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Anti-Panzer-Rakete: FGM-148 Javelin - der gefährlichste Tank-Killer der Welt

Sie ist klein, leicht und extrem gefährlich. Einmal abgefeuert sucht die FGM-148 Javelin ihr Ziel selbst. Schwere Panzer greift sie an der verwundbaren Oberseite an.

Mit der Javelin - "Wurfspeer" - bleibt das Team beweglich.

Mit der Javelin - "Wurfspeer" - bleibt das Team beweglich.

Die Javelin wurde 1995 eingeführt. Die Rakete von Lockheed-Martin ist eine Abwehrrakete ganz neuen Typs. Ältere Modelle wie die russische Kornet AT-14 oder die amerikanische TOW werden von einem schweren Launcher mit einem Dreibein aus gestartet. Zwei Soldaten können das System mit Mühe ins Gefecht tragen. Dort müssen sie die Abschussvorrichtung aufbauen und das Ziel während des Anfluges der Raketen anvisieren. Ihre Reichweite ist allerdings größer als bei der Javelin.

Die Javelin ist wesentlich kleiner und leichter. Und eignet sich auch für eine bewegliche Gefechstführung. Ihr Operateur bleibt trotz des Waffengewichts von über 20 Kilogramm beweglich. Er muss sein Ziel nur während im Moment des Abschusses anvisieren, danach findet die "Fire and Forget"-Waffe selbst ihr Ziel. Der Schütze geht sofort wieder in Deckung.


Darüber hinaus fliegt die Javelin nicht direkt auf ihr Ziel zu. Die Waffe sucht eine steile Flugbahn. Nach dem Start steigt sie 150 Meter in die Höhe und stürzt sich von oben auf den Panzer. Dort ist die Panzerung auch von schwer gepanzerten Main-Battle-Tanks nicht besonders dick. In normalen Panzerstahl durchschlägt der Gefechstkopf 800 Millimeter – in Verbundpanzerung ist die Wirkung naturgemäß geringer.
Ein Treffer der Rakete auf der Oberseite eines Panzers sollte immer durchschlagen. Auf der Oberseite des Tanks fehlen fast immer Elemente einer Reaktiv-Panzerung, die den angreifenden Raketensprengkopf wegsprengen sollen. Überdies sollen selbst die modernsten russischen aktiven Abwehrsysteme wie das Afganit-System des T-14 Armata, Schwierigkeiten haben, einen Gefechtskopf abzuschießen, der sich von oben nähert.

Die Javelin kann auch in direkter Linie abgefeuert werden. Sie ist sogar in der Lage einen schwebenden Hubschrauber anzugreifen. Das genügt, um Infanteristen im Falle eines Hubschrauberangriffs zu schützen.

Dazu hat die FGM-148 weitere Vorteile gegenüber vergleichbaren Systemen. So wird die Rakete nicht vom Hauptantrieb aus dem Start-Tubus abgefeuert. Sie wird mit einem sanften Start ausgeworfen und zündet erst in einiger Entfernung. Dadurch lässt sich die Position des Schützen schwerer ausmachen und vor allem kann die Waffe in Deckungen benutzt werden, ohne dass die eigenen Soldaten vom Feuerstahl der Rakete verletzt werden.

Bei Übungen erreicht das System eine Kill-Rate von 94 Prozent, die in der Praxis jedoch nicht erreicht werden. Meinem Preis von etwa 80.0000 US-Dollar ist die Rakete allerdings teurer als die meisten Ziele, gegen die sie abgefeuert wurde. 


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