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Motorola RAZR im Test Ultraflach, superschick, leistungsstark


Mit dem neuen RAZR ist Motorola seiner beliebten Marke treu geblieben. Abgesehen von dem Namen hat das neue Gerät mit seinem Vorgänger allerdings wenig gemeinsam.

Motorola hat mit dem Motorola RAZR seine neueste Smartphone-Kreation vorgestellt und bleibt damit seinen Wurzeln treu.

Benannt nach dem populären Klapphandy, das Motorola 2004 auf den Markt brachte, baut der Konzern ein weiteres Mal auf die Marke "RAZR". Der US-amerikanische Technologiekonzern hofft, mit der seit sieben Jahren aufgebauten Marke, gegen die aktuellen Smartphones wie beispielsweise dem kürzlich vorgestellten Samsung Galaxy Nexus oder dem iPhone 4S von Apple antreten zu können. Wir haben das RAZR genauer unter die Lupe genommen.

Design des RAZR

Auch wenn der Name derselbe ist, hat das neue Motorola RAZR äußerlich nicht viel mit seinem Namensvetter gemeinsam. Motorola hat sich gegen ein Klapphandy und stattdessen für ein ultraflaches Gehäuse entschieden. Mit 7,1 Millimeter Tiefe ist das Gerät das dünnste Smartphone der Welt.

Es ist zwar auf positive Weise ein superschlankes Smartphone, aber nicht so dünn, dass der Anwender das Gefühl bekommt, ein fragiles Gerät zu bedienen.

Beim Design hat Motorola mit dem neuen RAZR definitiv den Nagel auf den Kopf getroffen. Auf der Rückseite befindet sich an der oberen Seite eine deutliche Erhöhung, in die die Kamera und der Blitz integriert sind. Das erinnert ein bisschen an das alte RAZR, bei dem am unteren Ende eine Erhöhung sichtbar wurde, sobald der Anwender es aufklappte. Die Erhöhung beim neuen RAZR ist zwar ungewöhnlich, stört aber wenig.

Motorola ist mit dem Design selbst höchstzufrieden und betont, dass das Gehäuse mit einem Diamantlaser bearbeitet wurde, um ihm die aktuelle Form zu geben. Unterm Strich ist es allerdings egal, mit welchen Utensilien das RAZR bearbeitet wurde, solange es gut in der Hand liegt - und das tut es.

Gehäuse des RAZR

Das Motorola RAZR ist wasserabweisend und soll Kratzern standhalten können. Von der Wasserresistenz konnten wir uns in einem Test überzeugen. Das Mobiltelefon überstand es unbeschädigt, als Wasser über die Rückseite gegossen wurde. Die Rückseite ist Kevlar-beschichtet, was das Smartphone sogar schussfest macht (das konnte von uns allerdings nicht getestet werden). Der Bildschirm besteht aus dem widerstandsfähigen Gorilla-Glas. Das fügt dem RAZR ein weiteres Qualitätsmerkmal hinzu.

Im Gehäuse sitzt ein Super-AMOLED-Advanced-Bildschirm, der 4,3 Zoll groß ist und eine konkurrenzfähige Qualität und Auflösung von 960 x 540 Pixel bietet.

Fotos und Videos

Die Kamera des Motorola RAZR kann mit dem Wort "beeindruckend" bezeichnet werden. Farben wurden gut wiedergegeben und das Anschauen von Videos auf dem Smartphone ist ein Vergnügen.

Auch die selbst aufgenommenen Fotos ließen an Farbqualität und Helligkeit nichts zu wünschen übrig. Motorola ist bei der Kamera in die Fußstapfen des Samsung Galaxy S2 und iPhone 4S getreten und hat das RAZR mit einer 8-Megapixel-Kamera ausgestattet, die Videoaufnahmen in 1080 Pixel (Full-HD) ermöglicht. Die Kamera-App kann direkt über den Verriegelungsbildschirm aufgerufen werden und beweist, wie kundenfreundlich Motorola gedacht hat.

