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Facebook in der Krise Anhörung im US-Senat - das stand auf Mark Zuckerbergs "Spickzettel"

Facebook Zuckerberg Spickzettel
Mark Zuckerbergs "Spickzettel" für die Senatsanhörung (Originalbild um 90 Grad gedreht)
© Andrew Harnik/AP / DPA
Fünf Stunden lang wurde Mark Zuckerberg im US-Senat angehört. Viel Zeit für viele Fehler. Um nicht den Faden zu verlieren, hatte der Facebook-Chef eine Art Spickzettel mitgebracht. Ein Fotograf hat ihn dokumentiert.

Lange und äußerst gewissenhaft soll sich Mark Zuckerberg auf seine Befragung durch den US-Senat vorbereitet haben, heißt es. So hätten ihn Kollegen und Freunde intensiv "verhört", wie die "New York Times" berichtet. Wohl aus gutem Grund. Der Facebook-Gründer sah sich vor der Aufgabe, sein mühsam aufgebautes Unternehmen geschickt durch eine schwere Krise zu navigieren. Zudem zählen Auftritte vor vielen Menschen nicht gerade als seine große Stärke.

Zuckerberg wurde fünf Stunden "gegrillt"

Komplexes Thema, viele Senatoren, unterschiedlicher Wissensstand - fünf Stunden lang dauerte Zuckerbergs Anhörung. Um nicht den Überblick zu verlieren, hatte der Facebook-Chef eine zweiseitige Liste vorbereitet, auf der die wichtigsten Aussagen und Statements zusammengefasst waren. Ein AP-Fotograf hatte den aufgeklappten "Spickzettel" abgelichtet - und das war darauf zu lesen:

  • Unter dem Punkt "Cambridge Analytica", die Firma, die massenhaft Nutzerdaten abgefischt hatte, ist notiert, dass weder Kreditkarten- noch Sozialversicherungsnummern übermittelt worden seien. Ein Hinweis, der Facebook offenbar wichtig war zu erwähnen.
  • Interessant ist auch die Notiz unter dem Stichwort GDPR, die englische Abkürzung  für die "Datenschutz-Grundverordnung" der EU. Zuckerbergs Mitarbeiter schreiben, er solle nicht sagen, das soziale Netzwerk halte die Richtlinien bereits ein.
  • Aus dem Spickzettel geht auch hervor, dass Zuckerberg niemanden wegen der "Cambridge Analytica"-Affäre gefeuert habe. "Wir stoßen niemanden vor den Bus". Seinen eigenen Rücktritt schließt er aus. "Habe Facebook gegründet. Meine Entscheidungen. Meine Fehler", steht dort stichpunktartig.
  • Auch der Zoff zwischen ihm und Apple-Chef Tim Cook ist Thema auf Zuckerbergs Liste. Nach Bekanntwerden des Skandals hatte der damit geprahlt, dass Apple seine Daten nicht weitergebe. Für den US-Senat hatte Zuckerberg nun den Hinweis notiert, dass es Geschichten von "missbräuchlichen" Apple-Apps gebe, aber Apple seine Kunden nicht darüber informiere. Für den Beginn dieses Kapitels hat sich Zuckerberg einen Satz von Amazon-Chef Jeff Bezos aufgeschrieben: "Es gibt Unternehmen, die daran arbeiten, ihren Kunden mehr zu berechnen und es gibt Unternehmen, die daran arbeiten, ihren Kunden weniger zu berechnen." Eine Anspielung auf das Kostenlos-Geschäftsmodel von Facebook.
  • Apropos Geschäftsmodell: Mark Zuckerberg ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass sein Angebot kostenlos bleiben soll und das sich über Werbung finanziert.
nik

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