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GPS-Smartwatch Amazfit T-Rex 2: Überzeugt die wuchtige Outdoor-Smartwatch in Sport und Alltag?

Amazfit T-Rex 2 im Test: Die T-Rex 2 liegt auf einer Baumwurzel
Mit der T-Rex 2 will Amazfit in diesem Sommer auf dem deutschen GPS-Smartwatch-Markt mitmischen. 
© Jan Sägert / stern.de
Als robuste Outdoor-GPS-Smartwatch schickt die in Deutschland noch wenig bekannte Fitnessmarke Amazfit seine neue T-Rex 2 ins Rennen um Marktanteile. Wie alltags- und outdoortauglich ist das Wearable? Wir haben uns die T-Rex 2 genau angeschaut.

Ich will hier nicht um den heißen Brei herumreden: Kein normalsterblicher Mensch braucht 150 Sportmodi, eine 24-stündige Überwachung der Sauerstoffsättigung im Blut oder eine unendliche Auswahl Zifferblätter. Meine Meinung. Das und noch viel mehr hat und kann die T-Rex 2, das neue Outdoor-Flaggschiff aus dem Hause Amazfit. Und sie reiht sich damit ein in eine längere Liste multitalentierter Wearables, die aktive und weniger aktive Menschen durch den Alltag und in ihrer Freizeit begleiten und unterstützen sollen. Ist die T-Rex 2 einfach nur eine weitere GPS-Smartwatch auf diesem boomenden Markt? Oder kann sie etwas, das ihre Mitbewerber, zum Beispiel aus Skandinavien oder den USA, nicht können? Der stern hat die T-Rex 2 über einen längeren Zeitraum getestet – bei Tag und Nacht, am Strand und auf der Straße, beim Laufen, Radfahren und unter der Dusche. 

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Rundum robust: Elegant ist anders

Zunächst zum Offensichtlichen: Beim Auspacken wird schnell klar, dass die T-Rex 2 eine Uhr für draußen ist. Das 1,39 Zoll große und hochwertige AMOLED-Touch-Display wurde in eine massive Fassung gepresst – bei meinem Testmodell kommt die starre Lünette in mattschwarz. Auffällig: Zwischen den beiden perforierten Tasten an der rechten Seite hat Amazfit einen Mini-Lautsprecher versteckt, der von einem leicht abstehenden Bügel geschützt wird. Das macht die insgesamt schon klobige, knapp 14 Millimeter dicke Uhr, noch etwas klobiger. Wenig überraschend: Mit 66 Gramm ist die T-Rex 2 spürbare 25 Gramm schwer als der vor allem für Läufer:innen konzipierte Polar Pacer Pro, den der finnische Sportuhren-Hersteller etwas früher in diesem Jahr vorgestellt hat (hier finden Sie den Testbericht zur Polar Pacer Pro). Die Sensoren zum Messen von Herzfrequenz und Co. sind auf der Unterseite in einem silberfarbenen Ring angeordnet. Dazu kommen zwei sogenannte Pogo Pins, deren Gegenstück am Ladekabel zu finden ist. Das 22 Millimeter breite Silikonarmband passt in Sachen Design ins Bild. Sehr schade: Es kann nur mit Spezialwerkzeug abmontiert und ausgetauscht werden.

Eine nette Spielwiese ist das bemerkenswert detailreiche Display. Auf der Uhr selbst sind etwa ein Dutzend Designs fürs Zifferblatt hinterlegt. Von 1980er-Jahre Retro-Optik über die klassische Zeigerdarstellung bis zu wild blitzenden Animationen ist da für jeden etwas dabei. Die dazu gehörige App hat zusätzlich eine schier unendliche Auswahl weiterer Designs. Auch eigene Bilder aus dem Smartphone-Speicher können eingestellt werden.

