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Ifa: Fernseh-Branche mit grünen Daumen

Die Branche der Unterhaltungselektronik hat den Umweltschutz entdeckt: Auf der Ifa ist er eines der wichtigsten Themen für die Hersteller.

Die Unterhaltungselektronik-Branche hat den Umwelt- und Klimaschutz für sich entdeckt. Auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin präsentieren viele Hersteller nicht nur ihre Neuheiten, sondern betonen zugleich ihr Engagement für den Umweltschutz. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sollte die weltweit größte Messe für Verbraucherelektronik eröffnen. Die Öffentlichkeit hat ab Freitag bis zum 5. September Zutritt.

Als Vorreiter in Sachen Klimaschutz präsentiert sich das niederländische Traditionsunternehmen Philips. Es führt für umweltfreundliche Produkte eigens ein Logo ein. Das "Philips Green Logo" finde bei Produkten Anwendung, die sich besonders in Bezug auf ihre Energieeffizienz positiv von vergleichbaren Produkten unterscheiden. Das Logo, ein grünes Kontrollhäkchen, werde in Europa, Nordamerika und Asien eingeführt. Neben ihrer Energieeffizienz verfügen diese Produkte den Angaben zufolge über weitere positive Umwelteigenschaften, beispielsweise werde bei ihnen auf die Verwendung umweltschädlicher Materialien und Stoffe im Produkt selbst und bei der Herstellung verzichtet.

Optische Bildkontrolle für weniger Energieverbrauch

Sony hat den Stromverbrauch eigenen Angaben zufolge in 90 Prozent seiner Produkte reduzieren können. Das Unternehmen habe sich verpflichtet, bis 2010 seine CO2-Emissionen bezogen auf das Jahr 2000 um sieben Prozent zu verringern. Auch Loewe setzt auf Umweltbewusstsein. Eine automatische optische Bildkontrolle sorge in den aktuellen HDTV-Geräten der Premiummarke für eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs, teilte das deutsche Unternehmen mit. Sharp erklärte, zum einen werde die Nutzung von Solarenergie gefördert, zum anderen die Umweltbelastung bei der Produktion reduziert. Der CO2-Ausstoß werde in allen Unternehmensbereichen verringert. Natürlich stehen aber auch die Produktneuheiten im Mittelpunkt. Einen besonderen Fernseher mit Lichteffekten präsentiert Philips. Wenn er eingeschaltet ist, nimmt der Rahmen die Farben vom Bildschirm auf und gibt sie als Lichteffekte wieder. Das Gerät "Aurea" mit einem 42-Zoll-Bildschirm kommt ab September auf den Markt und soll knapp 4.000 Euro kosten. Im ausgeschalteten Zustand ist das Gehäuse des HD-LCD-Fernsehers weiß.

Wie im vergangenen Jahr stehen auch wieder die DVD-Nachfolgeformate Blu-ray und HD-DVD im Mittelpunkt. Sony präsentierte zudem eine neue Walkman-Generation. Mit den neuen Geräten können die Nutzer nicht nur Musik hören, sondern auch Filme herunter laden. Indes erklärte der Vorstand der Loewe AG, Gerhard Schaas, das Aufgehen verschiedener Geräte wie Fernseher und Computer in einem neuen Produkt sei kein Thema mehr. Anders als früher vorausgesagt setzten die Unternehmen nicht auf Konvergenz, sondern eher auf das Gegenteil. Viele ließen die verschiedenen Bereiche weiter nebeneinander existieren und versuchten dann, sie durch Vernetzung zusammenzubringen.

Warnung vor Online-Aktivitäten

Indes warnten die Präsidenten des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Hubert Burda, und des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, vor einer weiteren Expansion der Online-Aktivitäten von ARD und ZDF. Schon die bestehenden Internetangebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks drohten, die Vielfalt privatwirtschaftlich organisierter Medien in Deutschland nachhaltig zu beeinträchtigen. Die von den Sendern angekündigte Erweiterung unterlaufe die Vorgaben der EU-Kommission. Auf der 47. Ifa zeigen 1.212 Aussteller aus 32 Ländern ihre Neuheiten. Die Unterhaltungselektronik-Branche rechnet damit, dass Aufträge von über 2,5 Milliarden Euro gezeichnet werden. Das wäre ein Rekord.

Holger Mehlig/AP / AP