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Massenentlassungen und Milliardenverlust: Das traurige Ende von Nokia

Mit Nokia-Handys wollte Microsoft im Smartphone-Krieg ganz oben mitmischen. Doch die Geräte blieben Ladenhüter. Jetzt mussten Tausende Mitarbeiter ihren Schreibtisch räumen. Für Microsoft ist es ein Ende mit Schrecken.

Der Nokia-Deal war für Microsoft kein gutes Geschäft

Der Nokia-Deal war für Microsoft kein gutes Geschäft

Mit den knallbunten Nokia-Handys sollte alles besser werden. Als Microsoft im vergangenen Jahr den finnischen Traditions-Hersteller übernahm, war es eine Kampfansage an Apple und Samsung, die den Smartphone-Markt nach Belieben dominierten. Doch die Übernahme der Handy-Sparte von Nokia wurde für Microsoft zum monumentalen Flop. Die Geräte liegen wie Blei in den Regalen, das mobile Betriebssystem Windows Phone dümpelt immer noch mit mickrigen Marktanteilen vor sich hin und viele renommierte Hersteller wie LG, Sony oder Samsung kehrten Microsoft den Rücken.

Nun zog Microsoft-Chef Satya Nadella endgültig den Stecker: Der Windows-Riese schreibt auf den Nokia-Deal den gewaltigen Betrag von 7,6 Milliarden Dollar (umgerechnet 6,9 Milliarden Euro) ab. Das ist doppelt so viel wie der ursprüngliche Kaufpreis von 3,8 Milliarden Dollar. Zudem verlieren 7800 Mitarbeiter ihren Job. Dieser Umbau wird noch einmal bis zu 850 Millionen Dollar kosten. Insgesamt reißt der Nokia-Deal ein Loch von fast 9,5 Milliarden Dollar in die Unternehmenskasse.

Milliardenirrtum mit Folgen

Microsoft hatte große Pläne: Die Idee hinter dem Nokia-Deal war, dass man mit Software und Hardware aus einer Hand so erfolgreich sein könnte wie Apple mit seinem iPhone. Dort befruchten sich Geräte- und Softwareverkauf gegenseitig.

Der erhoffte Absatzschub blieb bei Microsoft jedoch aus. Smartphones mit Googles Mobilbetriebssystem Android haben einen Marktanteil von bis zu 80 Prozent. Apple kommt auf rund 15 Prozent und ist hoch profitabel. 89 Prozent aller weltweiten Smartphone-Gewinne landen in Cupertino. Microsofts Lumia-Smartphones dagegen kommen nur auf wenige Prozent Marktanteil, obwohl die Verkäufe zuletzt zugelegt hatten - allerdings vorrangig im wenig profitablen Niedrigpreis-Segment. Selbst zu Spitzenzeiten verkauften sich die Geräte nie so gut, wie es Nokia nötig gehabt hätte.

Die Kündigung von 7800 Mitarbeitern und die Abschreibung in Milliardenhöhe ist das vorläufige Ende eines schwerwiegenden Milliardenirrtums. Vor einem Jahr hatte Microsoft bereits den Abbau von rund 18.000 Jobs angekündigt, von dem frühere Nokia-Mitarbeiter massiv betroffen waren. Nach ursprünglichen Ankündigungen sollten bei der Übernahme über 30.000 Nokia-Mitarbeiter zu Microsoft wechseln. Der finnische Finanzminister Alexander Stubb warnte in einer ersten Reaktion, dass die Restrukturierung Auswirkungen auf den Staatshaushalt haben könnte.

Microsoft wird weiter Smartphones bauen

Ganz zurückziehen will sich Microsoft aus dem Smartphone-Geschäft aber nicht: Konzernchef Satya Nadella betont, es werde auch weiterhin Smartphones von Microsoft geben. Er stellte jedoch eine deutlich kleinere Modellpalette in Aussicht und erklärte in euphemistischem Business-Sprech:  "Auf kurze Sicht werden wir ein effizienteres und fokussiertes Portfolio an Mobiltelefonen anbieten und die Kapazitäten behalten, um uns langfristig im Mobilitätsbereich neu zu erfinden." In Zukunft wolle man sich auf drei Bereiche konzentrieren: den Low-End-Markt, wo man zuletzt einige Erfolge feierte, den Business-Bereich und hochpreisige Flaggschiff-Modelle.

Zugleich erklärte Nadella, dass Microsoft kein eigenständiges Mobiltelefon-Geschäft mehr betreiben wolle. Die Handys werden vermutlich nur noch von Microsoft entwickelt und von anderen Herstellern gebaut. Ähnlich geht Google bei seinen Nexus-Geräten vor. Microsoft räumte klar ein, dass die Aussichten für die Geräte unter den ursprünglichen Erwartungen liegen. Die Sparte war vor kurzem bereits mit dem Windows-Bereich zusammengelegt worden. Dabei wurde auch der frühere Nokia-Chef Stephen Elop geschasst. Er war von Microsoft zu Nokia gegangen, fädelte den Deal mit seinem früheren Arbeitgeber ein und übernahm danach die Führung des zusammengelegten Gerätebereichs.

Die Übernahme der Nokia-Handys war noch unter dem langjährigen Microsoft-Chef Steve Ballmer ausgehandelt worden. Der wollte Microsoft um jeden preis als erfolgreichen Geräte-Hersteller positionieren. Sein Nachfolger Nadella machte jedoch keinen Hehl daraus, dass er gegen die Nokia-Übernahme war - und setzt seit seinem Amtsantritt auf eine gänzlich andere Strategie. Er öffnete die eigene Software für andere Systeme - darunter die Bürosoftware Office365 und den Cloudspeicher OneDrive - und bietet die Programme auch für iOS und Android an. Zudem konzentriert er sich deutlich stärker auf das Cloudgeschäft. Dennoch wird auch er nicht darumkommen, neue Partnerschaften mit anderen Herstellern zu schmieden, wenn er im Mobilbereich das Ruder langfristig herumreissen will.

Das Ende einer Ära

Für Nokia sind die jüngsten Ereignisse praktisch der Schlusspunkt nach einem spektakulären Abstieg vom Handy-Weltmarktführer in die Bedeutungslosigkeit. Der finnische Traditionskonzern hatte in der Ära moderner Smartphones mit dem Start des iPhone den Anschluss an die Konkurrenz verloren.

Entscheidend könnte eine Weichenstellung Anfang 2011 gewesen sein: Als sich die Entwicklung eines eigenen neuen Betriebssystems in die Länge zog, setzte Elop auf Microsofts Windows Phone statt Googles Android. Im kommenden Jahr will Nokia ein Smartphone-Comeback wagen. Doch möglicherweise ist es dafür bereits zu spät.

mit DPA
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.