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Online-Zahlsystem: Ebay bohrt Bezahldienst Paypal auf

Die Ebay-Bezahltochter Paypal will über die Öffnung ihrer Plattform für externe Softwareentwickler den Umsatz und die Anzahl der Transaktionen verdoppeln. So sollen neue Einsatzfelder für das Bezahlsystem erschlossen werden.

Von David Gelles, San Francisco

"Wir gehen davon aus, dass eine ganze Welle an Zahlungsinnovationen entsteht", sagte John Donahoe, Chef des Ebay-Onlineauktionshauses und Paypal-Besitzer, der Financial Times. So wie das iPhone von Apple mit Zehntausenden Anwendungen die Innovation bei Mobilfunkgeräten vorangetrieben habe, werde auch Paypal viele Neuerungen bewirken, glaubt Donahoe.

Paypal ist für Ebay derzeit Wachstumstreiber. Während das Onlineauktionsgeschäft ins Stocken geraten ist, hat das Bezahlgeschäft von Quartal zu Quartal eine zweistellige Zuwachsrate. Aktuell verarbeitet Paypal Transaktionen im Wert von mehr als 60 Mrd. US-Dollar jährlich. Das System erleichtert die Onlinebezahlung auf Ebays Auktionswebsites und anderen E-Commerce-Websites. Vergangenes Jahr erzielte das Unternehmen 2,4 Mrd. US-Dollar Umsatz. Von den zusätzlichen Möglichkeiten erhofft sich Paypal einen Anstieg des Transaktionsvolumens auf 120 Mrd. US-Dollar und ein Anwachsen des Umsatzes auf 5 Mrd. US-Dollar.

Mit der sogenannten Plattform Paypal X will das Unternehmen eine ganze Reihe weiterer Transaktionen anzapfen, die ansonsten nicht auf Ebay oder anderen E-Commerce-Websites abgewickelt werden. So ermöglichen die neuen Paypal-gestützten Anwendungen etwa die Zahlung von Kleinstbeträgen, eine Funktion, die nach Ansicht des Unternehmens von aktuellen Programmen noch nicht ausreichend angeboten wird. "Ich kann im wirklichen Leben 10 Cent für etwas zahlen, online aber nicht", sagte Paypal-Manager Osama Bedier.

Für die Entwicklung dieser Anwendungen verlässt sich Paypal auf die große Gemeinschaft externer Softwareentwickler, die bereits Hunderttausende Programme für das iPhone oder Facebook geschrieben haben. Paypal wird im Dezember selbst ein kleines Programm für Apples iPhone und Rims Blackberry kostenlos bereitstellen.

Aktuell arbeitet Paypal bereits mit rund 1000 Entwicklern zusammen, die Programme schreiben, mit deren Hilfe Nutzer künftig über Websites wie Facebook Bezahlungen vornehmen können. Andere Programme erlauben es, Lohnzahlungen an Mitarbeiter vorzunehmen.

Paypal wolle gewährleisten, dass die Entwickler nicht zu viel Zugriff auf vertrauliche Nutzerdaten hätten, sagte Bedier. "Sicherheit ist uns wichtig. Wir müssen uns sicher sein, dass diese Leute nicht mehr Zugang als nötig erhalten."

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FTD