VG-Wort Pixel

Nächste Wunderwaffe Putins Luftabwehrsystem S-300 zerstört – USA liefern Anti-Radarraketen an die Ukraine

Harm der US-Luftwaffe
Harm der US-Luftwaffe
© Wikipedia / Commons
Nach den HIMARS-Mehrfachraketenwerfern haben die USA nun eine weitere Waffe geschickt, die das Potenzial hat, die russische Kriegsmaschine zu lähmen. Das Pentagon bestätigte, "eine Handvoll" HARM-Raketen geliefert zu haben.

Die Erklärung des Pentagon folgte der Veröffentlichung von Bildern, die die Überreste einer AGM-88 HARM zeigen, nachdem sie auf russische Stellungen abgefeuert worden war. Vorher war nicht bekannt, dass diese geliefert wurde. Russische soziale Medien und staatlich kontrollierte Nachrichtenplattformen berichteten schon am Sonntag, dass in der Region Mykolajiw-Saporischschja Fragmente einer HARM-Rakete aus den Trümmern eines S-300-Flugabwehrsystems geborgen wurden.

Überwindet Luftverteidigung

Die AGM-88 HARM wurde entwickelt, um die gegnerische Luftabwehr auszuschalten. Sie wird von einem Flugzeug gestartet und findet selbstständig das gegnerische Radar, so kann sie Systeme wie die S-300 und S-400 ausschalten. In der Ukraine wäre auch der Einsatz gegen Anti-Artillerie-Radaranlagen denkbar, mit denen die Russen die Stellung der ukrainischen Haubitzen und Raketenwerfern sehr schnell lokalisieren können.

Systeme wie die S-300 werden etwa 50 bis 70 Kilometer hinter der Front aufgebaut. Dort sind sie für Kiew fast unerreichbar. Selbst die HIMARS -Werfer können sie kaum erreichen, wenn sie nicht direkt bis an die Frontlinie fahren wollen. Da deren Waffen nach GPS-Daten angreifen, sind sie gegen mobile Systeme in diesem Krieg ohnehin nur sehr eingeschränkt nutzbar. Die von Raytheon und Northrop Grumman hergestellte AGM-88 hat dagegen eine Reichweite von 185 km. Als "intelligente" Waffe kann sie eigenständig Flugabwehrradare identifizieren. Selbst wenn das Radargerät abgeschaltet wird, greift die AGM-88 den letzten bekannten Standpunkt an.

USA steigern die Dosis 

An dem Einsatz sind mehrere Dinge interessant. Zum einen zeigt die HARM, dass USA bereit sind, das Arsenal Kiews von smarten Fernwaffen sukzessive zu vergrößern. Damit soll die russische Armee gezielt an ihren Schwachpunkten angegriffen werden. Neben Munitionslagern sind das alle Instrumente der modernen Kriegsführung wie Radaranlagen und Kommunikationszentren. Moderne Systeme sind auf der russischen Seite knapp, und der Westen hofft, dass sie durch die Sanktionen nicht ersetzt werden können.

Welcher Jet startete die Rakete?

Dazu tauchte die Frage auf, welches Flugzeug die HARM abgeschossen haben könnte. Die ukrainischen Maschinen sowjetischer Bauart sind nicht mit den NATO-Systemen kompatibel. Der Einsatz zeigt, dass es entweder gelungen ist, diese Sowjetflugzeuge entsprechend zu modifizieren. Oder aber - so lauten zumindest Spekulationen -, dass Kiew inzwischen über NATO-Flugzeuge verfügt. Grundsätzlich zeigt das ein Dilemma der ukrainischen Luftwaffe. Das Land erhält aus dem Westen derzeit ältere Sowjetmaschinen, doch wird es kaum möglich sein, für diese Jets passende smarte Bewaffnung aufzutreiben. Es wurden auch MIG-29 auf NATO-Standard umgerüstet, aber nicht für den Einsatz der HARM. Und es ist bei Weitem nicht damit getan, eine passende Aufhängung unter die Tragflächen zu schrauben. Nur drei Flugzeugtypen können die AGM-88 in Europa einsetzen: Tornado ECR , F-16CM Block 50 und F/A-18-EA-18G.


Mehr zum Thema



Newsticker