VG-Wort Pixel

Digitalisierung Wissenswertes zum 5G-Netz: Was die Revolution des mobilen Internets für uns bedeutet

Ein Mobilfunkmast im Berliner Stadtteil Schmöckwitz in der Nähe des Hauptstadtflughafens BER
Ein Mobilfunkmast im Berliner Stadtteil Schmöckwitz in der Nähe des Hauptstadtflughafens BER. Der Ausbau des 5G-Netzes in Deutschland hat bereits im vergangenen Jahr begonnen.
© Christoph Dernbach / DPA
Im neuen 5G-Netz ist das Internet so schnell, dass nicht einmal mehr Ladezeiten anfallen – während das für Privatpersonen hauptsächlich Komfort bedeutet, ist es für die Industrie nicht weniger als eine digitale Revolution.

Ein so schnelles mobiles Internet, dass im Grunde keine Ladezeiten bestehen, bei einem viel geringerem Energieverbrauch: Das verspricht der neue 5G-Netzstandard. Bereits im vergangenen Jahr hat der Ausbau des blitzschnellen Mobilfunknetzes trotz diverser Kontroversen rund um mögliche Ausstatter in Deutschland begonnen. Was der neue Standard ermöglicht und wofür er zwingend gebraucht wird, lesen Sie in diesem Artikel.

Das 5G-Netz: Der neue Mobilfunkstandard

Der Ausbau des 5G-Netzes läutet ein neues Zeitalter des mobilen Internets ein: Es ist die fünfte Generation und der Nachfolger des LTE-Standards – auch bekannt als 4G-Netz. Der Vorteil des neuen Standards ist, dass Datenpakete deutlich schneller übertragen werden – und zwar bei einem geringeren Energieverbrauch. Die Übertragung über 5G ist um ein Vielfaches schneller als das bisher genutzte LTE und ermöglicht digitale Übertragungen in Echtzeit. Das heißt: Latenz- und Ladezeiten sind quasi nicht mehr existent und es können viel mehr Daten in viel weniger Zeit übermittelt werden.

Für Privathaushalte verspricht das erst einmal blitzschnelles Internet. Streaming-Dienste wie Netflix und Co. sollten dann im mobilen Netz ohne lange Wartezeiten abgespielt werden können. Neben solchen komfortablen Verbesserungen spielt 5G aber vor allem eine wichtige Rolle für die Zukunft der Digitalisierung und die Industrie. Durch 5G kann die Vernetzung von smarten Geräten, die sogenannte "Machine-to-Machine"-Kommunikation, intensiviert werden, die ermöglichte Echtzeit-Datenübertragung ist eine Voraussetzung für autonomes Fahren.

Die Anwendung: eMBB, uRLLC und mMTC – was bedeutet der Buchstabensalat?

Die neue 5G-Netztechnik ermöglicht vor allem drei konkret definierte Anwendungen, die für neue Technologien notwendig sind. Eines davon ist das "enhanced Mobile Broadband", kurz eMBB: Die neue Technik macht es möglich, dass große Datenmengen auf einmal genutzt werden können. Während beim Standard-LTE bis zu 500 Megabit pro Sekunde übertragen werden, sind es im 5G-Netz dann ein bis zehn Gigabit pro Sekunde. Einen konkreten Nutzen findet das zum Beispiel beim Streaming sowie bei Augmented und Virtual Reality.

Das Anwendungsprofil uRLLC steht für "Ultra-Reliable and Low-Latency Communications". Das heißt: 5G ist zuverlässig, fällt selten aus und übertragt Daten in Echtzeit ohne Latenzen. Wozu das gut ist, wird beim Thema autonomes Fahren am besten deutlich: Die Prozesse die dabei stattfinden, sind zeitkritisch. Wäre die Datenübertragung verzögert, könnte das im schlimmsten Fall zu einem Unfall führen.

