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Smart Home Saugroboter Roomba j7 spürt Hundehäufchen mit HD-Kamera auf

Eine gute Nachricht für Singles mit Haustieren: Hundehaufen und Katzenkot werden zuverlässig erkannt.
Eine gute Nachricht für Singles mit Haustieren: Hundehaufen und Katzenkot werden zuverlässig erkannt.
© Roomba / PR
Der neue Roomba j7 besitzt eine Kamera zur Objekterkennung, so soll er Hundehäufchen und Ladekabeln aus dem Weg gehen. Dazu spendiert der Marktführer bei Saugrobotern allen Wlan-fähigen Geräten ein Update, mit dem sie sich smarter an das Leben ihrer Humans anpassen können.

Die Saugroboter von Roomba gelten zu Recht als die technologische Spitze in dem Bereich. Doch die Verfolger sind dem Marktführer auf der Spur, denn es ist kein Geheimnis, dass inzwischen auch deutlich günstigere Sauger aus China eine gute Reinigungsleistung hinbekommen. Vor einigen Jahren führte Roomba die Absaugstation ein. Das ist ein stationärer Kabelsauger, der den kleinen Schmutzbehälter des mobilen Robotersaugers entleert und den Schmutz in einem Beutel sammelt. Sodass man nur alle vier bis sechs Wochen einmal den Beutel wechseln muss.

2021 startet Roomba mit dem j7 eine neue Technik. Der j7 ist mit einer hochauflösenden Kamera ausgestattet. Mit der sogenannten PrecisionVision-Navigations-Technologie wird nicht nur navigiert, diese Kamera soll mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) Objekte erkennen und identifizieren. Das dürfte mitunter Tierbesitzer freuen. Denn offenbar kommt es nicht nur in Youtube-Videos immer mal wieder zu einem Battle zwischen Roboter und Hundekot, sondern auch in der Wirklichkeit. Roomba Chef Colin Angle sagte dem stern, dass der j7 zum Start zuverlässig Ladekabel, Schnürsenkel und Hundehäufchen erkennen und ihnen dann aus dem Weg gehen könne. Angel ist zuversichtlich, dass die KI in weiteren Updates noch mehr Objekte sicher identifizieren wird.

Datenschutz wird wichtiger

Wer eine Wohnung mit Kindern und Haustieren bewohnt oder dazu neigt, gern mal etwas liegen zu lassen, weiß, dass Kabel, Legosteine oder Haargummis auch den gründlichsten Roboter lahmlegen. Sie wickeln sich um Walzen und Räder – dann ist jedes Mal ein manuelles Eingreifen nötig, um den Robbi wieder flott zu machen. Derzeit kann man starre Sperrzonen im Wohnungsplan markieren, die der Roboter auslässt, aber mithilfe der Objekterkennung kann der Roboter viel flexibler arbeiten. In diesem Zusammenhang ist das Versprechen absoluten Datenschutzes von Roomba wichtig. Eine Navigation, ob mit Kamera oder Lidar-Radar, erfasst nur den Grundriss der Wohnung und die Anordnung des Mobiliars. Einer HD-Kamera mit Objekterkennung entgeht dagegen nichts.

Der Roboter lernt auch mithilfe seines Humans. Stößt das Gerät auf unbekannte Objekte, sendet er ein Foto an den Besitzer und der kann entscheiden, ob hier gesaugt werden soll oder ob das Gebiet gemieden werden soll.

Im Aufbau ähnelt der neue j7 dem älteren ebenfalls runden i7. Allerdings kommt er in einem neuen, wohnlichen Look daher. Auch die Absaugstation wurde verändert, der hintere "Turm" ist breiter, aber weniger hoch. So lässt sich das Gerät leichter unter ein Tischchen stellen.

Roboter passt sich den Gewohnheiten der Humans an

Parallel zum j7-Sauger wird ein Software-Update (Genius 3.0 Home Intelligence-System) ausgerollt, es installiert sich bei allen Wlan-fähigen Robotern der Firma und kostet keinen Aufpreis. In ihm werden verschiedene Features kombiniert. In den Zeiten des Homeoffice sind viele User nicht mehr mit starren Reinigungszeiten zufrieden. Nun kann man die GPS-Daten des Smartphones nutzen, sodass der Roboter dann arbeitet, wenn man selbst das Haus verlassen hat. Auch bei solchen Features ist die Datensicherheit der Roomba-Geräte wichtig. Gleichzeitig wird das Arbeitsgeräusch reduziert, wenn der Roboter sich nur von Raum zu Raum bewegt, dazu gibt er an, wie lange er für einen Raum benötigt.

Roomba j7 geht mit dem Preis 749 Euro in den Markt, mit der empfehlenswerten Absaugstation werden es 999 Euro. In der Vergangenheit gab es bei iRobot Sonderaktionen. Man kann also vermuten, dass man auch diesen Roboter billiger bekommen wird.

Schritte zum echten Smart Home

Technisch ist die PrecisionVision-Navigations-Technologie von Roomba jenseits des Saugers ein wichtiger Schritt. Damit ein Smarthome wirklich smart sein kann und Roboter den Menschen entlasten, müssen die Maschinen zunächst den Haushalt verstehen lernen. Sie müssen einen Sessel von einem Kübel unterscheiden können, einen Brocken Popcorn von einem Legostein. Und das wird nur mit einem optischen Erkennungssystemen möglich sein, sagt Colin Angle. Weil auch der Mensch sich primär mit den Augen orientiert. Um sich in einem Grundriss zurechtzufinden, mag auch ein Lidar-System ausreichen. Auf Dauer werden diese Systeme aber wieder vom Markt verschwinden, so der iRobot-Chef. Denn komplexere Aufgaben werden sie nicht leisten können.


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