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Strategischer Bomber B-21 Raider Pentagon zeigt neues Bild des geheimen Stealth-Bombers

Die Renderings der B-21 sollen die Öffentlichkeit bei Laune halten
Die Renderings der B-21 sollen die Öffentlichkeit bei Laune halten
© Commons
Der B-21 Raider soll die Bomberflotte der USA ab 2027 erneuern. Das Pentagon veröffentlichte ein weiteres Bild des Geheimprojekts.

Der erste Prototyp des geheimen B-21 Bombers soll fast fertig sein. Mitte 2022 wird ein Jungfernflug erwartet. Um die Zeit zu überbrücken, veröffentlicht das Pentagon von Zeit zu Zeit Computergrafiken, die immer ein paar Eigenschaften des Flugzeugs verraten.

Wie alle Stealth-Bomber folgt auch die B-21 dem Konzept eines Nurflüglers, um so baulich den Radarschatten kleinzuhalten. Auf den ersten Blick erinnert der B-21 sehr an den älteren B-2 Spirit. Doch allmählich wird deutlich wie sehr sich die Baureihen unterscheiden.

Auffällige Zacken

Die neue Illustration zeigt die B-21 beim Start von der Edwards Air Force Base in Südkalifornien. Auffällig war schon vorher, dass die Hinterkante große Zacken aufweist. Sie sollen die Tiefflugeigenschaften des Jets verbessern. Das ist auch ein Zeichen, dass die US-Luftwaffe sich nicht allein auf das Stealth-Konzept verlässt.

Flugzeugform und eine spezielle Beschichtung reduzieren den Radarschatten so eines Jets deutlich – solange ein herkömmliches Radarsystem benutzt wird. Sowohl China wie auch Russland behaupten jedoch, dass sie alternative Möglichkeiten zur Ortung gefunden hätten. Neben den Zacken fällt die längere Nase mit dem neuen Sichtfenster-Design auf, der Bomber wirkt nun wie ein riesiger Raubvogel. Die B-21 soll über weit bessere Tarneigenschaften verfügen als die Vorgänger. Details des Fahrwerks legen nahe, dass die B-21 kleiner und leichter als die B-2A sein wird. Die Leistungsdaten wie Reichweite und Nutzlast des neuen Jets müssen aber darum nicht schlechter sein. Die Renderings des Jets deuten darauf hin, dass das Volumen im Inneren des Jets vergrößert wurde.

China baut eigenen Stealth-Bomber

Die B-21 wird weitreichende konventionelle Abstandswaffen und Bomben für direkte Angriffe tragen können. Dazu kommt die Rolle im nuklearen Arsenal. Die B-21 soll atomar bestückte Langstrecken-Marschflugkörper und nukleare Bomben tragen können. Der Einsatz von Stealth-Bombern ist relativ teuer. Aber sie bieten die Möglichkeit, die Einsatzreichweite von Cruise Missile praktisch weltweit zu vergrößern. Sollten die USA auch Hyperschallwaffen von ihren Flugzeiugen transportieren, sind mit der Kombination Hyperschallrakete und Stealth-Träger Überraschungsangriffe ohne Vorwarnzeit denkbar.

Lange Zeit waren die USA das einzige Land, das über strategische Stealth-Bomber verfügte. Inzwischen arbeitet auch Russland an einem Modell. China hat den H-20 bereits im Dienst. Er soll – ohne in der Luft aufzutanken – vom chinesischen Festland aus Hawaii erreichen können.

Husarenstück des Zweiten Weltkriegs

Die B-21 Raider soll bis 2027 in Dienst gestellt werden und soll neben der B-52 Stratofortress, der B-1 Lancer und den B-2 Spirit eingesetzt werden. Die Air Force will mindesten 100 Stück abnehmen, die Wunschliste spricht aber auch von 200 Exemplaren. Langfristig soll die B-21 sowohl die B-1b Lance wie auch die B-2A Spirit ersetzen. 1988 wurde die B-2A Spirit vorgestellt. Die B-21 ist also der erste Bomberneubau der USA nach 40 Jahren. Der Beiname "Raider" spielt auf den sogenannten "Doolittle Raid" an. Vor allem um die Moral nach Pearl Harbour zu stärken, schafften die USA 1942 16 B-25 Mitchell Bomber auf einen Flugzeugträger. Am 18. April 1942 griffen sie Tokio an und so erreichte der Krieg erstmals japanischen Boden.

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