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Golf von Mexiko: BP will Ölpest mit kleinerer Kuppel eindämmen

Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko setzt BP nun eine kleine Stahlkuppel ein. Sie soll noch vor Ende dieser Woche über das größte Leck in 1500 Meter Tiefe gestülpt werden. Ein Versuch mit einem größeren Stahl-Container war vergangenes Wochenende gescheitert.

Der Ölkonzern BP will einen weiteren Versuch unternehmen, das lecke Ölbohrloch im Golf von Mexiko mit einer Stahlglocke zu verschließen. Nach dem Scheitern der ursprünglichen Idee wollten die Ingenieure noch in dieser Woche einen neuen kleineren "Deckel" auf dem Bohrloch platzieren, sagte BP-Chef Tony Hayward am Montag in Houston. Die Hoffnung sei, dass sich in der kleineren Konstruktion nicht wie in der zunächst eingesetzten Stahlglocke Eiskristalle bilden, die das Abpumpen verhinderten. Hayward sagte weiter, der Einsatz könne "binnen 72 Stunden" erfolgen.

Am Dienstag vor drei Wochen war die von BP geleaste Plattform "Deepwater Horizon" explodiert, zwei Tage später sank sie. Seitdem sprudeln täglich aus mehreren Lecks mindestens 700 Tonnen Rohöl in den Golf von Mexiko.

Müll-Beschuss soll Leck stopfen

Vergangene Woche war eine mehr als 100 Tonnen schwere Stahlkuppel über das Hauptleck gesenkt worden, um den Ölaustritt einzudämmen. Wegen der großen Kälte so tief im Meer bildeten sich in dem Behälter aber Kristalle aus Öl und Wasser, die die Öffnung an der Spitze verstopften. Dadurch wurde ein Absaugen des Öls verhindert.

BP hofft, dass das Problem in der viel kleineren, nur rund zwei Tonnen schweren Kuppel-Variante nicht auftaucht - schon deshalb nicht, weil der Behälter deutlich weniger Wasser-Öl-Gemisch fasst. Außerdem sollen zusätzlich heißes Wasser und Methanol zur Verhinderung der Kristall-Bildung eingeleitet werden.

Der Ölriese arbeitet außerdem an einem Plan zum Verstopfen der Öl-Quelle. Dabei sollen Gummistücke wie zum Beispiel Teile alter Autoreifen oder Golfbälle unter Hochdruck in das tonnenschwere Sicherheitsventil auf der Quelle geschossen werden. Diese Methode wird als "Junk Shot" (Müll-Beschuss) bezeichnet. Sie könnte nach BP-Angaben in 10 bis 14 Tagen zum Einsatz kommen.

DPA/AFP / DPA