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Stealth-Bomber B-21 Raider: USA kündigen Bau eines zweiten Prototypen des Superbombers an

Das Nurflügler-Design soll den Radarschatten des Jets verringern.
Das Nurflügler-Design soll den Radarschatten des Jets verringern.
© US Air Force / Commons
Der B-21 Bomber soll die Dominanz der US Air Force in den nächsten Jahrzehnten retten. Northrop Grumman baut nun ein zweites Exemplar – mit dem Erstflug wird Anfang 2022 gerechnet.

Die militärischen Großmächte arbeiten nicht nur an den Kampflugzeugen der 6. Generation, sondern treiben auch die Entwicklung neuer Bomber voran. China, Russland und die USA haben nach wie vor Bomber aus den 1950er-Jahren im Einsatz (Lesen Sie dazu auch: "B-52 kehrt vom Airforce-Friedhof zurück". Die USA sind das einzige Land, das auch über schwere Stealthbomber verfügt.

Eine Neuentwicklung ist der B-21 Raider-Bomber. Erste Renderings wurde 2020 vorgestellt. Eigentlich sollte er 2021 zum ersten Mal abheben, doch derzeit sieht es so aus, als litte das Programm unter Verzögerungen.

Gleichzeitig wird nun ein zweiter B-21 von Northrop Grumman gebaut, während am Ersten weitergearbeitet wird. Model eins soll nun Anfang 2022 in Dienst gestellt werden. Randall Walden, Direktor des Air Force Rapid Capabilities Office, sagte, dass das Flugzeug langsam Form annehme und "wirklich beginnt, wie ein Bomber auszusehen".

Das zweite Modell soll hauptsächlich für strukturelle Tests gebaut werden: "Beim zweiten geht es wirklich mehr um Strukturen und die gesamte strukturelle Fähigkeit. Wir werden reingehen und ihn verbiegen, wir werden ihn bis an seine Grenzen testen, um sicherzustellen, dass das Design und die Herstellung und die Produktionslinie Sinn machen."

Erwartungsgemäß wird der Bau des zweiten Modells schneller voranschreiten, da die Erkenntnisse aus dem Bau des ersten genutzt werden. Wenn er schließlich in Dienst gestellt wird, wird der B-21 Raider die B-1B Lancer und die B-2A Spirit ersetzen und gleichzeitig die Bomberflotte von derzeit 156 auf das Ziel von insgesamt 220 Bombern erhöhen.

Nurflügler Design 

Die Air Force will mindesten 100 Stück des Bombers abnehmen, die Wunschliste spricht aber auch von 200 Exemplaren. Vom Grunddesign her ähnelt die B-21 dem älteren B-2A Bomber. Beide Jets sind Nurflügler, das heißt, es gibt keinen abgegrenzten Rumpf, kein Leitwerk und keine Heckflügel. Diese Form soll heute die Stealth-Eigenschaften verbessern, also den Radarschatten kleinhalten. Ursprünglich wurde die Form im Dritten Reich entwickelt, weil man sich davon bessere Flugeigenschaften versprach. Bis 1945 wurden mehrere Exemplare der Horten H IX gebaut, auch Gotha Go 229 genannt, diese kamen aber nicht mehr in den Einsatz (Lesen Sie: "Die Horten Ho 229 war das geheimnisvollste Flugzeug der Nazis").

Kleiner, doch mit mehr Volumen

Die B-21 soll sowohl den B-1b Lance Bomber wie auch die B-2A Spirit ersetzen. 1988 wurde die B-2A Spirit vorgestellt. Die B-21 ist also der erste Bomberneubau der USA nach 40 Jahren. Der Beiname "Raider" spielt auf den sogenannten "Doolittle Raid" an. 1942, im Zweiten Weltkrieg, starteten B-25 Bomber von einem Flugzeugträger aus, um erstmals Tokio anzugreifen, und so den Krieg auf die japanischen Hauptinseln zu tragen.

Die B-21 soll über weit bessere Tarneigenschaften verfügen als die Vorgänger. Details des Fahrwerks legen nahe, dass die B-21 kleiner und leichter als die B-2A sein wird. Die Leistungsdaten wie Reichweite und Nutzlast des neuen Jets müssen aber darum nicht schlechter sein. Die Renderings des Jets deuten darauf hin, dass das Volumen im Inneren des Jets vergrößert wurde.

Quelle: The Aviationist, Airforce Magazine

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