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Quartalszahlen: Apple hat ein iPhone-Problem - und eine Lösung ist nicht in Sicht

Der Erfolg von Apple ist auch der Erfolg des iPhones. Trotz gestiegener Preise krachten dem Konzern im wichtigen Weihnachtsquartal ausgerechnet hier die Umsätze ein. Die Probleme könnten sich noch verschärfen.

Apple Chef Tim Cook bei der Präsentation des iPhone 7

Apple-Chef Tim Cook hat die Geheimhaltung von Steve Jobs übernommen

Das iPhone war lange Apples beispiellose Erfolgsgeschichte. Seit der Einführung öffnete es nicht nur eigenhändig den Smartphone-Markt, wie wir ihn heute kennen, sondern machte Hersteller Apple lange zum wertvollsten Konzern der Welt. Und wird genau deswegen zu einem immer größeren Problem.

Denn obwohl Apple in nahezu jeder Hinsicht wächst - sagenhafte 19 Prozent hat das Unternehmen zugelegt, wenn man das iPhone herausrechnet - sind die Gesamtumsätze gesunken. Mit 84,3 Milliarden Dollar fallen sie zwar immer noch enorm hoch aus, im Weihnachtsquartal des Vorjahres waren aber noch ganze vier Milliarden mehr drin. 

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Sorgenkind iPhone

Schuld ist das iPhone. Obwohl mit der Einführung von iPhone Xr, Xs und Xs Max kräftig an der Preisschraube gedreht wurde, brachten die iPhones satte neun Milliarden Dollar weniger Einnahmen ein. Und drückten den Konzernumsatz damit kräftig nach unten. "Ich glaube, der Preis ist auch ein Faktor", äußerte sich CEO Tim Cook laut "9to5Mac" zu Vorwürfen, dass die neuen iPhones zu teuer seien. Dabei bezog er sich allerdings nicht auf die Preise in Europa - hierzulande kostet das teuerste iPhone-Modell 1649 Euro - sondern auf die in China.

Im Reich der Mitte hatte Apple zuletzt mit drastisch fallenden Verkaufszahlen zu kämpfen. Zum einen, weil das einst gigantische Wirtschaftswachstum in China langsam abflaut, zum anderen wegen des durch den Wirtschaftskonflikt mit den USA teureren Dollars. Das iPhone wäre durch diese Faktoren in China zu teuer geworden, so Cook. Apple hatte die Preise des iPhone Xr dort wenige Monate nach Marktstart nach unten angepasst. Entsprechend hatte der Konzern schon Anfang des Jahres vor den sinkenden Gewinnen gewarnt.

Verschenkter Boom

Der unerwartet niedrige iPhone-Umsatz dürfte den Konzern vor allem deshalb ärgern, weil der Rest des Angebots boomt. Selbst die jahrelang schwächelnden iPad- und Mac-Einnahmen gingen kräftig nach oben, mit seinen Computern konnte Apple gar ein Rekordergebnis von 7,4 Milliarden Dollar erzielen. Bei den Wearables konnte man Dank des Erfolgs der Apple Watch und der Airpod-Kopfhörer ganze 33 Prozent zulegen.

Und auch Apples Hoffnungs-Geschäft wächst: Die Service-Sparte, in die unter anderem das Cloud-Geschäft, App-Verkäufe und der Streaming-Dienst Apple Music zählen, ging gut 20 Prozent nach oben und erreichte mit 10,9 Milliarden ein neues Rekordhoch. Damit ist Apple auf gutem Weg zu seinem Plan, bis 2020 ein Jahresergebnis von 50 Milliarden Euro für die Service-Sparte zu erreichen.

Achillesferse Smartphone

Die iPhone-Krise kann der Konzern so aber nicht auffangen. Noch bringt das iPhone schließlich fast zwei Drittel der Umsätze ein. Eine schnelle Besserung ist nicht abzusehen: Die ganze Branche befindet sich nach Jahren des Wachstums langsam auf einem Plateau, die Verkäufe stagnieren. Die Kunden sehen bei ihren alten Smartphones im Vergleich zu neueren Modellen kaum einen Nachteil und halten sich entsprechend mit Neuanschaffungen zurück. Auch Apples Akku-Tausch-Programm für das iPhone 6 und 6s dürfte das befeuert haben, musste sogar Tim Cook zugeben.

Ob die Service-Sparte es irgendwann schafft, die einbrechenden iPhone-Umsätze aufzufangen, wird sich zeigen müssen. Um die aktuell fehlenden 10 Milliarden in die Kassen zu spülen, müsste Apple die Services schlicht verdoppeln. Dazu müsste jeder der laut Apple 1,4 Milliarden Nutzer von Apple-Geräten allerdings monatlich gute 5 Dollar ausgeben. Trotz wachsender Abonnement-Zahlen bei Apple Music und einem bald kommenden Videostreaming-Dienst wären das ambitionierte Zahlen.

Der Geldberg bei Apple wächst

Abschreiben sollte man Apple allerdings noch lange nicht. Obwohl der Konzern seit dem Höhepunkt im Herbst gut ein Drittel seines Börsenwertes verloren hat, gehört der Konzern immer noch zu den wertvollsten der Welt - auch wenn Google, Microsoft und Amazon inzwischen wieder vorbeigezogen sind. Zudem macht der Konzern mit einem Gewinn von 19,97 Milliarden Dollar immer noch kräftig Gewinn. Alleine von Apples Barreserven können andere Konzerne nur träumen: 245 Milliarden Dollar Cash hat Apple mittlerweile angehäuft.

Tim Cook gab sich beim Quartalsgespräch mit den Aktionären zuversichtlich: "Wir messen unseren Erfolg nicht in 90-Tages-Schritten. Wir denken bei Apple langfristig", sagte er laut "Ars Technica". Und vielleicht gelingt mit neuen Produkten wie der seit langem gemunkelten Datenbrille ja bald ein echter Nachfolger des iPhones. Irgendein "One more thing" hatte Apple bisher immer im Ärmel.

Quellen: Apple, 9to5mac, Ars Technica

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