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Dyson Cyclone V10 absolute: Dyson im Test: Macht der V10 Kabelstaubsauger überflüssig?

Den Abschied vom herkömmlichen Staubsaugen mit Kabel verspricht die Firma Dyson mit dem Spitzenmodell V10 absolute. Der Akkusauger soll herkömmliche und schwere Bodenmodelle überflüssig machen. Wir haben ihn getestet.

Dyson V10 im Einsatz

Der Dyson V10 absolute im Einsatz: Auch mit einem hochflorigen Teppich kommt der Akkusauger klar.

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Auf der Ifa in Berlin steht bereits das neue Topmodell: Der Dyson V10 absolutepro. Noch mehr Saugkraft verspricht der englische Staubsaugerrevolutionär damit. Bis zu einer Stunde soll der V10 dank Nickel-Cobalt-Aluminium-Akku durchhalten und will damit nicht mehr nur Zweitsauger im Haushalt sein, sondern alle anderen Modell mit Kabel ersetzen. Das hat allerdings auch seinen Preis. Das neue Dyson-Topmodel kostet stolze 619 Euro – der Wert eines einwöchigen All-inclusive-Urlaubs auf Mallorca. Herkömmliche Staubsaugermodelle mit Kabel sind zu einem Sechstel des Preises zu haben. Lohnt sich der Kauf des teuren Dyson?

Für meine 90 Quadratmeter große Wohnung habe ich nicht den V10 absolutepro, sondern das kleinere Modell V10 absolute bestellt. Der verfügt zwar nicht über den neusten Topmotor, sollte aber für meine Bedürfnisse ausreichend sein. Vorteil: Das kleinere Modell ist jetzt schon deutlich günstiger zu haben, bei Amazon wird der V10 absolute für knapp 560 Euro angeboten - und damit 60 Euro billiger als das Topmodell. Bis auf die etwas schlechtere Motorleistung sind die beiden Staubsauger identisch, im Alltag dürfte sich das allerdings kaum bemerkbar machen.

Der Dyson V10 absolute verspricht das Ende der Kabelsauger

Bisher habe ich mit einem herkömmlichen Bosch-Bodenstaubsauger mit Beutel und Kabel gesaugt. Der große Nachteil: Da ich eine Wohnung über zwei Etagen habe, war das Saugen mit Kabel meist umständlich. Ohne mindestens einmal umzustöpseln, konnte ich die ganze Wohnung nicht saugen. Außerdem verfing sich das Kabel oft unter Türen oder an der Treppenkante – nervig! Auch der Geruch des Staubsaugers – trotz Hygienefilter und häufigem Beutelwechsel – empfand ich als unangenehm. Probleme, die der Dyson V10 zu lösen verspricht.

Denn wie alle Staubsaugermodelle ist auch der Dyson V10 beutellos. Staub und Krümel werden in einem Behälter gesammelt und direkt per Knopfdruck im Mülleimer entsorgt. Doch ist das überhaupt hygienisch zu machen? Ist ein Beutel, in dem sich alles sammelt und der dann weggeworfen wird, nicht praktischer? Der Wegfall des lästigen Kabels soll es außerdem ermöglichen, die ganze Wohnung in einem Rutsch zu saugen. Doch stimmen die angegeben Akkuwerte? Und können die mitgelieferten Saugwalzen auch mit hochflorigen Teppichen fertig werden? Das soll der Test klären.

Der Dyson V10

Der Dyson V10 und sein umfangreiches Zubehör. Das Kabel fehlt - und das ist gut so.

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Auspacken

Der V10 wird mit umfangreichem Zubehör geliefert. Beim Auspacken der vielen Teile war ich anfangs überfordert: Elektrobürste mit Soft-Walze, Elektrobürste mit Direkt-Antrieb, Mini-Elektrobürste, Kombi-Zubehördüse, Fugendüse, Extra-Softbürste, Wandhalterung mit Ladefunktion, Ladekabel und eine dicke Bedienungsanleitung – uff! Ich will doch nur saugen. Doch die Teile lassen sich intuitiv zusammenstecken und wirken wertig. Einzig wie die Kombi-Zubehördüse mein Leben erleichtern will, weiß ich bis heute nicht. Da der Akku vorgeladen ist, zumindest zu einem gewissen Prozentsatz, kann es auch gleich losgehen.

