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Xiaomi Poco F1 Dieses China-Smartphone erschüttert die Technikwelt

Das Xiaomi Poco F1 gibt es in mehreren Farben.
Das Xiaomi Poco F1 gibt es in mehreren Farben.
© Xiaomi
Viel Technik für wenig Geld: Mit dem Poco F1 greift der chinesische Hersteller Xiaomi die Smartphone-Industrie an. Für 260 Euro bekommt man topaktuelle Ausstattung. Für deutsche Kunden gibt es jedoch einen Haken.

Bei Smartphones aus China denken viele immer noch an uninspirierte, bisweilen dreiste Klone erfolgreicher Smartphones. Apple kann ein Lied davon singen: Das aktuelle Top-Modell iPhone X mit der charakteristischen Einkerbung (Notch) im Bildschirm "inspirierte" Dutzende Hersteller. Motorola zeigte vor wenigen Tagen die frechste Smartphone-Kopie seit Jahren, sogar das Hintergrundbild sah dem von Apple zum Verwechseln ähnlich.

Xiaomi setzt auf Riesen-Display

Nun sorgt erneut ein China-Smartphone für Schlagzeilen - das Poco F1 von Xiaomi. Allerdings nicht wegen des Äußeren, das an einen Hybrid aus iPhone X (Notch am oberen Bildschirmrand) und Samsung Galaxy S9 (Rand am unteren Bildschirmrand) erinnert. Bemerkenswert ist der Preis, der für die gebotene Technik verlangt wird.

Das Einstiegsmodell des Poco F1 mit sechs Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM) und 64 Gigabyte Speicherplatz wird in Indien für umgerechnet gerade einmal 260 Euro verkauft. Die Variante mit 128 Gigabyte kostet knapp 300 Euro. Für den Preis bekommt man viel Technik: Im Inneren taktet ein aktueller Prozessor vom Typ Snapdragon 845, der auch im HTC U12, OnePlus 6 oder im Galaxy S9 steckt. Bei Bedarf kann der Speicher via microSD erweitert werden.

Das Display misst 6,18 Zoll und löst mit FullHD+ (2246 x 1080 Pixeln) auf. Damit bietet das Poco F1 nicht den schärfsten Bildschirm am Markt, im Alltag dürfte die Auflösung aber ausreichend sein. Über die Qualität des Displays ist bislang nichts bekannt. In der Aussparung (Notch) befinden sich die Frontkamera (20 Megapixel) und eine Infrarot-Einheit zur Gesichtsentsperrung.

Dual-Cam und Android 8.1

Auf der Rückseite befindet sich neben dem Fingerabdrucksensor eine Dual-Kamera (12 und 5 Megapixel mit f/1.9-Blende). Mit den großen Playern wird die Kamera vermutlich nicht mithalten können, bei guten Lichtbedingungen knipsen aber auch Mittelklasse-Cams erfahrungsgemäß gute, detailreiche Bilder.

Der Akku ist mit 4000 Milliamperestunden üppig bestückt und lässt sich via USB-C laden. Je nach Nutzungsintensität dürften ein bis zwei Tage Laufzeit drin sein.

Als Betriebssystem ist Android 8.1 vorinstalliert, Ende des Jahres soll ein Update auf Android 9.0 "Pie" folgen. Allerdings hat Xiaomi sein Smartphone mit einer eigenen Benutzeroberfläche ausgestattet.

Poco F1 kommt nach Europa

Ein Grund für den niedrigen Preis: Das Poco F1 wird für den indischen Markt direkt vor Ort gebaut, was die Fertigungskosten drückt. Zudem spart man beim Gehäuse. Statt gebürstetem Metall und Glas wird Kunststoff verwendet.

In wenigen Wochen soll das Poco F1 auch nach Europa kommen. Der Preis wird mit 350 Euro etwas höher liegen, befindet sich aber immer noch im konkurrenzfähigen Rahmen. Für diesen Preis erhält man in der Regel nur Mittelklasse-Geräte oder ältere Flaggschiff-Telefone. Die offiziellen Europa-Preise werden in der nächsten Woche bekanntgegeben.

Für die Großen der Branche - Samsung, Apple, Huawei - dürfte das Telefon keine allzu große Gefahr sein. Warm anziehen müssen sich dagegen Wettbewerber wie OnePlus. Sie eroberten die Smartphone-Welt in den ergangenen Jahren mit Spitzengeräten zu niedrigen Preisen - und könnten nun mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden.

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cf

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