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Fake-News "Die größte Operation russischen Ursprungs": Zahlreiche deutsche Webseiten kopiert, Facebook muss eingreifen

Ein Smartphone vor der russischen und chinesischen Flagge
Zahlreiche – teils gut gemachte – Fake-Seiten mussten durch Facebook entfernt werden.
© NurPhoto / Imago Images
Gleich zwei Desinformationskampagnen musste der Facebook-Mutterkonzern Meta stoppen. Dabei ging es unter anderem um gefälschte deutsche Internetseiten, die über das soziale Netzwerk verbreitet worden sind.

"Eine Schule in Bremen explodierte, weil man versuchte, Gas zu sparen", "Ein Teenager wird in Berlin wegen Einsparungen bei der Straßenbeleuchtung getötet", "Grüne Außenministerin bereitet Deutschland auf Atomkrieg vor". Solche und Hunderte andere Meldungen geisterten in den vergangenen Monaten durch die sozialen Netzwerke – vor allem auch bei Facebook.

Die Berichte sollten den Anschein erwecken, als stammen sie aus seriösen Quellen, etwa "T-Online", "Spiegel" oder dem "Handelsblatt". Doch ein Klick auf diese Artikel führte letztlich auf völlig andere Adressen, die allerdings täuschend echte Internetseiten nachbildeten und versuchten, sich als deutsche Medien auszugeben.

Mehr als 60 gefälschte Internetseiten

Nach Recherchen von "T-Online" befasste sich der Facebook-Mutterkonzern Meta mit den Anschuldigungen und prüfte, was sich dort im eigenen sozialen Netzwerk verbreitet. Das Ergebnis teilte der Konzern nun in einem ausführlichen Bericht mit. Dabei stieß Meta nicht nur auf die russische Fake-News-Kampagne, sondern auch auf einen ähnlichen Versuch chinesischer Quellen, in den USA Falschinformationen zu streuen.

Bei der russischen Aktion handelte es sich um ein großes Netzwerk, das im Mai dieses Jahres damit begann, falsche Informationen über den Krieg in der Ukraine in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und auch in der Ukraine selbst zu verbreiten. Dabei habe Facebook mehr als 60 Internetseiten entdeckt, die seriösen Quellen der jeweiligen Ländern, darunter "Spiegel" oder auch dem britischen "Guardian" sehr genau nachempfunden waren.

Hohe Investitionen, viel Handarbeit

Um die Nachrichten zu verbreiten, wurde viel Geld investiert. Denn die größte Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken bekommt, wer am meisten zahlt. Rund 105.000 US-Dollar sollen alleine bei Facebook und Instagram in die Werbung für die gefälschten Seiten geflossen sein, heißt es. Insgesamt hat Facebook im Rahmen dieser Aktion 1633 Zugänge gesperrt, 703 Seiten vom Netz genommen, eine Gruppe geschlossen und 29 Instagram-Account entfernt. Facebook erklärt: "Dies ist die größte und komplexeste Operation russischen Ursprungs, die wir seit Beginn des Krieges in der Ukraine gestört haben."

Laut T-Online waren aber nicht nur bezahlte Anzeigen für die Verbreitung der Inhalte verantwortlich, sondern auch zahlreiche Strohpuppen, die Artikel der vermeintlich seriösen Plattformen untereinander geteilt haben, auf Firmenseiten in den Kommentaren platzierten oder in themennahen Diskussionen einstreuten.

Meta schließt nicht aus, dass die Aktion im Hintergrund weitergeht und ähnliche Webseiten und Fälschungen bald wieder auftauchen könnten.

Chinesische Kampagne wollte in den USA Stimmung machen

Bei einer zweiten Desinformationskampagne, die anscheinend aus China stammt, musste Facebook 81 Accounts sperren, acht Seiten entfernen, eine Gruppe schließen und zwei Instagram-Accounts deaktivieren. Ziel dieser Kampagne war es laut Meta, die öffentliche Meinung hinsichtlich der anstehenden Parlamentswahlen in den USA zu beeinflussen.

Meta schreibt, dass es bei den chinesischen Quellen immer wieder dazu kam, dass Inhalte russischer Ministerien geteilt worden waren. Einen direkten Zusammenhang beider Aktionen gab es jedoch nicht, heißt es.

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