Betriebssystem

Obwohl die Spezifikationen des Motorola RAZR beeindruckend sind, gibt es einige Punktabzüge für das Betriebssystem. Auf dem neuen Smartphone kommt nämlich ein älteres Android-OS zum Einsatz als beim ebenfalls neuen Galaxy Nexus, welches bereits mit Android 4.0 ausgestattet ist.

Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) wird erst für Anfang bis Mitte nächsten Jahres als "Over the air"-Update für das RAZR erwartet. Bis dahin bietet das Smartphone lediglich Android 2.3.

Aber es wird höchstwahrscheinlich das letzte Mal sein, dass Motorola anderen Herstellern in Sachen Android hinterherhinkt. Schließlich wurde die Telefonsparte des Konzerns von Google übernommen. Allerdings hatte Google den Galaxy-Nexus-Deal mit Samsung bereits abgeschlossen, bevor das RAZR angekündigt wurde. Für Motorola ist es etwas unglücklich, dass beide Smartphones in der gleichen Woche präsentiert wurden.

Prozessorleistung

Während des problemlosen Durchblätterns der unzähligen Bildschirmanzeigen des Gerätes erhält man den besten Eindruck über die hohe Leistungsfähigkeit des Dual-Core-Prozessors mit 1,2 GHz und 1-GB-Arbeitsspeicher. Auch Videos wurden rasch geladen und ohne Verzögerungen abgespielt.

Das Laden von Webseiten funktionierte unverzüglich und beim Wechseln zwischen dem Browser und anderen Apps mussten keinerlei Einschnitte hingenommen werden. Das RAZR zeigt ein weiteres Mal, dass ein Doppelkernprozessor das Android-Erlebnis erheblich steigern kann. Auf Basis hauseigener Benchmark-Tests kam Motorola zu dem Ergebnis, dass das neue Smartphone beim Browsen im Web schneller ist als das iPhone 4S und noch dazu eine längere Akkulaufzeit bietet. Vorerst müssen wir Motorola blind vertrauen, denn in unserem Test konnten wir das Smartphone noch nicht an seine Grenzen bringen. Beim internen Speicher wird den Anwendern 16 GB geboten. Das Motorola RAZR lässt bei der Prozessorleistung einfach nicht zu wünschen übrig.

Funktionen

Motorola hat auch weitere interessante Funktionen beim RAZR hinzugefügt, wie etwa den hauseigenen Cloud-Server-Dienst Motocast. Dabei handelt es sich um eine App, mit der die Anwender über die Cloud auf ihre Musik, Videos, Fotos oder Dokumente zugreifen können.

Außerdem können Anwender eine Reihe von PCs und Macs mit dem RAZR verbinden und die Inhalte auf dem Smartphone wiederspiegeln. Wenn der Anwender beispielsweise ein wichtiges Dokument zu Hause vergisst, aber der Heim-PC noch eingeschaltet ist, kann auf die betreffende Datei auch vom Smartphone aus zugegriffen werden. Eine solche Funktion bieten zwar auch einige Apps im Android Market, allerdings sind diese meist sehr teuer. Dementsprechend ist Motorola damit eine tolle Zusatzfunktion gelungen.

Motorola wird auch nützliches Zubehör für das RAZR auf den Markt bringen. Anwender können sich zum Beispiel das Motorola-Lapdock zulegen, womit das Smartphone an einen Laptop angeschlossen werden kann.

Fazit

Das Motorola RAZR ist sowohl durch sein Design als auch durch seine Leistungsstärke ein großartiges Gerät, das uns beeindruckt hat.

Verwunderlich ist nur, dass Motorola bei seinem neuen Smartphone auf die NFC-Technologie verzichtet hat. Laut dem Konzern soll die Nahfeldkommunikation allerdings bei anderen Produkten zum Einsatz kommen. Das Motorola RAZR ist ein beeindruckendes Gerät, der Verzicht auf NFC ist allerdings ein großer Abstrich.

Wann das Motorola RAZR in Deutschland erhältlich sein wird und zu welchem Preis ist derzeit noch nicht bekannt.

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