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Irrer Erfolg Mehr Umsatz als McDonald's: Diese kleine Sparte bringt Apple Milliarden-Gewinne

Tim Cook Apple App Store iPhone
Unter Apple-Chef Tim Cook wurde der App Store zum Milliarden-Geschäft
© Christoph Dernbach / Picture Alliance
Mit dem App Store wollte Apple sein iPhone attraktiver machen und entdeckte eine wahre Goldgrube. Im vergangenen Jahr hat Apple mehr Gewinn gemacht als ganze Weltmarken - und könnte bald die Kino-Branche überholen.

Fast zehn Jahre ist es her, dass Apple mit dem App Store für immer veränderte, was ein Smartphone ausmacht. Schon vorher gab es Programme für die smarten Geräte, doch erst Apple machte sie mit dem einprägsamen Slogan "There's an app for that" (Dafür gibt es eine App) zum Alltagsphänomen. Und zu einer enormen Einnahmequelle. 

Wie viel Geld Apple genau mit Apps macht, verrät der Konzern zwar nicht. Es lässt sich aber recht einfach schätzen: 26,5 Milliarden Dollar hat der Konzern nach eigenen Angaben im letzten Jahr an App-Entwickler ausgeschüttet. Da der Konzern 30 Prozent der Einnahmen kassiert, belaufen sich die Gesamteinnahmen mit Apps auf 37,9 Milliarden Dollar. Apples Anteil beträgt demnach 11 Milliarden Dollar (9 Milliarden Euro). Da die Kosten des App Stores vernachlässigbar sein dürften, handelt es sich um nahezu reinen Gewinn.

Mehr Gewinn als McDonald's

Davon kann so manche Weltmarke nur träumen. McDonald's kennt zwar jedes Kind, der Konzern nahm aber im Jahr 2016 nur 20,1 Milliarden Euro ein - weltweit. Hinzu kommt: Klassische Unternehmen haben noch jede Menge Kosten. Der Gewinn des Fastfood-Giganten lag deshalb gerade mal bei 3,8 Milliarden Euro, also ein knappes Drittel von Apples App-Store-Gewinn.

Für den Konzern sind das hervorragende Nachrichten. Schon länger versucht Apple, seinen Kurs vom Erfolg des iPhones unabhängiger zu machen. Hoffnungsträger ist die Services-Sparte, zu der neben dem App Store auch iTunes und das Cloud-Geschäft gehört. Im letzten Jahr konnte man freudig verkünden, dass alleine die Service-Sparte es unter die 100 umsatzstärksten Firmen weltweit schaffen würde.

Apps statt Kino

Apples Geschäft mit den Apps hat ganze Branchen abgehängt. Die gesamte Musikindustrie brachte es 2016 auf Einnahmen von etwa 13 Milliarden Euro, im vergangenen Jahr könnte Apple sogar die weltweiten Kino-Einnahmen getoppt haben. 31 Milliarden Euro nahmen die Lichtspielhäuser 2016 weltweit ein. Der Trend geht zwar nach oben, ob man Apples Rekord-Einnahmen brechen konnte, steht aber auf einem anderen Blatt. Die Branche hat allerdings durch Blu-ray-Verkäufe, Streaming und TV-Rechte noch die ein oder andere zusätzliche Einnahmequelle.

Ein Abschwung von Apples Erfolgskurs ist derweil nicht in Sicht. Alleine am Neujahrstag nahm Apple unfassbare 300 Millionen US-Dollar ein - nur mit dem App Store. Im letzten Jahr waren es am selben Tag noch 240 Millionen Dollar. Kein schlechter Start in das Jahr.


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