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Geleaktes Video Fehlstart eines Marschflugkörpers versenkte beinahe Putins Zerstörer

Die Rakete fliegt in Spiralen bevor sie ins Meer stürzt.
Die Rakete fliegt in Spiralen bevor sie ins Meer stürzt.
Der Start eines Zirkon-Marschflugkörpers von der "Marschall Shaposhnikov" ging gründlich schief. Kaum gestartet, beginnt die Rakete wie ein Knallfrosch zu kreisen. Knapp neben dem Schiff schlägt die Zirkon ins Wasser und explodiert.

Auch in Putins Militär ist nicht alles Gold, was glänzt. Ein geleaktes Video zeigt, wie der Fehlstart eines Marschflugkörpers beinahe zu einem "Treffer" auf dem eigenen Schiff geführt hätte. Die "Marschall Shaposhnikov", ein Zerstörer der russischen Udaloy-Klasse, wurde erst unlängst modernisiert. Dabei wurden auch die Startboxen für die Kalibr-Marschflugkörper montiert. Die Rakete steigt senkrecht aus dem Starter in den Himmel. So weit normal. Doch in der Höhe, in der der Flugkörper normalerweise in eine waagerechte Bahn umschwenkt und zu seinem Ziel eilt, ereignet sich der Fehler. Wie ein Knallfrosch beginnt die Missile Spiralen zu drehen. Kurz darauf stürzt sie neben dem Zerstörer ins Meer, brennt aus und es kommt unter Wasser zu Explosionen.

Auf Telegram geleaked

Auf dem Schiff ist kein Schaden zu erkennen. Von Machart und Qualität entspricht der Clip den offiziellen Videos. Im russischen TV wurden Videoaufnahmen veröffentlicht, die einen erfolgreichen Start von Kalibr von dem Kriegsschiff aus zeigen. Auch der Fehlstart erfolgte auf dem offenen Meer, niemand außer der russischen Marine hätte dort nahe den übenden Schiffen mit einer Drohne drehen können. Offiziell wurde das Video aber nicht veröffentlicht, es gelangte zunächst in das russische Social Media Netzwerk Telegram und von dort nach Youtube. Das genaue Datum des Vorfalls ist unbekannt, doch sollen die Starts der Marschflugkörper Anfang des Monats stattgefunden haben.

Modernisiertes Mehrzweckkampfschiff

Die "Marschall Shaposhnikov" wurde 1984 als U-Bootjäger gebaut. In der russischen Terminologie firmiert das Schiff mit 6200 Bruttoregistertonnen als Fregatte. Erst vor kurzem wurde die "Marschall Shaposhnikov" umfassend modernisiert. Außer der Hülle wurden fast alle Bestandteile dabei erneuert. Antrieb, Sonar, Radar wurden ersetzt. Dazu kommen die Universal-Startboxen vom Typ 3S14 aus denen die Marschflugkörper gestartet wurden, neue Geschütze und Antischiffsraketen vom Typ Uran. Es ist anzunehmen, dass Schiffe wie die "Marschall Shaposhnikov" auch mit dem Hyperschall-Marschflugkörper Zirkon bewaffnet werden. Nach der Erneuerung ist der alte Zerstörer ein schwerbewaffneter Mehrzweck-Fighter geworden. Es ist mit 16 Kalibr-Marschflugkörpern, 8 Uran Anti-Schiffsraketen, 64 Kinzhal-Luftabwehrraketen, Torpedo-Rohren und Werfern für Anti-U-Boot-Raketen bestückt. Dazu kommen zwei Hubschrauber, eine Kanone im Kaliber von 100 Millimetern und 4 30-Millimeter-Gatling-Kanonen.

Beim Start von Raketen kommt es immer wieder mal zu Zwischenfällen. Im Sommer 2018 löste ein Fehlstart einer SM-2 Abwehrrakete einen lokalen Brand auf der deutschen Fregatte "Sachsen" aus.

Nachtrag: Inzwischen ist eine andere Experten-Meinung aufgetaucht. Demnach habe es sich nicht um einen Fehlstart gehandelt, sondern um eine Übung anderen Typs. Es möglich, dass der Notausstoß einer Rakete geprobt worden sei. Ein Notausstoß aus dem Starter kann zum Beispiel bei einem Brand notwendig sein, um auf diese Wiese zu verhindern, dass die Raketen an Bord in Brand geraten.


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