Amazfit T-Rex 2 im Test: Blick aufs Ziffernblatt der GPS-Smartwatch
Eines von Dutzenden Ziffernblättern, die für das Display der T-Rex 2 ausgewählt und eingestellt werden können.
© Jan Sägert (stern.de)

Erstes Fazit: Die T-Rex 2 fällt auf – allerdings nicht durch ihre Eleganz. An schmalen Handgelenken sehen die wuchtigen, knapp 50 Millimeter Durchmesser Sportuhr schwer überdimensioniert aus. Wie bequem und alltagstauglich oder vielleicht auch störend das zudem vergleichsweise schwere Wearable ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für das nur umständlich austauschbare Armband gibt es Abzüge in der B-Note. Dafür glänzt das Display mit einer absolut konkurrenzfähigen Auflösung von 454 x 454 Pixel und einer Helligkeit von bemerkenswerten 1000 Nits. Damit liegt die T-Rex 2 auf Augenhöhe mit der Apple Watch Series 7.

Amazfit T-Rex 2: Die technischen Daten

Amazfit T-Rex 2

Gewicht

66 Gramm

(Touch)-Display

1,39" AMOLED (454 x 454 px)

Abmessungen

47,1 x 47,1 x 13,65 mm

Akku

500 mAh

Armband

Silikon (22 Millimeter)

Designs

Astroschwarz/Gold, Aschschwarz, Wildgrün, Wüstenkhaki

Sonstiges

Bluetooth 5.0, Dual-Band GPS, Android ab 6.0, iOS ab 11.0, Zepp OS

UVP

ab 229,90 Euro

Die wichtigsten Features und Funktionen

Der zweiten Generation seiner T-Rex-Reihe spendiert Amazfit das mittlerweile gängige und deutlich präzisere Dualband-GPS. Das ist vor allem für diejenigen wichtig, die diese Uhr als Laufcoach oder Trekking-Begleitung nutzen möchten. Im Vergleich zum Vorgänger haben die Entwickler hier einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht. Seit dem letzten OTA (Over the air) Update verfügt die T-Rex 2 zudem über eine Navigation in Echtzeit (nicht Bestandteil dieses Tests). Zudem kann man sich von der Uhr per Knopfdruck zum Ausgangsort des Trainings zurückführen lassen. Auch das ist bei Mitbewerbern schon länger möglich. Wenngleich hier deutlich tiefer dafür in die Tasche gegriffen werden muss. Doch dazu später mehr. Die Energie für das Kraftwerk am Handgelenk liefert ein Akku mit knackigen 500 Milliamperestunden (mAh) Kapazität (zum Vergleich: In der Samsung Galaxy Watch 4 wurde ein 247 mAh-Akku verbaut). Aktiviert man sämtliche Funktionen wie Always-On-Display, 24-Stunden-Herzfrequenz-Messung, Benachrichtigungen und mehr, macht der Akku nach fünf Tagen schlapp. Wie schon am Anfang besprochen, ist das aber weder zielführend noch wirklich sinnvoll. Wer einige Energiefresser deaktiviert und nicht jede Nacht seinen Schlaf überwachen lässt, kommt bei zwei bis drei Trainings pro Woche locker zehn bis 14 Tage mit dem Akku der T-Rex 2 aus. Schön: Ein vollständig entleerter Akku ist binnen einer Stunde wieder zu 100 Prozent einsatzbereit.

Amazfit T-Rex 2 im Test: Blick auf die Rückseite der Uhr
Die Sensoren für die Messung von Herzfrequenz und Co. sind bei der T-Rex2 ringförmig angeordnet. Rechts und links daneben die beiden Aufnahmen fürs Ladegerät.
© Jan Sägert (stern.de)

Amazfit T-Rex 2: Bedienung und Menüführung

Selbst Amazfit-Neulinge wie ich kommen mit dem fein abgestimmten Touch-Display der T-Rex schnell zurecht. Kurz nach rechts gewischt, zeigt die Uhr eine lange Liste mit den wichtigsten Apps auf dem Bildschirm an. Im Grunde verstecken sich hier auch die interessantesten Features und Funktionen der T-Rex 2. 

