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Neue Initiative Kampf gegen Corona: Microsoft will den digitalen Impfpass

Corona-Impfstoff
Wer geimpft wurde, soll das bald digital nachweisen können (Symbolbild)
© Maxi Jonas / Telam / DPA
Gemeinsam mit mehreren Partnern hat Microsoft eine neue Gesundheits-Initiative gegründet. Das Ziel: ein digitaler Corona-Impfpass. 

Noch ist die wichtigste Frage zum Corona-Impfstoff, woher man ausreichend Dosen bekommen kann. Doch in Zukunft könnte die Impfung auch zur Voraussetzung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben werden, etwa bei Flugreisen. Eine neue Initiative will bis dahin die Hürden abbauen. Ein digitaler Impfpass soll den Nachweis für die eigene Impfung leichter machen.

Das kündigte die Vaccination Credential Initiative (VCI) - zu deutsch etwa: Impfnachweis-Initiative - in einer gemeinsamen Pressemitteilung an. Dem Zusammenschluss gehören neben den Tech-Konzernen Microsoft, Oracle und Salesforce auch der Gesundheitsforschungs-Verband MITRE, die Non-Protit-Organisation Commons Project Foundation sowie die gemeinnützige Mayo Clinic und viele weitere kleinere und größere Gesundheits-Organisationen an. Das erklärte Ziel: Ein einfach zu benutzender und vertrauenswürdiger, digitaler Impfnachweis mit weltweiter Gültigkeit.

Impfpass auf dem Smartphone

"Eine sichere und bequem zu nutzende Lösung zum Nachweis einer Covid-19-Impfung wird eine wichtige Rolle dabei spielen, eine gesunde und sichere Rückkehr zur Arbeit, in Schulen und das Alltagsleben an sich zu ermöglichen", ist Joan Harvey vom Gesundheits-Softwareunternehmen Evernorth sicher. Die Initiative plant, einen fälschungssicheren, digitalen Impfpass zu entwickeln, der dann in die digitalen Dokumentenbörsen wie Apple Wallet oder Google Wallet auf dem Smartphone hinzugefügt werden kann. So, wie man es auch schon von Kinokarten oder Flugtickets kennt. "Der Prozess muss so einfach sein wie Online-Banking", glaubt Oracle-Manager Mike Sicilia.

Der Standard hat den Anspruch, universell auf der ganzen Welt gültig zu sein. Wer kein Smartphone hat, soll dann einen speziellen, scanbaren Code in Papierform bekommen. "Covid-19 unterscheidet nicht nach dem sozi-ökonomischen Status", erklärt Dr. Brian Anderson von MITRE. Man lege daher viel Wert darauf, auch benachteiligten Gruppen Zugang zu dem System zu geben.

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Impfzwang durch die Hintertür?

Noch ist der Impfprozess nicht weit genug fortgeschritten, um den Zugang zu Flügen oder Büros von einer Impfung abhängig zu machen, auf Dauer ist das aber durchaus denkbar. Zwar betonte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn, dass er keine Sonderbehandlung von gegen das Coronavirus geimpften Personen will. Noch ist die Debatte aber nicht beendet. In anderen Ländern sieht das schon anders aus.

So plant Spanien ein Register bereits geimpfter Personen einzurichten, wie Gesundheitsminister Salvador Illa im Dezember verkündete. In Chile können vom Coronavirus genesene Patienten bereits jetzt einen Immunitätspass beantragen, er könnte auf Geimpfte ausgeweitet werden. Auch der CEO der Airline Delta, Ed Bastian, dachte bereits laut über die Nutzung von Impfpässen im Flugverkehr nach, um den Passagieren ein sichereres Gefühl geben zu können. In den USA ist es ohnehin oft Unternehmen selbst überlassen, welche Bedingungen sie an Kunden oder Angestellte stellen.

Kritiker solcher Ideen bringen an, dass nicht jeder geimpft werden möchte und - zumindest hierzulande - auch keine Pflicht dazu besteht. Sollte ein Großteil des öffentlichen Lebens aber nur Geimpften zugänglich sein, entspräche das im Alltag einem Impfzwang durch die Hintertür. Zwar ist die Impfbereitschaft nach dem "ZDF Politikbarometer" seit November von 51 auf 67 Prozent gestiegen. Zehn Prozent der Deutschen wollen eine Impfung aber verweigern. Hinzu kommt, dass eine Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht immer möglich ist.

Quellen: Vaccination Credential Initiative, Tagesschau, ZDF Politbarometer


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