Sie kauern am Boden, machen ein Nickerchen zwischen Hunderten Schuhkartons und starren gedankenverloren auf Umkleidekabinen: die Rede ist von Männern in Einkaufszentren. Sie sitzen da wie ausgesetzt, wartend, flehend. Es ist ein bemitleidenswerter Anblick. Sie fragen sich: Warum zur Hölle braucht sie so lange? Die andere Frau hat in der Zeit zwei Kleider an- und wieder ausgezogen, und die eigene Partnerin ist noch nicht einmal mit dem ersten durch. Überhaupt: Sie wollte doch nur eine neue Bluse? Wieso hat sie jetzt ein Kleid dabei? Gott sei dank sind mehr als fünf Kleidungsstücke in der Kabine verboten.
Durchhalten, nicht einschlafen, auf Beutel aufpassen
Am Ende zählt nur: durchhalten. Er darf erst aufstehen, wenn sie den Laden verlässt - einer muss ja schließlich auf die teuren Shopping-Trophäen aufpassen. Also lungert er auf dem Sofa im Wartebereich herum, verfolgt den Bundesliga-Spieltag am Samstagnachmittag auf dem Winzbildschirm seines Smartphones und flucht über die lahme Internetverbindung. Andere Männer sind deutlich abgehärteter: Ausgestattet mit Zeitschrift und bequemen Klamotten sitzen sie auf den Ausstellungsstücken im Möbelladen und überbrücken stoisch die Wartezeit. Und ein paar ganz Verzweifelte hocken sich mit den Tüten, Beuteln und Kartons einfach auf den Boden.
In der Fotostrecke oben zeigen wir die besten Schnappschüsse von Männern, die in Einkaufstempeln auf ihre Partnerin warten. Gesammelt wurden sie auf dem Instagram-Account "Miserable Men". Die meisten Fotos stammen natürlich aus der Zeit vor der Corona-Pandemie, weshalb weder die gezeigten Männer noch die Personen in der unmittelbaren Umgebung einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wie es in vielen Ländern mittlerweile Pflicht ist.