Emsland Der Transrapid kehrt zurück


Bei der Teststrecke im Emsland, auf der vor sieben Monaten das schwere Unglück passierte, ist der erste von drei neuen Wagen des Magnetschwebezuges eingetroffen. Doch zunächst darf das für die Münchner Flughafenverbindung gedachte Modell nicht fahren.

Sieben Monate nach dem Transrapid-Unglück, bei dem im Emsland 23 Menschen starben, ist am frühen Donnerstagmorgen ein neuer Magnetzug an der Teststrecke in Lathen eingetroffen. Der Transrapid TR 09 ist für die Münchner Flughafenstrecke bestimmt und soll in Lathen erprobt werden. Dabei wurde zunächst nur das vorderste der drei Segmente zur Teststrecke gebracht. Fahren darf es im Emsland aber zunächst nicht, denn der neue Magnetzug hat wegen des Unfalls noch keine Betriebsgenehmigung erhalten. Diese soll erst nach Ende der staatsanwaltlichen Ermittlungen und dem Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses des niedersächsischen Landtags erteilt werden. Der Betrieb wird nach Angaben des niedersächsischen Verkehrsministers Walter Hirche (FDP) voraussichtlich im Herbst wieder aufgenommen. Bis dahin rechne er mit einer Genehmigung, sagte Hirche.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat das entscheidende Gutachten von Bahnfachleuten zum Transrapid-Unglück erhalten. Der ermittelnde Staatsanwalt ließ sich die umfangreichen Untersuchungen von Experten des Eisenbahn-Bundesamtes erläutern. Zum Inhalt wollten die Behörden keine Angaben machen. Es geht es um die Frage, ob Sicherheitsmängel auf der Transrapid-Versuchsanlage für den Unfall mit verantwortlich waren. "Es ist spannend, zu erfahren, wie es wirklich gewesen ist mit den Sicherungssystemen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Justiz ermittelt gegen zwei Mitarbeiter in der Versuchsanlage.

Der Transrapid war am 22. September mit Tempo 170 auf einen stehenden Werkstattwagen gerast. Als Unglücksursache vermutet die Staatsanwaltschaft menschliches Versagen bei den Mitarbeitern des Leitstandes. Sie sollen bei der Startfreigabe für den Transrapid den Werkstattwagen auf der Strecke vergessen haben.

Finanzierungslücke in München

Beim Münchner Transrapidprojekt schreitet indes das Planfeststellungsverfahren voran. Allerdings klafft bei dem 1,85 Milliarden-Euro-Projekt derzeit noch eine Finanzierungslücke, die nach Angaben von Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) bei 350 Millionen Euro liegt. Die Strecke in München wäre die erste Anwendungsstrecke für den Transrapid in Deutschland, nach zahlreichen gescheiterten Projekten. Bislang fährt der Transrapid nur in Schanghai regulär.

DPA DPA

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