Reisereklamation Wenn das Urlaubsbüfett krank macht

Ein schlechtes Büffet vermiest den meisten Urlaubern den Urlaub
Ein schlechtes Büffet vermiest den meisten Urlaubern den Urlaub
© Colourbox.com
Die Deutschen sind nicht nur Weltmeister in Sachen Reisen, sondern auch im Reklamieren. Eine halbe Millionen Kunden beschwert sich jedes Jahr bei den Veranstaltern.
Von Till Bartels

Einige Reiseveranstalter haben in den letzten Jahren die Hotelpreise in den Zielgebieten kräftig gedrückt. Dabei blieb die Qualität oft auf der Strecke. Kein Wunder, dass Urlauber nach ihrer Rückkehr auf dem Rechtsweg versuchen, einen Teil ihres Reisepreises zurückzuverlangen, wenn die Ferienfreude durch schlechtes Essen oder Baustellenlärm getrübt wurde. Aber eine durchs Badezimmer krabbelnde Kakerlake ist nicht gleich ein Reisemangel, der ein vorzeitiges Kofferpacken rechtfertigt.

Immer alles schriftlich

Grundsätzlich kann nicht das vermittelnde Reisebüro verantwortlich gemacht werden, sondern nur der Veranstalter. Kleinigkeiten vor Ort sollten zunächst mit dem Hotelmanager auf dem Kulanzwege geregelt werden. Entspricht die Unterkunft nicht der Beschreibung des Reiseprospekts, fehlen zum Beispiel angepriesene Sportmöglichkeiten, müssen diese laut Reiserecht sofort reklamiert werden.

Bei einer Pauschalreise wäre der örtliche Reiseleiter der Ansprechpartner. Ihm muss zunächst die Möglichkeit der Abhilfe gegeben werden. Denn nur so sichert sich der Kunde das Recht auf Minderung des Reisepreises, gar auf Kündigung oder Schadensersatz. Die deutsche Rechtsprechung verlangt sogar, dass der Urlauber seine gerügten Mängel mit Fotos und schriftlichen Aussagen von Mitreisenden dokumentiert. Deshalb sollte man sich den Empfang der Reklamationsschreiben vom Reiseleiter quittieren lassen.

Hatten seine Bemühungen keinen Erfolg, bleiben dem Reisenden nach seiner Rückkehr vier Wochen, um Regressforderungen - per Einschreiben mit Rückschein - anzumelden. Da die Reise im vorab bezahlt wurde, streiten sich die Anwälte meist um die Höhe der Rückzahlung. In der juristischen Praxis hat sich die "Frankfurter Tabelle" als Richtschnur bewährt: fehlender oder verschmutzter Swimmingpool bei Zusage: 10-20 Prozent; eintöniger Speisezettel: 5 Prozent; Lärm am Tage: 5-25 Prozent.

Reisepreisminderungen laut Frankfurter Tabelle

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