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Concorde: Der letzte Transatlantikflug

Good Bye, Concorde. Wehmut und Jubel haben die Concorde in New York auf ihrem letzten Transatlantikflug begleitet. Mit dem letzten Überschallflug nach London ging eine Ära der Luftfahrtgeschichte zu Ende.

Good Bye, Concorde. Wehmut und Jubel haben die Concorde in New York auf ihrem letzten Transatlantikflug begleitet. Als wolle er das historische Kapitel hinauszögern, war der weiße Vogel mit der spitzen Nase eine gute halbe Stunde verspätet auf dem Kennedy-Airport angerollt und um 7.38 Uhr Ortszeit in den wolkenlosen Himmel gen Europa aufgestiegen. Mit dem letzten Überschallflug nach London ging eine Ära der Luftfahrtgeschichte zu Ende. Knapp drei Jahrzehnte hatte der Luxusflieger internationale Jetsetter in der Rekordzeit von dreieinhalb Stunden über den großen Teich gebracht.

Spitzenprodukt und Fiasko in einem

"Jeder ist unglaublich stolz auf ihre Erfolge und traurig, dass wir jetzt Abschied nehmen müssen", bekannte der Vorsitzende der British Airways, Lord Marshall, beim Verlassen von New York. Ein Mythos und Spitzenprodukt der Technologie war die Concorde von Beginn an - aber auch ein wirtschaftliches Fiasko. Ihr Schicksal war mit dem Absturz in Paris im Juli 2000, wo 113 Menschen ums Leben kamen, endgültig besiegelt. Knapp drei Jahre später, im April, gaben die britische Fluggesellschaft und Air France das Aus des Mach-2-Jets bekannt.

Nur drei zahlende Gäste

Während sich die 100 Ehrengäste und drei zahlenden Passagiere an Bord mit Champagner und geräuchertem Lachs aus Schottland sowie Kaviar und Hummerklopsen verwöhnen ließen, stießen Anwohner des Kennedy-Flughafens am Boden auf das Ende des "Donnervogels" an. "Auf dass sie nie wiederkommen möge", riefen Hunderte dem entschwindenden Überschallflieger hinterher. Nach Aussage der Betroffenen hatte die Concorde Tag für Tag ihre Worte erstickt, den Alarm in ihren Häusern ausgelöst und die Tische in den Schulen so stark vibrieren lassen, dass "den Kindern der Bleistift aus der Hand fiel".

Ein Passagier wusste von nichts

Als Gäste hatte British Airways Prominente aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Leben, darunter das "Denver-Biest" Joan Collins und den ehemaligen New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, an Bord geladen. Nur drei Passagiere bezahlten für den historischen Flug, darunter ein Amerikaner, der sein Ticket nichts ahnend schon vor Monaten erworben hatte. Die beiden anderen Plätze waren von einem Mann aus Ohio bei einer Wohltätigkeitsauktion im Internet für 60.300 Dollar (etwa 51.000 Euro) ersteigert worden.

Der britische Chefpilot Mike Bannister (54) sprach von einem "Riesenprivileg", bevor er ein letztes Mal das Cockpit betrat. Er sei überaus stolz, die Concorde "in ihre Pension fliegen zu dürfen".