Saugen

Mit einem Zeigefingerdruck auf das rote Knöpfchen geht es los. Seinen Unterschied zu herkömmlichen Saugern macht der Dyson V10 schon mit seinem Geräusch deutlich. Statt sattes Brummen erklingt ein eher hochtöniges Düsengeräusch – das ist dem Zyklonenmotor geschuldet. Ich empfinde den Ton als angenehm, vor allem wenn beim Stoppen der Turbine kurzzeitig ein "Klong" zu hören ist. Saugen für Technikfreaks.

Auch die Softwalze, die ich für meinen Parkettboden verwende, überzeugt. Krümeln und Staub geht es nicht nur per Saugkraft zu Leibe. Da die Walze rotiert, erfolgt auch eine mechanische Reinigung des Bodens. Die Walze versagt auch an den Ecken und Kanten nicht. Alles wird gut sauber. Zum Härtetest auf dem hochflorigen Teppich muss dann die herkömmliche Walze ran. Obwohl sich der Flor ab und an in der Walze verfängt und diese stoppt, klappt das Saugen gut. Durch normales auf und abgleiten setzt sich die Walze immer wieder frei und bearbeitet den Teppich gründlich. Auf dem Sofa kommen die Vorteile der Mini-Elektrowalze zum Einsatz. Mit dem gleichen Prinzip der mechanischen- und Saugreinigung entfernt sie mühelos Chipsreste und Staub.

Auf Parkett kommt die Softwalze des Dyson V10 zum Einsatz.

Auf Parkett kommt die Softwalze des Dyson V10 zum Einsatz.

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Nach 20 Minuten im Dauereinsatz wird allerdings der größte Nachteil des Handstaubsaugers deutlich: Er liegt mit knapp 2,7 Kilogramm ganz schön schwer in der Hand, das sich anders als bei Bodenstaubsaugern der Motor direkt an der Hand befindet. Nach dem ersten Saugen hatte ich sogar eine kleine Blase am unteren Daumen. Das verhindert man am besten dadurch, indem man das Gerät mit der anderen Hand am Rohr umfasst. Im Dauersaugbetrieb kann es außerdem nerven, dass der rote Saugknopf nicht einrastet und ständig gedrückt gehalten werden muss. Ein weiterer Nachteil ist, dass das Zubehör wegen der geringen Größe des V10 nicht in einem Fach untergebracht ist. Man muss es ständig mitschleppen.

Akkuleistung

Der V10 verfügt über drei Saugstufen. In der Position Max schafft der Absloute jeden Schmutz und übertrifft selbst die Leistung herkömmlicher Bodenstaubsauger mit Kabel. Nachteil: In dieser Position hält der Akku maximal 20 Minuten. Aber auch in der normalen Stufe enttäuscht der V10 nicht. Meine Wohnung, für die ich in der Regel 30 bis 40 Minuten brauche, konnte ich in einem Rutsch durchsaugen, ohne dass der Akku schwächelte. Der Hersteller verspricht sogar eine Akkudauer von 60 Minuten.

Der Staub wird in einen Plastikbehälter gesaugt. Die Reinigung ist problemlos.

Der Staub wird in einen Plastikbehälter gesaugt. Die Reinigung ist problemlos.

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Staubbehälter reinigen

Das Reinigen des Staubbehälters klappt erstaunlich mühelos. Mit einem Knopfdruck wird der Behälter gelöst, mit einem weiteren öffnet er sich. Wer es besonders hygienisch mag, kann den Dyson auch mit zur Abfalltonne nehmen und Staub und Dreck direkt darüber entsorgen. Auch das Ausspülen der Einzelteile – wie es Dyson einmal im Monat empfiehlt – funktioniert problemlos. Und vor allem: nichts mieft!

Fazit

Dyson hält Wort: Der V10 ersetzt ein Gerät mit Kabel vollständig. Meinen alten Bodenstaubsauger kann ich getrost bei Ebay verkaufen. Vermeintliche Schwächen bei hochflorigen Teppichen oder beim Akku leistet sich der Absolute nicht. Fraglich ist allerdings, wie sich die Akkuleistung im Laufe der Jahre entwickelt. Auch die Reinigung des beutellosen Geräts ist hygienischer und problemloser als gedacht. Der V10 sieht außerdem wertig und schön aus und überzeugt mit seinem kraftvollen Düsengeräusch. Kleine Schwächen zeigt der V10 bei der Handlichkeit. Ich jedenfalls will das kabellose Staubsaugen nicht mehr missen. Einzig der Anschaffungspreis ist happig. Wer günstiger Saugen will und eine schwächere Akkuleistung zu akzeptieren bereits ist, bekommt schon für weniger Geld ein gutes Gerät.