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Bildung: SPD will deutsche Spitzenuniversitäten

Die SPD plädiert für Spitzenuniversitäten in Deutschland und überlegt dabei auch die Schaffung einer deutschen Elite-Universität nach amerikanischem Vorbild - wie etwa Harvard.

Die SPD plädiert für die Schaffung von Spitzenuniversitäten in Deutschland. "Wir müssen nach neuen Wegen suchen, damit die deutschen Hochschulen mit international renommierten Universitäten im Ausland besser mithalten können", sagte SPD-Generalsekretär Olaf Scholz am Sonntag. Gemeinsam mit den Bundesländern müsse man jetzt daran gehen, zumindest eine deutsche Universität soweit zu bringen, dass davon auch andere Hochschulen und der Standort Deutschland profitierten.

Internationale Elitehochschule nach US-Vorbild

Nach Informationen der «Berliner Zeitung» überlegt die SPD dabei auch die Schaffung einer deutschen Elite-Universität nach amerikanischem Vorbild. Die Struktur der Hochschullandschaft solle gemeinsam mit den Bundesländern so verändert werden, dass sich mindestens eine Universität als internationale Spitzenhochschule - vergleichbar etwa mit den Universitäten von Harvard und Stanford - etablieren könne, schrieb das Blatt in seiner Samstagausgabe. Dieses Vorhaben sei Bestandteil der neuen Leitlinien zur Innovations- und Bildungspolitik.

Zweitägige Klausurtagung in Weimar

Der SPD-Parteivorstand kommt an diesem Montag zu einer zweitägigen Klausurtagung in Weimar zusammen, um Leitlinien für eine Innovationsstrategie in Forschung und Bildung zu verabschieden. Nach den Worten von Scholz gehört dazu auch eine leistungsgerechtere Bezahlung im Hochschulbereich. Mit der Einrichtung von Junior-Professuren sei schon ein wichtiger Durchbruch gelungen, um talentierte junge Wissenschaftler in Deutschland zu halten. Eine weitere Möglichkeit für variable und leistungsorientierte Vergütungen, über die jedenfalls diskutiert werden müsse, sei ein eigener Wissenschafts-Tarifvertrag.

Mehr Investitionen in Kinder und Bildung

"Deutschland muss stärker in Bildung und Kinder investieren", betonte Scholz. Auch deshalb wolle die SPD 2004 zum Jahr der Innovationen machen. Notwendig sei eine "Trendwende 'Made in Germany'". Deutschland müsse auch auf den Wachstumsmärkten von morgen stärker präsent sein. Nur so seien Wohlstand und soziale Gerechtigkeit auf Dauer zu sichern.

Internationale Spitzenstellung bei Forschung

Zu Bedenken der Grünen gegen eine zu starke Öffnung der SPD etwa bei der Bio- und Gentechnik sagte Scholz: "Wir müssen weiter diskutieren, ob die Beschlüsse des Bundestags dazu ausreichen. Bei diesen Fragen kann es keine endgültigen Wahrheiten geben". Deutschland müsse alles tun, um sowohl bei der Forschung als auch bei der wirtschaftlichen Anwendung in diesen Bereichen ebenfalls eine internationale Spitzenstellung zu behalten.

Tagung in Weimar als ständige Einrichtung

Nach seinen Angaben will die SPD die Klausur-Tagung in Weimar, an der auch international renommierte Wissenschaftler als Gäste teilnehmen, zu einer ständigen Einrichtung in der Stadt machen. Weimar biete dafür wegen der Tradition die richtige Atmosphäre. Die SPD-Spitze wird auch das frühere Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar besuchen. An der Klausur nimmt auch der Schriftsteller und frühere spanische Kulturminister Jorge Semprun teil, der Buchenwald als Häftling überlebt hat.

DPA

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