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Er sieht aus wie ein Bond-Bösewicht - und ist der meistgesuchte Hacker der Welt

Jewgeni Bogatschew ist der meistgesuchte Hacker der Welt. Er soll mehr als 100 Millionen Dollar erbeutet haben und führt trotzdem ein unbeschwertes Leben. Der Fall zeigt, wie Russlands Regierung das FBI bei der Verbrecherjagd an der Nase herumführt.

Understatement ist nicht die Sache von Jewgeni Michailowitsch Bogatschew. Auf Bildern sieht man ihn oberkörperfrei am Steuer einer Luxusyacht oder posend vor dem Kamin, in einem Arm eine brünette Schönheit, am anderen Arm eine goldene Uhr. Ein anderes Foto zeigt ihn mit Sonnenbrille und Leopardenlook-Anzug, wie er eine Katze in die reckt - in diesem Aufzug könnte er glatt als Bond-Bösewicht durchgehen. Das Motto seines Twitter-Profils (kein verifizierter Account) lautet: "Warum ein König sein, wenn man auch ein Gott sein kann."

Das laute Auftreten ist insofern bemerkenswert, weil Bogatschew der meistgesuchte Hacker der Welt ist. Drei Millionen US-Dollar hat das auf ihn ausgesetzt, das höchste Kopfgeld überhaupt für einen Cyberkriminellen. Kein Wunder, denn die Liste der Straftaten, die der 33-Jährige begangen haben soll, ist lang. So soll er der Kopf hinter dem Botnetz Gameover ZeuS sein, das weltweit bis zu eine Million Computer infiziert hat. Damit wurden bislang mehr als 100 Millionen Dollar erbeutet. Womöglich hatte er sogar bei der US-Wahl seine Finger im Spiel, im Dezember wurden Sanktionen gegen ihn und fünf andere Personen verhängt.

Der Hacker-König vom Schwarzen Meer

Die "New York Times" hat nun ein umfangreiches Porträt über den Hacker veröffentlicht, das sich vor allem auf Angaben von US-Behörden stützt. Demzufolge steht der Russe weltweit im Visier der Polizeibehörden - und wird vielleicht trotzdem nie verhaftet. Denn Bogatschew steht offenbar unter dem Schutz russischer Geheimdienste.

Im Gegensatz zu anderen Kriminellen lebt er nicht mit gefälschter Identität im Halbschatten der Gesellschaft, sondern unter seinem echten Namen im Kur- und Badeort Anapa in Südrussland. Seinem Eintrag auf der "Most Wanted"-Liste des FBI zufolge genießt er es, mit seinem Boot an der Küste des Schwarzen Meers entlang zu schippern, außerdem besitzt er ein Grundstück in Krasnodar und womöglich noch ein Apartment in Moskau.

Wie jeder gute Film-Bösewicht hat auch Bogatschew einen Hang zu Luxusautos, am liebsten fährt er mit seinem Jeep Grand Cherokee. Dem Bericht zufolge "parkt eine ganze Flotte von Autos in ganz Europa, sodass er auf Reisen niemals einen Leihwagen nutzen muss". Insgesamt soll er drei russische Pässe mit verschiedenen Namen besitzen, sodass er unentdeckt reisen kann.

Abmachung mit Russland?

Sein machte Bogatschew nicht nur reich, sondern auch mächtig. Er soll Zugriff auf Rechner in der ganzen Welt haben, darunter auch zu Regierungs-Computern. Für Russlands Geheimdienste sei das "eine unwiderstehliche Gelegenheit", berichtet die "New York Times". Während der Hacker Millionen Dollar von Bankkonten abzweigte, sollen die Behörden Ausschau nach Dateien und E-Mails gehalten haben. Auf infizierten Rechnern in den USA wurde etwa häufig nach Dokumenten mit dem Vermerk "Top Secret" oder "Department of Defense" (Verteidigungsministerium) gesucht.

Obwohl Bogatschew einer der meistgesuchten Verbrecher der Welt ist, liefert ihn nicht aus. Solange er sich keines Verbrechens in Russland schuldig gemacht habe, bestehe kein Grund zur Festnahme, erklärte die russische Regierung. Einige Mitarbeiter von US-Polizeibehörden glauben mittlerweile, dass russische Behörden aktiv jene Kriminelle rekrutieren, die vom FBI verfolgt werden. Das sei jedoch schwer nachzuweisen.

Ansonsten ist wenig über den 33-jährigen Hacker bekannt. Er soll eine Frau und zwei Kinder haben, berichtet ein russischer Hacker, der mehrfach mit Bogatschew zu tun hatte und mittlerweile wegen Bankbetruges in einem Gefängnis in Kentucky sitzt.

"Er war sehr, sehr paranoid", sagt Keith Mularski, Abteilungsleiter beim FBI in Pittsburgh der "New York Times". "Er vertraute niemandem." Online tarnte er sich mit verschiedenen Decknamen, darunter "slavik", "lucky12345" oder "pollingsoon". Selbst enge Geschäftspartner haben ihn niemals persönlich kennengelernt. Sein Anwalt wollte sich auf Nachfrage der Zeitung nicht äußern.

Die US-Staatsanwaltschaft befand sich dem Bericht zufolge bereits in Gesprächen mit der russischen Regierung, um Bogatschew gemeinsam das Handwerk zu legen. Doch das einzige Mal, dass er mit einem Gericht zu tun hatte, war wegen der Klage einer Immobilienfirma im Jahr 2011, als es um eine Zahlung in Höhe von 75.000 Dollar ging. Und selbst das Problem konnte er lösen. Das FBI bleibt ihm weiter auf den Fersen. 

cf

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