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Aufrüstung Xian H-20 gegen B21 Raider – China und die USA liefern sich ein Wettrennen der Super-Bomber

Es wird spekuliert, dass der H-20 noch in diesem Jahr zum ersten Mal starten könnte
Es wird spekuliert, dass der H-20 noch in diesem Jahr zum ersten Mal starten könnte
© Sceenshot Youtube / PR
China und USA entwickeln jeweils einen strategischen Super-Bomber. Ende des Jahrzehnts sollen sie einsatzbereit sein. Bei diesem Prestige-Duell kann sich keine Seite einen Fehler leisten.

Seit den frühen 2000er-Jahren arbeitet China an einem strategischen Bomber. Ursprünglich wurde ein Überschallbomber favorisiert, der schnell und wendig seinen Auftrag erledigt. Wegen der Fortschritte in der Luftabwehr wurde später auf das Projekt eines langsameren Stealth-Bombers umgestellt. 2016 wurde der H-20-Bomber erstmals erwähnt, nur vier Jahre später dann auf einer Messe gezeigt. Der Bomber ist als "Nurflügler" ausgelegt, um den Radarschatten klein zu halten – ähnlich wie der kommende Bomber der USA, der B-21 Raider (B-21 Raider - Pentagon zeigt neues Bild des geheimen Stealth-Bombers).

Unerkannt in den Luftraum eindringen

Beides sind Flugzeuge, die vom Radar nur schwer zu erkennen sind und die unerkannt tief in den Flugabwehrschirm eines Gegners eindringen können. Die Einsatzreichweite des Xian H-20 soll – ohne Auftanken in der Luft – bei über 8000 Kilometern liegen. Hinzu käme die Reichweite der eingesetzten Raketen und Cruise-Missiles. Damit könnte die H-20 Ziele weit jenseits der US-Basen in Japan, Guam und den Philippinen vom chinesischen Festland aus angreifen. Der Xian H-20 könnte sogar Australien oder auch Hawaii erreichen.

Es wird angenommen, dass der H-20 ähnlich den US-Jets vom Typ F-35 als komplett vernetzte Aufklärungs- und Kommando- und Kontrollplattform arbeiten soll. Dann könnten die Tarnbomber nicht nur ihre eigenen Waffen an Bord einsetzen, sondern sie könnten Pekings gesamtes Arsenal an Luft-, Boden- und See-Langstreckenraketen dirigieren und weit entfernten Raketen Ziele zuweisen.

Diese Vernetzung befördert einen gefährlichen Trend im Wettrüsten der großen Militärmächte. Wenn Raketen von entfernten Kommandostationen eingesetzt werden, müssen sie nicht länger auf modernen und teuren Kriegsschiffen transportiert werden, sie können dann in Startboxen in Containergrößen praktisch überall auch auf einem Fischerboot stationiert werden.

Einsatzbereit Ende des Jahrzehnts 

Auch wenn der H-20 bereits gezeigt wurde, heißt das nicht, dass er einsatzfähig wäre. Eine volle Funktionalität wird gegen Ende des Jahrzehnts erwartet. H-20 und der neue strategische US-Bomber vom Typ B-21 Raider sollen in etwa zur gleichen Zeit fertig werden. Als Einzelsystem ist der X-20 das anspruchsvollste Projekt des chinesischen Militärs. Der Wettlauf zwischen H-20 und B-21 wird auch zu einer PR-Schlacht im "Wettlauf der Systeme", bei der sich keine Seite große Verzögerungen leisten kann.

Erreicht China das Level des B-21?

Mit der H-20 hätte China seine "nukleare Triade" von bodengestützten Interkontinentalraketen, U-Bootraketen und luftgestützten Atom-Waffen auf modernen Stand gebracht. Der gegenwärtige strategische Bomber H-6K ist wie sein Pendant aus den USA, die B-52, ein Relikt des Kalten Krieges. Der Stealth-Bomber Xian H-20 wird Peking eine echte nukleare Triade geben – die Fähigkeit, Atomwaffen vom Land, aus der Luft und vom Meer abzufeuern. Vollkommen offen ist dabei, ob es Peking gelingt, aus dem Stand mit dem neuesten US-Bomber gleichzuziehen.

"Abhängig von den Fähigkeiten des Flugzeugs, der eingesetzten Gesamtreichweite und den Stealth-Eigenschaften scheint die H-20 ein echter Wendepunkt für die chinesische Luftwaffe zu sein", erklärte US-Militärexperte Harry J. Kazianis. "Wie die meisten Berichte jedoch betonen, haben wir nicht viele harte Daten, um unsere Schlussfolgerungen zu ziehen. Nichtsdestotrotz hat uns China in den letzten fünfzehn Jahren immer wieder mit neuem militärischem Gerät wie Träger-Killer-Raketen, Flugzeugträgern und Stealth-Jägern überrascht. Ich würde den H-20 davon nicht ausnehmen, da er eher dem neuen B-21 Raider ähneln könnte als dem (älteren – die Redaktion) B-2 Spirit."

Von außen sind bei beiden Bombern nur die groben Designentscheidungen zu erkennen. Die im Einsatz entscheidenden Fähigkeiten der Elektronik oder der Stealth-Beschichtungen können so nicht beurteilt werden. Doch im Jahr 2030 will Peking generell die Phase des "Hinterherlaufens" hinter sich gelassen haben. Ein zweiter Platz hinter den USA wäre für das Prestigeprojekt des Super-Bombers nicht akzeptabel.

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