Die dritte kryptisch abgekürzte Anwendungsmöglichkeit des 5G-Netzes ist mMTC, was für "Massive Machine Type Communications" steht. Viele Geräte sind mittlerweile untereinander vernetzt und kommunizieren untereinander, ohne dass Menschen ihnen unmittelbar zuvor Befehle gegeben haben. Das findet sich bereits in einem Smart Home wieder: Angenommen Sie haben eingestellt, dass ihre Lampen ausgeschaltet werden sollen, sobald Sie mit Ihrem Smartphone die Wohnung verlassen, handelt es sich um Maschine-zu-Maschine-Kommunikation – die Geräte sind über das Internet miteinander vernetzt und tauschen Daten aus. Mit 5G ist das energieeffizient bei einer großen Anzahl von Geräten möglich, etwa in der Logistik oder anderen vernetzten Systemen.

5G-Netzausbau: Der Status Quo in Deutschland

Der Ausbau hat in Deutschland bereits begonnen: Für die Telekom sind bereits 30.000 Sendemasten im Einsatz, bei Vodafone sind es etwa 1200 Antennen, O2 hat erst vor kurzem mit der Montage begonnen. Für Kontroversen sorgte dabei allerdings die Auswahl der Telekommunikationsausrüster: Dem Mitbewerber Huawei wird fortlaufend vorgeworfen, der chinesischen Regierung nahe zu stehen und damit ein Sicherheitsrisiko darzustellen.

Trotz dass der Konzern die Vorwürfe stets zurückweist, erklärte die EU-Kommission, dass "die Gefahr der Abhängigkeit von Hochrisikoanbietern auch auf Unionsebene zu mindern" sei. Die Bundesregierung plant dazu offenbar eine erweiterte Vertrauensprüfung der Ausstatter, bei der auch untersucht werden soll, ob ein Unternehmen in problematischen politischen Systemen eingebunden ist.

Handystrahlung: Gefährdet 5G unsere Gesundheit?

Eine Frage, die sich beim Ausbau eines neuen Mobilfunknetzes wieder stellt, ist die nach der Strahlung. Das 5G-Netz hat eine etwas höhere Frequenz als die Vorgängergeneration, die Daten werden mit 2 bis 3,7 Gigahertz übertragen. Das ermöglicht den Transfer von großen Datenmengen, hat aber zur Folge, dass mehr Sendemasten als zuvor gebaut werden müssen: Da die Reichweite geringer ist als bei vorherigen Netzstandards, braucht es zur Abdeckung der gleichen Gebiete mehr Antennen. Die höhere Frequenzen bedeuten jedoch auch, dass die Strahlung weniger tief in die Zellen eindringt als bei den vorherigen Standards. 

Fest steht, dass Handystrahlung nicht die DNA in den Zellen beschädigen kann – stattdessen wird diskutiert, ob sie möglicherweise DNA-Reparaturprozesse stört. Klare Ergebnisse dazu liegen laut "Quarks" allerdings noch nicht vor. Der vieldiskutierte Zusammenhang von Handystrahlung und Krebserkrankungen konnte in Langzeitstudien bisher ebenfalls nicht nachgewiesen werden. Zu den Folgen der 5G-Strahlung liegen indes noch kaum Studien vor – dementsprechend lassen sich derzeit keine eindeutigen seriösen Aussagen über die gesundheitlichen Konsequenzen tätigen.

Grund zur Panik besteht allerdings nicht: Das Bundesamt für Strahlungsschutz schreibt, dass nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft keine gesundheitliche Gefahr vom Mobilfunk ausgeht. Grundsätzlich wird empfohlen, das Handy etwa möglichst weit weg vom Körper zu tragen, mit Headset zu telefonieren und beim Kauf eines Smartphones auf einen niedrigen SAR-Wert zu achten.

Quellen:Telekom, "IP-Insider", Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, DPA, "Welt", "Quarks"

meh

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker