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Langstreckenflug: Ganz unauffällig einmal um die Welt

Der Langstreckenflieger Steve Fossett hat einen weiteren Rekord eingesammelt: Er ist einmal fast um die Erde geflogen, mit Start und Landung am selben Ort. Doch diesmal verzichtete Fossett auf den sonst üblichen Medienhype.

Sechs Wochen nach seinem spektakulären Langflugrekord hat der amerikanische Abenteurer Steve Fossett eine neue Bestmarke aufgestellt. Er flog allein und ohne Zwischenlandung von Salinas im US-Bundesstaat Kansas rund 40.700 Kilometer um die Welt und landete am Freitag nach 74 Stunden und 27 Minuten wieder auf demselben Flugfeld. Der alte Rekord mit Start und Landung am gleichen Ort stammte aus dem Jahr 1986 und war rund 500 Kilometer kürzer. Wie sein Bodenteam in Salinas bestätigte, werden die Flugdaten überprüft. Es dauert mehrere Wochen, bis der Rekord offiziell von der Fédération Aéronautique Internationale (FAI) anerkannt ist.

Geheimniskrämerei

"Steve wollte um diesen Flug wenig Aufhebens machen", sagte der Dekan der Universität Kansas, Dennis Kuhlman, der DPA. Das gelang: während bei seinen früheren Flügen eine große Presseabteilung jeden Schwenker auf der Flugroute kommentierte, ließ Fossett sich dieses Mal von den Studenten der Universität als Bodenkontrolle betreuen. Sie wurden telefonisch von Meteorologen und Flugexperten unterstützt, die Fossetts frühere Rekorde begleitet hatten. Bei seiner Ankunft am Freitagmorgen waren nur gut 200 Schaulustige in Salinas.

Fossett (61) war erst im Februar von Florida aus um den Globus und erneut über den Atlantik bis nach Großbritannien geflogen und hatte damit die längste Strecke als Soloflieger zurückgelegt. Er musste in Bournemouth notlanden, als auf dem letzten Stück ein Generator ausfiel. Er schaffte in knapp 77 Stunden gut 42.000 Kilometer. Vor einem Jahr stellte er einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. Von Salinas aus flog er in 67 Stunden rund 37.000 Kilometer um die Welt. Bei allen drei Flügen war er im eigens dafür gebauten Leichtflugzeug GlobalFlyer unterwegs.

Der jüngste Rekord war nach Angaben Fossetts höchst entspannt. Er habe sogar anders als bei früheren Flügen manchmal bis zu zehn Minuten am Stück schlafen können, sagte er nach der Landung. Fossett flog über Nordafrika, Pakistan, Indien, China und den Pazifik. Nach Angaben von Kuhlman hielt er sich näher am Äquator als bei den anderen Flügen, um die Strecke zu verlängern.

DPA / DPA
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