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Akkusauger Dyson V11 Absolute Extra Pro: Was kann ein Staubsauger für 800 Euro?

Die Bodendüse des Dyson V11 Absolute Extra Pro passt die Saugleistung automatisch an den Untergrund an.
Die Bodendüse des Dyson V11 Absolute Extra Pro passt die Saugleistung automatisch an den Untergrund an.
© Hersteller / PR
Dyson hat einen neuen Akku-Staubsauger auf den Markt gebracht. Der V11 Absolute Extra Pro soll doppelt so lange durchhalten und kostet mit 800 Euro so viel wie eine Woche Mallorca all inclusive. Unser Test zeigt: So luxuriös putzt man selten seine Wohnung.

Strippen und Kabel verschwinden zunehmend aus unseren Wohnungen. Smartphones werden auf der Ladematte aufgetankt, Musik per Funk auf Boxen übertragen, Rasierer stutzen strippenlos die Bartstoppeln. Ganz aufs Kabel kann man in einigen Bereichen zwar nicht verzichten - der Laptop etwa, auf dem der Autor diesen Text schreibt, würde sonst nach wenigen Stunden seinen Dienst quittieren -, doch klar ist: Die Zukunft ist wireless.

Staubsauger zählen im Haushalt zu den Pionieren dieser Entwicklung. Neben Saugrobotern wächst hier vor allem das Segment der Akkusauger, das wiederum von einem Hersteller dominiert wird: Dyson. Dem Vergleichsportal Idealo zufolge genießt der britische Konzern in diesem Segment eine Ausnahmestellung. Knapp zwei von drei Nutzern, die einen Akku-Staubsauger kaufen wollten, wählen ein Modell von Dyson.

Nun hat der Konzern ein neues Modell in den Handel gebracht: Der Dyson V11 Absolute Extra Pro vereint nicht nur die meisten Superlative im Namen, sondern hat auch die längste Laufzeit und das größte Preisschild. 799 Euro kostet das Spitzenmodell - eine stolze Summe für einen Staubsauger.

Ob sich der Kauf des Premium-Saugers lohnt, verrät unser Test.

Dyson V11: Staubsauger mit Wechsel-Akku

Beim Dyson V11 Absolute Extra Pro handelt es sich um eine weiterentwickelte Variante des V11, der im vergangenen Jahr auf den Markt kam. Das Design ist extravagant, der futuristische Zyklonen-Look erinnert an eine Alienwaffe, wie sie sich der Kopfgeldjäger in "The Mandalorian" auf den Rücken schnallt. Doch die Optik ist ein Statement: Mit den röhrenden, miefenden Kästen, die man jahrzehntelang von Steckdose zu Steckdose schleifte, hat dieses Gerät nichts mehr gemein. Raum für Individualität bieten zwei Farbvarianten, ein kühles Blau oder auffälliges Gold.

Die wichtigste Neuerung ist der Wechsel-Akku: Dank eines Klicksystems kann die Batterie des V11 Absolute Extra Pro mit wenigen Handgriffen ausgetauscht werden. Damit merzt Dyson einen der häufigsten Kritikpunkte aus, denn beim Vorgängermodell war der Akku noch fest verbaut. Im Lieferumfang ist zusätzlich ein zweiter Akku enthalten. Dadurch verdoppelt sich die Laufzeit, wobei die von mehreren Faktoren abhängt.

Im Schonmodus reicht eine Akkuladung zwischen 60 und 80 Minuten, er eignet sich allerdings nur für leichte Verschmutzung auf glatten Böden wie etwa Laminat. Im Standardmodus kommt man auf 45 bis 60 Minuten Laufzeit. Mit zwei Akkus kann man somit selbst weitläufige Penthäuser reinigen.

Für groben Schmutz, dicke Teppichböden und Matratzen gibt es den leistungsstarken "Boost"-Modus. Dann läuft der Motor mit maximal 125.000 Umdrehungen am Anschlag, was sich nicht nur im Lärmpegel (mehr als 90 Dezibel, sorry liebe Nachbarn) widerspiegelt, sondern auch bei der Laufzeit. Nach knapp elf Minuten ist Schluss. Klingt nach wenig, aber haben Sie schon einmal elf Minuten eine Matratze abgesaugt? Eben.

Ist der Akku leer, ist Geduld gefragt: Ein Ladevorgang dauert etwa dreieinhalb Stunden. Das ist nicht besonders schnell, dürfte aber langfristig die Batteriezellen schonen.

Akkusauger: Dyson V11 Absolute Extra Pro: Was kann ein Staubsauger für 800 Euro?
stern.de

So viel Zubehör

In unserem mehrwöchigen Test war die Akkulaufzeit des Dyson V11 Absolute Extra Pro nie ein Problem, selbst bei einer 100-Quadratmeter-Wohnung. Eher macht der Finger schlapp: Damit der Motor läuft, muss dauerhaft den An-Schalter gedrückt werden. Dadurch soll ein versehentliches Betätigen und zu schnelles Entladen verhindert werden, so Dyson. Doch vor allem bei langen Putz-Sessions nervt der Drückmechanismus. Praktisch wäre es, wenn man den Abzug einrasten lassen könnte.

