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Microsoft-Gründer Bill Gates beichtet: Das war der größte Fehler seiner Karriere

Bill Gates gilt als der reichste Mann der Welt
Bill Gates gründete mit gerade einmal 19 Jahren Microsoft
© Fabrice Coffrini/AFP
Mit Microsoft hat Bill Gates eines der erfolgreichsten Unternehmen aller Zeiten gegründet, es machte ihn zu einem der reichsten Menschen der Welt. In einem Interview gestand er nun, "den größten Fehler aller Zeiten" begangen zu haben.

Es gibt wenige Menschen, die auf ein solch erfolgreiches Leben zurückschauen können wie Bill Gates. Der 63-Jährige gründete in seinen Zwanzigern Microsoft, dominierte mit dem von ihm maßgeblich mitentwickelten Windows jahrzehntelang die Softwarewelt und führte eine gefühlte Ewigkeit die Liste der reichsten Menschen an. In einem Interview beichtete er nun trotzdem, den "größten Fehler aller Zeiten" begangen zu haben.

"In der Software-Welt, vor allem in Bezug auf Plattformen, kann wirklich nur einer gewinnen. Es war also der größte Fehler aller Zeiten - in welches Missmanagement auch immer ich da verwickelt war -, dass Microsoft es nicht geschafft hat, das zu sein, was nun Android ist: Der Nicht-Apple-Standard für Smartphones. Das hätte Microsoft ganz selbstverständlich schaffen müssen", gesteht Gates selbstkritisch im Gespräch mit der Investoren-Firma Village Global. 

+++ Lesen Sie auch: Warum ausgerechnet Bill Gates auf einmal für Apple schwärmt +++

Verpasste Chance

Microsoft hatte mit Windows Mobile lange eines der wichtigsten Smartphone-Systeme entwickelt, doch mit der Vorstellung des iPhones und dem Aufkommen Androids verlor der Konzern jeden vorher aufgebauten Vorteil. Dass Microsoft die Smartphone-Revolution verpasste, wird in der Regel Gates Nachfolger als Microsoft-Chef Steve Ballmer angerechnet. Was dabei leicht vergessen wird: Auch Gates war stark daran beteiligt: Er war zu diesem Zeitpunkt immer noch Software-Chef.

"Es ist wirklich eine Situation, in der der Gewinner alles bekommt", führte Gates aus. "Wenn man nur halb soviele Apps hat - oder selbst 90 Prozent - ist man quasi zum Scheitern verurteilt. Es gibt nur Raum für ein Betriebsystem neben Apple. Dieser Raum ist wie viel wert? 400 Milliarden Dollar? Dieses Geld wäre von Firma G (Android-Entwickler Google, Anmerkung der Redaktion) an Firma M gegangen", feixt er. 

Microsoft hatte damals den Vorsprung im Smartphone-Rennen verloren, weil man später als Apple - und später Android - auf Touch als primäre Eingabemethode gesetzt hatte. Berühmt ist etwa Steve Ballmers Aussage, das iPhone habe keine Chance, weil die Tastatur fehle. Als man Windows Mobile auf Touch umgerüstet hatte, war es zu spät: Die App-Entwickler hatten sich längst auf iOS und Android konzentriert, Windows verlor den Anschluss. Mittlerweile nutzt auch Gates ein Android-Gerät.

Vom Monopolisten zu einem von mehreren

Er fände es überraschend, dass Microsoft trotzdem so erfolgreich sei, erklärt Gates. "Trotz eines der größten Fehler aller Zeiten sind unsere anderen Produkte, Windows, Office, immer noch sehr stark. Dadurch sind wir immer noch eines der führenden Unternehmen. Hätten wir es richtig gemacht, wären wir das führende Unternehmen."

Gates gab auch Einblicke, womit er sich aktuell beschäftigen würde, wäre er jetzt ein junger Programmierer: Er würde Computern das Lesen beibringen. "Wir haben es immer noch nicht geschafft, einen Computer ein Sachbuch lesen zu lassen und es ihn so verstehen zu lassen, dass er einen Test dazu bestehen könnte", führt er aus. Auch biologische Fragen wie die Krankheitsbekämpfung bei den Ärmsten sowie einige Probleme der Energiegewinnung würden ihn faszinieren.

Ob Smartphones, Social-Media oder Smart Home: Bill Gates hat all das kommen sehen. Schon 1999! In dem Jahr veröffentlichte er "Business @ The Speed of Thought", ein Buch über Unternehmensführung im digitalen Zeitalter. Es enthält vielversprechende Voraussagen des Microsoft-Gründers: 1. Soziale Netzwerke Bill Gates 2003 geht das soziale Netzwerk MySpace an den Start - mit Facebook oder YouTube folgen viele weitere. 2. Smartphones: Spätestens mit dem ersten iPhone (2007) war der Smartphone-Siegeszug nicht mehr zu stoppen. 3. Online-Job-Börsen: Von LinkedIn über Xing: Arbeitgeber und Arbeitnehmer können nun über viele Netzwerke in Kontakt treten. 4. Das smarte Zuhause: Von autonomen Heizungen bis zu selbstschließenden Türen: Das Eigenheim wird immer smarter. 5. Online-Banking: Fast jede Bank bietet Online-Banking an. Allein der Bezahldienst PayPal hat rund 192 Millionen aktive Benutzer. Was die Zukunft außerdem bereit hält? Da wird Bill Gates bestimmt schon einige Ideen haben ...
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