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Bundeswehreinsatz gegen IS Was die Bundesregierung beim Tornado-Einsatz verschweigt


Vergangene Woche startete die Luftwaffe den Einsatz in der Türkei. Ihre Mission: Luftaufklärung über dem IS-Gebiet. Nun musste die Bundeswehr eingestehen, dass die ersten beiden Jets dazu gar nicht in der Lage sind.

Die Bundeswehr tritt gegen den Feind IS an. Mit einer Fregatte, die einen französischen Träger schützen soll. Das selbsternannte Kalifat besitzt bislang zwar keine Marine, die den Träger bedrohen könnte, aber man weiß ja nie. Zusätzlich sollen sechs Tornados von der Türkei aus zu Aufklärungsflügen über dem IS-Territorium starten. Sie werden von der Koalition dringend benötigt, denn der Allianz fehlt es - durch den Mangel an Kräften am Boden - an Zielaufklärung.

Kaum hatte der Bundestag seine Einwilligung gegeben, starteten zwei Tornados des Luftgeschwaders Immelmann aus dem schleswig-holsteinischen Jagel in die Türkei. Glücklicherweise gelang der Flug auf Anhieb, so blieb der Luftwaffe eine Schmach wie im letzten Jahr erspart, als die altersschwachen Transall Maschinen mehrmals wegen Schäden hängenblieben.

Soweit so gut - wenn es nur keine Ex-Soldaten gäbe, die die Bilder des Einsatzes aufmerksam studierten. Schnell kam heraus, dass die Bundesregierung mal wieder ein wenig geflunkert hatte. Auf der offiziellen Seite Bundesregierung.de hieß es am 11.12 vollmundig: "Zwei Tornado-Aufklärungsflugzeuge und ein Airbus zur Flugbetankung haben am Donnerstag mit 40 Soldaten die türkische Luftwaffenbasis Incirlik erreicht. Der Airbus soll bereits nächste Woche erste Einsätze fliegen. Die Tornados sollen ab Januar Aufklärungsbilder liefern."

 

Luftwaffenkenner sahen aber schnell, dass die beiden entsandten Tornados alles Mögliche können, aber eben nicht die geforderte Luftaufklärung liefern. Auf dem anerkannten Blog "Augen geradeaus!" hatten Leser das sofort bemerkt. Die beiden Jets können den benötigten Aufklärungsbehälter (Recce Lite Pod) gar nicht tragen. Dazu müssten die Maschinen auf den technisch neuesten Stand gebracht werden. Das ist bei einigen Tornados des Geschwaders der Fall, nur die beiden in die Türkei entsandten Jets können das nicht.

Dass die Jets keine Bodenaufklärung liefern können, bestätigte ein Sprecher der Bundeswehr auf Anfrage des Blogs. Nach Ansicht der Bundeswehr sei das aber kein Problem, da man derzeit nur den Betrieb auf der Basis einübe und die richtigen Tornados im Januar eintreffen werden.

Immerhin hat die Mission einen kämpferischen Namen bekommen: "Operation Counter DAESH" heißt der Einsatz jetzt. In einigen Ländern wird in letzter Zeit der Begriff IS durch die aus dem Arabischen stammende Abkürzung DAESH ersetzt, der einige Politiker eine demoralisierende Wirkung zuschreiben.

Das eingebettete Video der Bundeswehr zeigt Aufklärungstornados im Einsatz in Afghanistan.


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