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Smartphone: Pixel 3 XL im Test: Google legt die Latte hoch

Tolle Software und Spitzenhardware aus einer Hand, das ist das Erfolgsrezept des iPhones. Mit den Pixel-Smartphones versucht Google gleichzuziehen. Während Apple vor allem auf Hardware setzt, denkt Google zuerst in Software. Wir haben das Pixel 3 XL getestet und verraten, ob dieser Ansatz klappt.

Anders als das iPhone bringt das Google Pixel 3 XL immer noch einen Fingerabdruck-Sensor mit, allerdings auf der Rückseite

Anders als das iPhone bringt das Google Pixel 3 XL immer noch einen Fingerabdruck-Sensor mit, allerdings auf der Rückseite

stern.de

Das iPhone und Pixel-Smartphones könnten vom Grundgedanken verschiedener kaum sein. Während Apple von Hardware-Verkäufen lebt, denkt Google vor allem in Software. Entsprechend wird das iPhone-System iOS als Teil der Hardware-Erfahrung gesehen, Google denkt dagegen anders herum und baut das Smartphone als passendes Gehäuse für seine Software-Kniffe. Dass auch bei diesem Ansatz starke Geräte herauskommen können, zeigt das neue Google Pixel 3 XL. 

Premium-Hardware

Trotz des Software-Fokus ist es gleich auf den ersten Blick als Premium-Gerät zu erkennen. Bei den Vorgängern war das trotz des hohen Preises noch nicht im selben Maße der Fall. Die Kombination aus Glas, Metall und der griffigen Gummi-ähnlichen Rückseite sieht schick aus und fühlt sich edel an. Die Verarbeitung ist tadellos.

Und auch das Display kann diesmal voll überzeugen. Nachdem unser Testgerät des Vorgängers noch an einem Blaustich litt, ist der Bildschirm beim Nachfolger ein echter Hingucker. Vor allem, weil der Rand auf ein Minimum geschrumpft ist. Das Display wächst damit auf 6,3 Zoll. Oben ist die von anderen Geräten bekannte Display Aussparung, Notch genannt. Die ist beim Pixel 3 XL etwas größer als bei den Konkurrenten, weil gleich zwei Kameras und ein besonders großer (und überraschend gut klingender) Lautsprecher drin steckt. Wie bei anderen Modellen hat man sich aber nach kurzer Zeit daran gewöhnt. Wer den Look nicht mag, schaltet die Notch in den Einstellungen ab. Dann wird das Display daneben abgestellt wird und am oberen Rand ist einfach nur ein Balken zu sehen.

Beim Vorgänger war das Display noch ein Schwachpunkt. Das Pixel 3 XL kann hier voll punkten

Beim Vorgänger war das Display noch ein Schwachpunkt. Das Pixel 3 XL kann hier voll punkten

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Unter der Haube steckt Premium-Stangenware: Der Snapdragon 845 ist aktuell immer noch der schnellste frei verfügbare Smartphone-Chip, dazu gibt es 4 GB Arbeits- und zwischen 64 oder 128 GB Datenspeicher.

Die technischen Daten im Überblick:

  • Snapdragon 945 mit acht Kernen (4 x 2,5 GHz und 4 x 1,6 GHz) und 4 GB RAM
  • P-OLED-Display in 6,3 Zoll (Auflösung 1440 x 2960 Pixel)
  • 12,2-MP-Hauptkamera mit f1,8-Blende
  • Doppel-Frontkamera mit einmal f/1,8/28 mm und einmal f2,2/19mm
  • Akku mit 3430 mAh Kapazität, kabellosem Laden und Quickcharge
  • Kein Klinkenanschluss, USB-C-Kopfhörer liegen bei


Software-Fokus

Damit ist es ausreichend für den echten Star bestückt: die Software. Die sorgt an allen möglichen Stellen für clevere Tricks, etwa indem man dem überall verfügbaren Google Assistant einfach per Chat befiehlt, einen Termin zu erstellen und der dann im Kalender landet. Die Kamera erkennt dank der Funktion Google Lense Objekte, kann Texte live kopieren und übersetzen. Der spannendste Nutzen der dahinter liegenden künstlichen Intelligenz dürfte für viele aber ein anderer sein: die smarte Kamera schießt auch enorm starke Fotos.

Google Pixel 3 XL

Das Google Pixel 3 XL hat auf der Rückseite eine einzelne Kamera

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Denn Google hat seinen Kamera-Ansatz - ordentliche Hardware mit starker KI-Unterstützung - beim Pixel 3 XL noch weiter ausgebaut. Mit vollem Erfolg. Drückt man mit der Weitwinkel-Kamera mit f1,8-Blende und 12,2 MP Auflösung auf den Auslöser, ist das Bild in einem Sekunden-Bruchteil eingefangen. Die Magie kann man sehen, wenn man das Bild sofort öffnet: Das zunächst ganz gewöhnlich aussehende Bild wird in den Sekunden nach der Aufnahme per KI massiv nachbearbeitet - und gewinnt danach deutlich an Kontrast, Farben und Schärfe. Der Trick: Das Pixel schießt gleich mehrere Bilder und baut sie zu einem zusammen.

