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Käse: "Le Confiné": Dieser Käse-Neuling entstand durch die Corona-Isolation

Im Keller eines Bauernhofes in den französischen Vogesen ist während des Lockdowns ein neue Käsesorte gereift: Le Confiné. Er ist ein Kind der Ausnahmesituation.

Le Confiné Käse

Er sollte ein Munsterkäse werden, aber die Corona-Zeit ließ ihn zur neuen Sorte reifen, den Le Confiné.

Picture Alliance

Laura und Lionel Vaxelaire bewirtschaften einen Bauernhof in Saulxures-sur-Moselotte, Ostfrankreich. Es ist ein kleiner Hof in den Vogesen mit 25 Kühen. Ihr Geld verdienen sie mit der Verarbeitung der Milch, mit Joghurt und Käse. Während des Corona-Lockdowns aber blieben die Kunden aus, das Geschäft brach ein. Das Ehepaar Vaxelaire machte nur noch ein Fünftel des eigentlichen Umsatzes.

Wie viele stellten auch sie auf Lieferservice um und fuhren ihre Produkte von Haus zu Haus. Das spülte zwar etwas Geld in die Kassen, um die Käserei aber konnte sich in dieser Zeit niemand kümmern. Guter Rat war teuer, denn die Munsterkäse, die das Paar normalerweise herstellt, sind pflegeintensiv. 

Le Confiné, der Abgekapselte

Der Munster, in Deutschland auch gern Münsterkäse genannt, ist ein typisches Regionalprodukt des Elsass'. Der Weichkäse wird aus der Milch des Vogesenrinds gemacht, seine Rinde ist gelblich bis tieforange, sein Geruch stechend und der Geschmack entsprechend intensiv und aromatisch. Bis er verzehrfertig ist, benötigt er eine Menge Liebe. Der Käse muss alle zwei Tage gewaschen werden, bis er zu etwas reift, das die geschützte Bezeichnung Munster tragen darf.

Genau dafür aber fehlte den Vaxelaires die Zeit. Sie überließen die Käse im Reifeprozess schlicht sich selbst. "Wir wollten sehen, wie sie selbstständig arbeiten", erklärte Lionel Vaxelaire dem Radiosender France Bleu. Einen Monat dauerte es, dann war klar, dass der Versuch geglückt ist. 

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"Es war eine schöne Überraschung. Die Atmosphäre unseres Kellers ergab mit der Flora der Milch eine schöne Mischung", so Vaxelaire weiter. Eine neue Käseart als Verwandter des Munsterkäses war entstanden und ein Name schnell gefunden: Le Confiné, angelehnt an die französische Bezeichnung der Ausgangsbeschränkung "Confinement". Der Name bedeutet in etwa "Der Abgekapselte". "Es ist ein Käse, der das Gleiche durchgemacht hat wie wir. Er war isoliert, ein bisschen allein in seinem Zimmer", erklärt Laura Vaxelaire die Namensgebung.

Anders als beim traditionellen Munsterkäse ist die Rinde des Confiné nicht gelbstichig, sondern eher gräulich. Nachdem erst nur die Stammkunden kosten durften, ist die neue Käsesorte jetzt fester Teil des Hof-Sortiments. Und wie Lionel Vaxelaire betont: "Sie gehen weg wie warme Semmeln."

Quelle: France Bleu

tpo