Schnell überfordert ist man zunächst auch vom Lieferumfang. Der Karton ist bis auf den letzten Zentimeter mit Düsen, Bürsten und Halterungen vollgestopft. Das ist angesichts des hohen Preises löblich, denn so muss man kein Zubehör mehr nachkaufen. Doch bis man herausgefunden hat, welche Bürste für welchen Einsatzzweck geeignet ist, muss man nicht nur einmal einen Blick ins Handbuch werfen. Kleine Piktogramme auf den Bürsten könnten hier hilfreich sein.

Das Zubehör setzt sich wie folgt zusammen:

  • Kombi-Zubehördüse
  • Fugendüse
  • Torque-Drive-Bodendüse
  • Elektrobürste mit Softwalze
  • Mini-Elektrobürste
  • Extra-Hart-Bürste
  • Extra-Soft-Bürste
  • freistehende Ladestation
  • Zubehörhalterung für das Saugrohr
  • Ersatz-Akku
  • separates Ladegerät
  • Wandhalterung mit Ladefunktion

Uff.

Erwähnenswert ist die Torque-Drive-Bodendüse, die ihre Saugkraft eigenständig an den Untergrund anpasst. Heißt: Bei Laminat und Parkett schaltet sie in den Schongang, um die Akkulaufzeit zu verlängern, bei Teppichböden wird das Drehmoment erhöht. Das macht die Bürste zum praktischen Allrounder für all jene, die keine Lust haben, ständig die Düse zu wechseln. Alle anderen dürften sich über den Düsenhalter (bietet Platz für zwei Bürsten) freuen, der an das Saugrohr angesteckt werden kann.

Aufgrund des pistolenartigen Designs ist der Sauger flexibel einsetzbar. Durch einfaches Abnehmen des Saugrohres, das leider nicht verstellbar ist, und Wechseln der Düse wird aus dem Boden-Sauger mit wenigen Handgriffen ein kompakter Handsauger. So kann man bei Bedarf auch schnell die Krümel aus dem Fußraum des Autos entfernen.

Rohr ab und zack ist der V11 ein Handstaubsauger
Rohr ab und zack ist der V11 ein Handstaubsauger
© Hersteller / PR

Enorme Saugpower

Die Saugleistung ist eindrucksvoll. Drückt man den Knopf, entfaltet sich innerhalb von Sekundenbruchteilen die volle Power. Der Dyson V11 Absolute Extra Pro zieht mehr Staub, Milben und wer weiß was noch alles aus Teppichen als der klassische Kabelstaubsauger, der bei der Stiftung Warentest vor einigen Jahren noch zu den empfehlenswertesten Modellen zählte.

Das liegt vor allem an der motorisierten Bürste, die von einem separaten Motor angetrieben und nicht bloß vom Luftstrom in Bewegung gesetzt wird wie bei vielen klassischen Saugern. Der Boden wird also im wahrsten Sinne des Wortes ab- und ausgebürstet. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Diese Technik ist jedoch nicht Dyson-exklusiv und findet sich auch bei günstigeren Akkusaugern wie dem Eufy S11 Go.

Der Staubbehälter lässt sich mit nur einem Handgriff leeren. Da dieser durchsichtig ist, sieht man, wenn man etwas Falsches eingesaugt hat - praktisch, wenn überall in der Wohnung Spielzeug herumliegt. Man sollte nur aufpassen, nicht versehentlich etwas Feuchtes wie Nudeln einzusaugen, denn dann wird der Behälter schnell unansehnlich. 

Der integrierte Hepa-Filter sorgt für saubere Luft und ist damit ideal für Allergiker. Das LC-Display weist einen sogar darauf hin, wenn eine Reinigung ansteht. Der Hepa-Filter lässt sich sehr leicht abnehmen und ausspülen (kalt und ohne Spülmittel). Anschließend einfach 24 Stunden trocknen lassen und weiter geht’s.

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Fazit: Teurer Allrounder

Saugstark, flexibel, schick: Der Dyson V11 Absolute Extra Pro ist dank des umfangreichen Zubehörs der wohl vielfältigste Akkusauger, den man derzeit bekommen kann. Durch den wechselbaren Akku ist der Aktionsradius nicht begrenzt. Eine praktische Funktion ist die smarte Bürste, welche die Saugkraft an den Untergrund anpasst. Das alles hat jedoch seinen Preis: 800 Euro sind eine Ansage für einen Staubsauger. Verbesserungswürdig ist aus unserer Sicht der An-Schalter, der dauerhaft gedrückt werden muss, die lange Ladezeit und die nicht ausziehbare Teleskop-Stange.

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