idee, wie man die Kosten für Mansour bewältigen könnte. Denn ganz einfach ist es auch in Russland nicht, einen Bären zu halten. Wenn Mansour nicht Winterschlaf hält, belaufen sich seine monatlichen Ausgaben auf etwa 400 Euro.

Internetruhm verdient das Futter

Mansour musste ein Influencer werden - ein Internetstar. Er hat jetzt nicht nur eine Instagrampräsenz, sondern eine eigene Webseite, auf der man per Webcam sein Bärenleben beobachten kann. Mit den Cams verdient sich Mansour seinen Lebensunterhalt. Ähnlich wie bei Cam-Girls kann man dem Bären Geld spenden, wenn man ihn betrachtet.

"In diesem Jahr befindet sich unser Flugzeug-Bär nicht im Winterschlaf, und deshalb können wir sein Verhalten beobachten. In den letzten Jahren haben wir mit der Kamera gesehen, wie er den Winter durch geschlafen hat", sagte Pilot Andrej Iwanow, der "Ksomolskaya Pravda".

Mansours Einkommen scheint sich recht gut zu entwickeln. Iwanow hofft, dass das Geld ausreichen wird, dem Bären im Frühjahr einen hübschen Pool und einen Badeplatz einzurichten.

Quelle: Ksomolskaya Pravda

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