Ein Wischen von oben nach unten offenbart das Kontrollzentrum mit allen Systemfunktionen der Uhr. Darunter ein Kalender, eine kleine Taschenlampe, ein Lautlos- oder Theatermodus und der Akku-Status. Über die Einstellungen navigiert die Uhr ihren Träger zudem in weitere Untermenüs. Zum Ausblenden eines Menüs oder Untermenüs wird es dort hin zurückgewischt, wo es herkam. Alternativ klappt das auch über die mit "Back" markierte Taste unten rechts. Die ist, wie die drei weiteren Tasten an der Oberfläche leicht perforiert und kann so auch nach einem Training mit verschwitzten Fingern leicht bedient werden. Gesten auf dem Touch-Display können mit schweißnassen Fingern auch mal einige Sekunden in Anspruch nehmen.

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Insgesamt punktet die die T-Rex 2 mit einem zuverlässig funktionierenden Touch-Display, das weder zu sensibel noch zu hart abgestimmt ist. Die Menüs sind alles in allem logisch strukturiert und intuitiv. Einmal gelernt, reichen wenige Gesten aus, die gewünschte Funktion zu finden. Einer für mich (und mutmaßlich auch andere Läufer:innen) nicht nachvollziehbaren Logik folgen die Einstellungen für ein Intervalltraining. Das bestätigt meinen Gesamteindruck, dass sich die T-Rex 2 eher nicht in der Läufer-Community festbeißen wird.

Test und Fazit

Amazfit verkauft und vermarktet seine T-Rex 2 als Outdoor-GPS-Smartwatch und stellt dabei neben den Trainingsfunktionen vor allem die verschiedenen Tools zum Messen und Überwachen von allerlei Gesundheitsparametern inklusive Schlaf heraus. Damit versucht der Hersteller den Spagat zwischen Trainingsbegleiter für Sportler und smartem Alltagsmanager (für Tag und Nacht) zu schaffen. Im Test haben wir 15 Lauftrainings und einige Arbeitswege mit dem Rad aufgezeichnet. Die Schritte wurden täglich erfasst, die Herzfrequenz permanent gemessen. Dazu durfte die T-Rex 2 einige Nächte mit ins Bett, um die Schlafdaten zu erfassen. Hin und wieder kontrollierte ich die Sauerstoffsättigung (in 9 von 10 Fällen bei 99%) und mein Stresslevel. Letzteres lag auf einer Skala von 0 bis 100 im Durchschnitt bei 54. Mittelmaß also. So richtig schlau werde ich aus diesem Wert dennoch nicht. 

Schrittzähler und GPS

Sehr wohl bewerten lassen sich alle Messdaten, die die T-Rex 2 in den Trainings und dem Alltag aufzeichnete. So spuckte der Schrittzähler nach einem selbst gezählten 1000-Schritte-Spaziergang im Wohngebiet ein Ergebnis von 985 Schritten aus. Eine akzeptable Abweichung von 1,5 Prozent. Auch das GPS der T-Rex hat uns überzeugt. Kaum zehn Sekunden brauchte die Uhr in der Regel, um vom Vorstart- in den Trainingsstart-Modus umzuschalten. Das tut sie erst, wenn sie mit den entsprechenden Satelliten verbunden ist. Die Werte, die die T-Rex auf häufig gelaufenen Strecken ermittelte, stimmten beim Direktvergleich im Wesentlichen mit denen des Polar Pacer Pro überein. Wie beim finnischen Sportuhr-Pionier auch, läuft man laut Kartenauswertung in der Zepp App auch mal einige Meter abseits der Straße, im Bett eines kleinen Bachs oder dem Uferbereich eines Sees. Für Hobby- und Freizeitläufer ist die GPS-Genauigkeit aber vollkommen ausreichend.

Amazfit T-Rex 2 im Test: Screenshot einer Trainingsstrecke
Auch in Italien zeichnete die T-Rex 2 die Laufstrecken per GPS zuverlässig auf.
© Screenshot Zepp App

Etwas nervig ist, dass die T-Rex 2 regelmäßig kurz vor dem Trainingslauf die Assited-GPS (A-GPS)-Daten aktualisiert. Das passiert vor allem, wenn die Uhr mal längere Zeit nicht per Bluetooth mit dem Smartphone (und damit der Zepp-App) verbunden war und dauerte in unserem Test häufig mehrere Minuten. In einigen Fällen schlug das Update auch fehl. A-GPS nutzt Daten zu den Umlaufbahnen der GPS-Satelliten, um die GPS-Ortung der Uhr zu beschleunigen.

