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Corona-Probleme: Genialer Trick: Wie Sie die Gesichtserkennung Ihres Smartphones auch mit Maske nutzen können

Das Smartphone per Gesichtserkennung zu entsperren, ist schnell und bequem. Doch die Maskenpflicht weckt Sehnsüchte nach dem Fingerabdruck-Sensor. Hier erfahren Sie, wie man die Gesichtserkennung trotz Maske nutzen kann.

Die Gesichtsmasken machen das Entsperren des Smartphones für viele Nutzer zum Geduldsspiel (Symbolbild)

Die Gesichtsmasken machen das Entsperren des Smartphones für viele Nutzer zum Geduldsspiel (Symbolbild)

Getty Images

Es ist eines der größten Verkaufsargumente aktueller Smartphones: Dank Gesichtserkennung erkennen sie den Besitzer sofort, schalten den Blick auf Benachrichtigungen und das Gerät selbst frei. Doch seit der Maskenpflicht wird das bei der Vorstellung des iPhone X umjubelte Feature nun zur Qual. Was die meisten nicht wissen: Die Gesichtserkennung lässt sich auch mit Maske nutzen - wenn man es richtig anstellt.

Wie einfach das geht, kommt auf die technische Umsetzung an. Während Apples FaceID eine Kombination aus der Frontkamera und einem Infrarotscanner benutzt, um eine Tiefenansicht der Gesichtszüge zu prüfen, setzen viele Modelle von Android auf eine rein optische Prüfung. Das ist eigentlich deutlich unsicherer, die Technik ließ sich in der Vergangenheit öfter mit einem Foto austricksen. In der Corona-Krise erweist es sich aber temporär als Vorteil.

So erkennt Sie ihr Android-Smartphone

Um auch per Maske erkannt zu werden, müssen Sie Ihr Gesicht einfach nochmal eintragen - aber diesmal mit Maske. Dazu öffnen Sie in den Sicherheitseinstellungen den Punkt Gesichtserkennung, teilweise auch Face Unlock genannt. Dort finden Sie die Option, ein alternatives Erscheinungsbild einzurichten. Das ist eigentlich für spezielle Sportkleidung wie Ski-Ausrüstung oder polarisierte Sonnenbrillen gedacht, funktioniert aber auch mit Maske. Folgen Sie nun den Anweisungen - und schon funktioniert die Erkennung auch mit Maske. Achtung: Diese Methode kann es möglich machen, dass auch andere Personen Ihr Gerät entsperren.

Einige Android-Modelle bieten wie Face ID einen 3D-Scan als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme. Das kann ein Erkennen mit Maske verhindern. Unter Umständen kann die für iPhones beschriebene Methode unten aber auch bei diesen Geräten funktionieren.

So lässt sich Apples Face ID austricksen

Wie oben beschrieben macht es der Infrarot-Scan von Apples Face ID schwieriger, die oben beschriebene Methode auch auf dem iPhone zu nutzen. Nach Angaben von Apple funktioniert Face ID nur, wenn ein Gesicht inklusive Nase, Augen und Mund erkannt werden. Doch mit einem vom chinesischen Xuanwu Lab entdeckten Trick lässt sich auch Face ID auf Masken trainieren.

Dazu muss man auch auf dem iPhone eine alternative Erscheinung einrichten. Die Option findet sich in den Einstellungen unter "Face ID & Code". Da Apple nur das Speichern von zwei Gesichtern erlaubt, müssen Sie dazu gegebenenfalls die Option "Face ID zurücksetzen" auswählen.

Nun kommt der Trick: Statt beim Scan das ganze Gesicht hinter einer Maske zu verstecken, halten Sie sich eine zur Hälfte gefaltete Maske vor eine Gesichtshälfte und lassen Sie die andere frei. Wichtig: In beiden Gesichtshälften müssen die Augen für das Gerät klar zu erkennen sein, die Nasenspitze dagegen sollte bedeckt sein. Folgen Sie nun den Anweisungen zum Speichern des Gesichts. Sollte eine Meldung erscheinen, dass Teile des Gesichts verdeckt sind, versuchen Sie, die Maske minimal zu verschieben.

Sobald beide Scan-Vorgänge abgeschlossen sind, können Sie ausprobieren, ob das Gesicht auch mit Maske erkannt wird. Ist das nicht der Fall, versuchen Sie ein zweites Scannen mit der Maske vor der anderen Gesichtshälfte. Eventuell müssen Sie dafür Face ID zurücksetzen, dann müssen Sie den ersten Scan ebenfalls wiederholen. Keine Sorge: Ohne Maske erkennt das Gerät Sie in jedem Fall.

Coronavrius: Das Smartphone richtig desinfizieren

Leider ist die Erkennung mit Maske nicht ganz so zuverlässig wie ohne. Im Test musste etwa gelegentlich die Maske etwas an der Nase heruntergezogen werden, damit Face ID den Träger erkennen konnte. Durch die Maske beschlagene Brillengläser lassen die Erkennung ebenfalls gelegentlich scheitern. Wie sie die beschlagenen Gläser vermeiden, erfahren Sie in diesem Text.
Sollte die Erkennung öfter nicht funktionieren, kann es helfen, die Maske zunächst soweit nach unten zu ziehen, dass das Gesicht erkannt wird und sie dann langsam nach oben zu ziehen, während man das Gerät sperrt und wieder entsperrt. Da Face ID das Gesicht mit zunehmenden Scans besser erkennen lernt, funktioniert das Entsperren im Laufe der Zeit mit immer weniger sichtbaren Teilen des Gesichts.

Wie lange der Trick noch funktioniert, wird sich zeigen. Mit dem kommenden Update auf iOS 13.5 bekommt Face ID eine automatische Erkennung von Masken - und bietet dann sofort die Code-Eingabe an, statt zuerst zu versuchen, das Gesicht zu erkennen. Das soll wertvolle Zeit sparen. Ob dann auch Masken erkannt werden, die als Teil eines "normalen" Gesichts gespeichert wurden, ist nicht bekannt.

Quelle: Wall Street Journal