KI-Kamera auf Top-Niveau

Diese KI-Bearbeitung hatte Google schon bei seinen letzten Smartphones geboten, beim Pixel 3 XL funktioniert sie noch einmal besser. Bei gutem Licht knipst es schlicht tolle Fotos. Wirklich glänzen kann es aber bei schlechter Beleuchtung und Gegenlicht. Dann kann das Pixel mit seiner KI-gestützten Nachbearbeitung starke Details herausarbeiten. Einziges Manko ist der teilweise etwas unrealistische Himmel bei Dunkelheit. Er wirkt oft etwas zu stark aufgehellt.

Google Pixel 3 XL

Besonders punkten kann es bei schlechtem Licht. Das Ruderboot in der Mitte war in der Dunkelheit kaum zu sehen. Nur der Himmel wird etwas zu stark aufgehellt.

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Auf eine Doppelkamera auf der Rückseite verzichtet Google. Den vom iPhone oder Galaxy-Smartphones bekannten Porträt-Modus kann es mit Software-Tricks hervorragend simulieren. Für die fehlende Zoom-Funktion ohne Doppellinse hat sich Google eine clevere Alternative einfallen lassen: Zoomt man per Software mit der Kamera, nutzt diese das Zittern der Hände, um sich dadurch aus minimal verändernden Blickwinkeln Details einzufangen und dann ins Bild zu rechnen. So wirken die Bilder deutlich detailreicher als beim klassischen Digital-Zoom.

Auf der Vorderseite gibt es dann aber doch zwei Kameras. Dadurch kann man bei Selfies zwischen drei Aufnahmewinkeln entscheiden, vom Detailbild über die klassische Selfie-Perspektive bis zum Weitwinkel-Foto, auf dem auch eine größere Freundes-Gruppe oder die Sehenswürdigkeit im Hintergrund Platz findet. Der Selfie-Stick kann Zuhause bleiben.

Google Pixel 3 XL

Bei Tageslicht fängt das Google Pixel 3 XL detailreiche Bilder mit realistischen Farben ein

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Beste Knipse des Jahres?

Die wahre Stärke der Software-Unterstützung ist allerdings, dass die Kamera im Laufe der Zeit noch besser werden kann. Das größte Ass behält Google etwa vorerst im Ärmel: Erst am 14. November soll der neue "Nachtsicht"-Modus erscheinen, der selbst bei schlechtesten Lichtbedingungen per simulierter Langzeitaufnahme in Sekunden brauchbare Fotos machen soll. Erste im Netz aufgetauchte Testaufnahmen versprechen geradezu eine Revolution der Lowlight-Fotografie.

Allerdings hat Google nicht mehr denselben Vorsprung wie noch letztes Jahr. Auch die aktuellen iPhones und Android-Konkurrenten wie das Huawei Mate 20 setzen auf die KI-unterstützte Bilder - bei zusätzlich verbesserter Kamera-Hardware. Welches Smartphone tatsächlich die beste Knipse hat, wird der stern demnächst in einem direkten Vergleich testen.

Fazit: Starke Hardware - mit noch besserer Software

Apple galt lange als der Maßstab für Hardware und Software aus einer Hand. Mit dem Pixel 3 XL zeigt Google, dass der Ansatz auch funktioniert, wenn man die Software zuerst denkt. Das Smartphone fühlt sich edel an, ist schick und leistungsfähig - und kann so den cleveren Software-Tricks den passenden Unterbau liefern.

Beim Pixel kann Google zeigen, wie man sich die KI-unterstützte Smartphone-Nutzung vorstellt. Sofort greifbar wird das bei den Fotos, die trotz der auf dem Papier etwas mauen Kamera wirklich überzeugen können. Ein echtes Manko dürfte für viele der Preis sein: Mit 950 Euro für die Version mit 64 GB Speicher ist es fast so teuer wie das iPhone XS (ab etwa 1050 Euro)11. Das Samsung Galaxy S9 bekommt man zum halben Preis, selbst das ebenfalls gerade erschienene Huawei Mate 20 Pro ist mit 128 GB Speicher für etwa 900 Euro zu bekommen.

Das Pixel 3 XL erscheint am 2. November in Deutschland. Der Preis liegt bei 950 Euro für 64 GB und 1050 Euro für 128 GB Speicher. Das technisch gleiche Pixel 3 mit 5,5-Zoll-Display kostet jeweils 100 Euro weniger.

Unser Testmuster des iPhone XR ist sonnig-gelb.
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.