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#BoycottGermany Boykottiert deutsche Produkte - im Netz tobt die Schlacht der Beleidigungen

Auf Twitter wird  zum Boykott gegen deutsche Produkte aufgerufen
Die Kritik an der deutschen Regierung ist äußerst stark. Auf Twitter wird nun sogar zum Boykott gegen deutsche Produkte aufgerufen
© Twitter
Die deutsche Regierung um Kanzlerin Angela Merkel steht nach der Einigung im Verhandlungspoker mit Griechenland stark in der Kritik. Twitternutzer rufen nun sogar zum Boykott gegen deutsche Produkte auf.
Von Matthias Jauch

Gerade erst einen Tag steht die Einigung zwischen Griechenland und den Gläubigerinstitutionen. Die Erleichterung der politischen Akteure, den "Grexit", also Griechenlands Austritt aus dem Euro, abgewendet und Europa zusammengehalten zu haben, war nach dem 17-stündigen Verhandlungsmarathon riesengroß. Europas Spitzenpolitiker wirkten müde, mit dem Ergebnis schienen sie sich Luft verschafft zu haben. Die Verhandlungen liefen derart hart, dass Teilnehmer davon sprachen, der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sei in Brüssel "gekreuzigt" worden. Es ist fraglich, ob Tsipras das Ergebnis im eigenen Land durch das Parlament bringen oder stürzen wird. 

So streitbar das Ergebnis in den ersten 24 Stunden aufgenommen wurde, so wenig Ruhe ist seit der Einigung eingetreten. Von Erleichterung ist im Internet wenig spürbar. Mittlerweile ist Deutschland im Netz das Ziel von Boykottaufrufen. Auf Twitter schaffte es der Hashtag "#BoycottGermany" als eines der durch die Nutzer meistverwendeten Schlagworte zum Trend. Es ist die Fortsetzung einer Netz-Debatte, in der seit Tagen unter dem Schlagwort "#Thisisacoup" Stimmung gegen die harte deutsche Haltung gegenüber Griechenland gemacht wurde. Twitternutzer lassen ihrer Wut freien Lauf und kritisieren das für Griechenland äußerst harte Verhandlungsergebnis. Vor allem machen sie die deutsche Regierung für das Resultat verantwortlich und geben dieser sogar die Schuld an der Euro-Krise.

Wie zuletzt auch vereinzelt in Karikaturen griechischer Zeitungen zu sehen, zeigen die Tweets Vergleiche der deutschen Regierung mit dem NS-Regime und den von Deutschland entfachten Weltkriegen. 

Viele Nutzer wehren sich gegen die Kampagne

Viele deutsche Nutzer wehren sich vehement gegen den Boykottaufruf, fragen etwa, ob dieser auch für die Milliarden gelte, die deutsche Arbeitnehmer nun aufbringen müssten. Jörg Kachelmann gibt mutmaßlich lieber dem Springer-Verlag und seiner Berichterstattung die Schuld an der Entwicklung. Andere machten sich über die Kampagne lustig. Ein Tweet zeigt unter der Aufschrift "#BoykottGermany" einen deutschen Sportwagen. Unter den Worten "#BuyGreek" zeigt der Tweet einen Esel, der einen Karren zieht. Betitelt ist der Post mit: "#Boykott Germany and have fun". 

Der Hashtag "#BoycottGermany" ist gar nicht so neu. Bereits während der deutschen Debatte um die Mohammed-Karikaturen im Jahr 2012 war er beliebt. Die ersten Tweets mit dem Schlagwort wurden allerdings schon 2011 gesendet, damals auch im Zusammenhang mit der Euro-Krise und der deutschen Politik gegenüber Griechenland. 


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