Herzfrequenz und Schlafanalyse

Auch bei der Herzfrequenzmessung lieferte die T-Rex 2 nachvollziehbare Werte, die nahezu 1:1 mit dem Polar-Produkt übereinstimmten. Die Uhr neigt wegen ihres Gewichts ein wenig dazu, am Handgelenk zu schlackern. Sie sollte also möglichst straff verschlossen werden, um zuverlässig und ohne Unterbrechungen Daten zu erhalten. Beim Radfahren störte der kleine, leicht abstehende Schutzbügel des Lautsprechers auf der rechten Seite der T-Rex 2. Bei ungünstigem Lenkergriff bohrte der sich unangenehm ins Handgelenk und hinterließ einen roten Abdruck. Mit dem passenden Werkzeug und etwas Fummelei kann der kleine Störenfried aber abgeschraubt werden.

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Da die T-Rex auch als Gesundheitsmanager für den Alltag angepriesen wird, trug ich das Wearable auch einige Nächte am Handgelenk. Bequem ist das auf die Dauer nicht. Das liegt nicht nur am Gewicht, sondern vor allem an der schieren Größe der Uhr. Wer es nicht gewöhnt ist, nachts etwas am Handgelenk zu tragen, wird zunächst irritiert sein. Ansonsten zeichnet die T-Rex 2 anhand der nächtlichen Bewegungen die Schlafphasen und weitere Parameter auf. Am Morgen danach liefert sie eine bunte und zahlenreiche Analyse zu REM, Tief- und Leichtschlaf, Durchschnittspuls und einigen Dingen mehr. Dazu berechnet sie einen Schlafscore, der Parameter wie Schlafdauer und Qualität in einem Wert zusammenfasst. Hier stimmte mein subjektives Empfinden in den meisten Fällen mit dem Score überein, den die T-Rex 2 mir morgens präsentierte. 

Amazfit T-Rex 2: Schlafanalyse auf dem Display
Direkt nach dem Aufstehen spuckt die T-Rex 2 ein detaillierte Schlafanalyse aus. Wie viel Tiefschlaf darf's denn sein?
© Jan Sägert (stern.de)

PAI, der virtuelle Tritt in den Hintern

Etwas spannender finde ich den Personal Activity Index, kurz PAI. Das ist eine Art innerer Schweinehund, der die täglichen Aktivitäten überwacht und nach einem in einer norwegischen Studie ausgeknobelten System Punkte verteilt. So erhält man für einen circa sieben Kilometer langen Trainingslauf mit einem mittleren Puls von etwa 140 Schlägen 50 PAI. Laut HUNT Fitness Study soll ein PAI-Wert von dauerhaft über 100 dazu beitragen, das Sterberisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Das Prinzip: Die Uhr addiert die binnen sieben Tagen erkämpften Aktivitätspunkte zu einem PAI-Wert. Heißt: Am achten Tag gehen die Punkte des ersten Tages verloren und müssen neu erarbeitet werden. Aus meiner Sicht eine smarte Idee, den Träger:innen der Uhr virtuell in den Hintern zu treten.

Amazfit T-Rex 2: Gute Leistung für einen fairen Preis

Wie anfangs erwähnt: Die Amazfit T-Rex 2 ist vollgestopft mit Features und Funktionen. Als Gesamtpaket hat mich das wuchtige Wearable überzeugt. Der Preis (UVP: 229,90 Euro) und der bärenstarke Akku machen die Uhr zu einer empfehlenswerten Option für Outdoorfans, weil die T-Rex 2 auch über Kompass und Barometer verfügt. Wer Trekking- oder Mountainbike-Touren dokumentieren und sein Fitnesslevel im Auge behalten will, macht mit T-Rex 2 nichts verkehrt. Für ambitionierte Läufer:innen oder Radsportler:innen ist die T-Rex 2 aus meiner Sicht aber nur bedingt geeignet. Achja, bezahlen und telefonieren kann man mit der Amazfit-Smartwatch übrigens nicht. 

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