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Neuer Tarif Freenet Funk: Täglich kündigen und Surfen ohne Limit: Warum endlich Bewegung in den Mobilfunk-Markt kommt

Jahrelang ärgerten sich die Deutschen über zu lange Verträge, teure Flatrates und benachteiligte Bestandskunden. Doch am Mobilfunk-Markt stehen große Umbrüche an. Vor allem ein heute gestarteter Tarif dürfte mächtig Druck machen.

Das mobile Nutzungsverhalten hat sich durch die größeren Datenvolumen verändert (Symbolbild)

Das mobile Nutzungsverhalten hat sich durch die größeren Datenvolumen verändert (Symbolbild)

Getty Images

Jeder kennt den Ärger mit dem Mobilfunktarif. Ständig ist das Datenvolumen aufgebraucht und alle 24 Monate muss man seinen Vertrag kündigen, weil man als Altkunde nicht berechtigt ist, die tollen Neukunden-Boni abzustauben. Die Alternative Prepaid ist auch nicht ohne Kompromiss, meist wird etwa die Höchstgeschwindigkeit gedrosselt. Doch nach Jahren der neidischen Blicke in die europäischen Nachbarstaaten könnte in den nächsten Monaten endlich mehr Bewegung in den deutschen Markt kommen.

30 Euro für eine echte Flatrate

Den Start macht ein neuer Tarif von Freenet. Schlicht "Funk" getauft, gibt er Kunden genau zwei Optionen: Man bucht entweder 1 GB Datenvolumen am Tag für 69 Cent oder unbegrenztes Surfen für täglich einen Euro. SMS- und Anruf-Flat sind bei beiden inklusive. Das Besondere: Der Tarif kann jeden Tag gekündigt werden, daher auch die ungewöhnliche Datenbegrenzung pro Tag. Freenet verspricht, auf die Bevorzugung von Neukunden zu verzichten. Sollten sich die Tarife ändern, erhalten alle die neuen Bedingungen. Ein echter Nachteil: Den Tarif gibt es nur im O2-Netz, das trotz Verbesserungen noch lange nicht mit denen von Vodafone oder der Telekom mithalten kann (Hier erfahren Sie mehr).

Für viele Kunden dürfte das Angebot trotzdem extrem attraktiv sein. Auf den Monat gerechnet erhält man immerhin 30 GB Datenvolumen für gut 21 Euro. Vor allem die vollkommen unbegrenzte Flatrate für 30 Euro ist attraktiv. Sie kostet nur die Hälfte des bisher günstigsten solchen Tarifs. Hinzu kommt die Flexibilität: Wer nur am Wochenende einen Datentarif für die Laube braucht, muss nur für diese Tage zahlen. Wird im kleineren Tarif mehr als 1 GB verbraucht, kann man einfach auf für den Rest des Tages auf die Vollflat umbuchen und unbegrenzt weitersurfen. Eine Bereitstellungsgebühr gibt es nicht, abgerechnet wird einfach über Paypal.

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Das Ende des Laufzeit-Tarifs?

Für den deutschen Mobilfunkmarkt ist das ein starker Bruch. Die attraktivsten Angebote werden in der Regel genutzt, um Neukunden an sich zu binden. Selbst die bisher flexibelsten Tarife haben einen Monat Kündigungsfrist, 24 Monate Mindestlaufzeit sind immer noch die Norm. Auch ohne Funk hätte sich das in den nächsten Monaten wohl geändert. Zum einen forderte Bundesjustizministerin Katarina Barley die Höchstlaufzeit der Tarife bei 12 Monaten zu deckeln. Zum anderen scheint auch der Neukunden-Wahn endlich aufzubrechen. Die Telekom kündigte etwa bereits an, auch Altkunden dieselben attraktiven Angebote zu machen wie Neukunden.

Wie sich der Tagestarif auf den Markt auswirkt, ist noch kaum abzusehen. Der generelle Wegfall des Laufzeittarifs steht vermutlich nicht an. Die große Freiheit des Tarifs mag für den Kunden enorm attraktiv sein, für die Unternehmen stellt die tägliche Kündigungsfreiheit einen deutlichen Verlust an Planungssicherheit dar. Selbst bei Freenet setzt man nicht voll auf das Konzept, bietet neben der neuen Option weiterhin klassische Laufzeitverträge an. Rentabel dürfte Funk ohnehin nur sein, weil man den Tarif nur über eine eigene App buchen kann, somit die Zusatzkosten für den Handel oder Service wegfallen.

Auch für Fans subventionierter Smartphones dürfte der Wegfall des 24-Monats-Tarifs erstmal kein Vorteil sein: Wenn die Tarife jeden Tag kündbar sind, gibt es natürlich kein vergünstigtes Gerät mehr dazu. Allerdings ist die Ersparnis der subventionierten Geräte im Vergleich zu einer Ratenzahlung in der Regel ohnehin nicht mehr so groß, wie sie es vor einigen Jahren noch war.

Markt in Bewegung

Trotzdem dürfte der Tarif die Konkurrenten mächtig unter Druck setzen. Da er keine Bereitstellungsgebühr hat, ist die Hürde, den neuen Tarif testweise abzuschließen, extrem niedrig. Die Preise für das Datenvolumen unterbieten die ohnehin schon stark gefallenen Preise im O2-Netz noch einmal kräftig. Seit die Telefónica im Rahmen der Übernahme von E-Plus ihr LTE-Netz für Drittanbieter freigeben musste, sind die Preise pro Gigabyte deutlich nach unten gegangen, der neue Tarif dürfte sie noch weiter drücken. Bei den anderen beiden Netzbetreibern Telekom und Vodafone sind die Preise zwar nicht im gleichen Maß gepurzelt, doch auch dort gibt es immer mehr Daten fürs Geld. 

Wie lange der Trend anhält, wird auch von den immer noch laufenden Auktionen für die 5G-Frequenzen abhängen. Die Milliardengebote der Provider für die kommende Technologie und die Ausbaukosten des Netzes müssen erst einmal wieder erwirtschaftet werden. Sie dürften dafür sorgen, dass die ersten 5G-Tarife wieder deutlich teurer werden. Doch bis dahin dürfte es noch eine Weile dauern. Und LTE ist für den Alltag erstmal noch schnell genug.

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Perfekt platziert  Die richtige Position des Routers und die Ausrichtung seiner Antennen können Wunder wirken. Versuchen Sie daher ruhig unterschiedliche Aufstellorte. Zudem kann es helfen, den Router etwas erhöht an der Wand aufzuhängen. 

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.