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Nachrüstbare Navigationssysteme: Aus dem Stau gemacht

Nie wieder hektisch vor der Ausfahrt in der Karte blättern: Nachrüstbare Navigationssysteme weisen den Weg - inzwischen sogar mit Hilfe des Handys.

Von Hannes Rügheimer

Vorstellungsgespräch in München. Bei Nürnberg im Stau stecken. Die Zeit wird knapp. Jetzt bloß nicht für die Umleitung eine falsche Ausfahrt nehmen und zu spät kommen. Ins Schwitzen gerät in einer solchen Situation wohl jeder, der kein Navigationssystem an Bord hat. Denn zum Kartenlesen fehlt die Zeit. Wie schön, wenn eine Stimme dann einfach sagt: "In 100 Metern rechts abbiegen."

In Firmenwagen gehören digitale Lotsen meist zur Standardausstattung. Privatkäufer scheuen jedoch die hohen Aufpreise für integrierte Geräte von oft weit mehr als 2000 Euro. Umso beliebter sind Geräte, die sich ohne großen Aufwand in jedem Auto installieren lassen.

Auch für PDA und Handy

Den Durchbruch brachten Taschencomputer mit dem Pocket-PC-System von Microsoft. Wer solch einen Personal Digital Assistant (PDA), der zudem Termine und Adressen verwaltet oder E-Mails abruft, bereits besitzt, kann das Gerät mit einer Zusatzinvestition von etwa 350 Euro zum elektronischen Routenfinder aufrüsten. Wer noch keinen PDA hat, bekommt schon für knapp 500 Euro ein Komplettpaket aus PDA und Navigationsset. Rund 3,15 Millionen PDAs gingen 2003 über europäische Ladentische, davon rund 700.000 in Navigationspaketen.

Auch für Handys gibt es jetzt Spezial-Software zum Draufladen. Außerdem drängen Anbieter wie TomTom, Magellan und Garmin mit tragbaren Navigationsspezialgeräten auf den Markt, einfach zu bedienen und ohne Kabelsalat. Die Wahl des passenden Systems wird so immer schwieriger.

Routenführer auf PDA bieten zwar viele Funktionen, sind aber manchmal etwas knifflig zu bedienen. Wer all die übrigen Funktionen des Taschencomputers aber sowieso nicht benötigt, sollte eher eines der Spezialgeräte wählen - die allerdings teurer sind.

Kontakt ins All

Damit der PDA bzw. die Routen-Software erkennt, wo sich das Gerät - und somit das Auto - überhaupt befindet, müssen sie die Signale der 24 im Orbit kreisenden Satelliten des Global Positioning System (GPS) empfangen. Die Nutzung von GPS ist kostenlos, funktioniert überall auf der Welt und liefert den Standort auf wenige Meter genau. Zu den Navigationssets gehört deshalb immer ein GPS-Empfänger. Er wird per Kabel oder über die Funktechnik Bluetooth mit dem PDA verbunden. Der Empfänger, der zudem Anschluss an den Zigarettenanzünder braucht oder mit einem Akku bestückt ist, liegt am besten direkt vor der Windschutzscheibe. Dort hat er guten Empfang für die von oben kommenden Satellitensignale. Auch der PDA sollte mit dem Bordnetz verbunden sein, damit der Akkustrom nicht zu schnell zur Neige geht.

Der Lautsprecher des PDA muss laut genug sein, sonst sind die gesprochenen Abbiege-Anweisungen bei lauterem Fahrgeräusch kaum zu verstehen. Ohne Aufpreis sollte eine Halterung mitgeliefert werden, mit der sich das Gerät gut erreichbar im Cockpit anklemmen oder an der Windschutzscheibe festsaugen lässt.

Seit kurzem gibt es Navi-Software nicht nur für PocketPCs mit Windows-Mobile-System, sondern auch für die Palm-Organizer. Dort muss es allerdings ein leistungsfähigeres Modell sein - Einsteigergeräte können für die aufwendige Routenführung nicht schnell genug rechnen.

Handys lassen meistens auswärts rechnen

Oft tut es aber auch schon das Handy - wiederum im Zusammenspiel mit einem GPS-Empfänger. Für Smartphones, also Geräte mit großem Display wie Nokia 6600 oder Siemens SX1, gibt es recht gute Navigationslösungen. Bis vor kurzem galt allerdings: Handy-Navigation war immer nur nach dem Offboard-Verfahren zu haben. Auf Deutsch: Das Mobiltelefon schickt seinen Standort an einen Zentralcomputer, der dann die Route berechnet und Fahranweisungen per Datenfunk zurückschickt. Dabei kostet jede berechnete Route zwischen 90 Cent und zwei Euro. Nach diesem Prinzip arbeiten die meisten Handy-Lösungen - etwa Navigate von T-Mobile, der EuroNavigator von Way-finder oder der Falk ActivePilot. Für Vielnutzer können solche Lösungen aber zur Kostenfalle werden, weil für jede Naviga-tionsfahrt separate Kosten entstehen.

Die holländische Firma Route 66 bietet für 300 Euro die bislang erste Onboard-Navigationslösung für Mobiltelefone. Die digitalen Straßenkarten sind auf einer kleinen Chipkarte gespeichert, und die unterstützten Handy-Modelle (siehe Tabelle auf Seite 124) schaffen die Routenberechnung samt Kartendarstellung aus eigener Kraft. Weitere Onboard-Handy-Systeme sollen in Kürze erscheinen.

"Dynamische Navigation" blickt voraus

Die teureren Exemplare unter den Handy- und PDA-Systemen unterstützen den Fahrer durch "dynamische Navigation": Wenn sie per Mobilfunk oder über den mit dem Radiosignal ausgestrahlten Digitalverkehrsfunk TMC (Traffic Message Channel) von einem Stau erfahren, berechnen sie eine Umleitung und leiten den Fahrer entsprechend.

Zum Mitnehmen

Wer sich weder mit Handy noch mit PDA als Navigationsgerät anfreunden kann, für den bleiben noch die unabhängigen so genannten Standalone-Geräte. Der knuffige TomTom Go ist mit 800 Euro nicht viel teurer als das typische Kombi-Paket. In der Praxis funktioniert das Navi-Kästchen ziemlich gut. Nur das spiegelnde Display stört. Dabei ist TomTom nicht der einzige Anbieter von Standalone-Routenführern. Konkurrenz bekommt er von Firmen wie Garmin und Magellan, die auch Segler und Wanderer mit GPS-Geräten versorgten. Geräte dieser Hersteller lassen sich auch außerhalb des Autos nutzen - etwa zu Fuß oder auf dem Fahrrad.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.