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Kunden getäuscht? Fleischlos-Burger auf normalem Grill: Burger King gewinnt Rechtsstreit um "Impossible Whopper"

Ein "Impossible Whopper" von Burger King mit Pommes Frites
Hat Burger King die Kunden mit diesem fleischlosen Burger getäuscht? Ein Richter entschied: nein. 
© Drew Angerer/Getty Images / AFP
Im November 2019 verklagte der Veganer Phillip Williams Burger King. Er war der Ansicht, dass die Kette seinen als fleischlos beworbenen "Impossible Whopper" auf denselben Grills zubereite, wie die normalen Burger – und damit Kunden täusche. Nun wurde die Klage zurückgewiesen.

Hat das Fast-Food-Unternehmen Burger King seine Kunden über seinen fleischlosen "Impossible Whopper" getäuscht? Mit dieser Frage musste sich ein Bundesgericht in Florida befassen. Der Veganer Phillip Williams reichte im November 2019 Klage ein. Er war der Ansicht, dass die fleischlosen Burger-Bratlinge auf denselben Grills zubereitet würden, wie die normalen, fleischhaltigen Burger – und die Kundinnen und Kunden darüber nicht ausreichend informiert würden. Daher sei die fleischlose Burger-Alternative "kontaminiert". Der sternberichtete.

Williams behauptete, er hätte den Burger aber nicht bestellt, wenn er gewusst hätte, wie der Burger zubereitet würde. Die von Williams besuchte Filiale hätte keine Beschilderung gehabt, die darauf hinweisen würde, dass der pflanzliche Burger auf demselben Grill wie die Fleisch-Burger zubereitet werden, heißt es in der Klageschrift weiter. Williams beklagte außerdem, dass Burger King besagten Burger als vegan bewarb, obwohl diese es nicht seien. Die Kläger forderten Schadensersatz und Transparenz von Seiten Burger Kings. 

Richter weist Klage gegen Burger King zurück 

Doch nun wies ein Richter die Klage ab, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. In seiner Entscheidung sagte der US-Bezirksrichter Raag Singhal am Montag, dass die sieben Kläger nicht nachweisen konnten, dass Verbraucher aufgrund der Kochmethoden von Burger King getäuscht worden seien und höhere Preise zahlen mussten. Er führte aus, dass die Kläger weder nach der Zubereitungsmethode von Burger King noch nach einer Alternative gefragt hätten. Außerdem habe die Werbung des Unternehmens nicht versprochen, dass die "Impossible Whopper" auf einem anderen Grill zubereitet würden.

"Burger King versprach einen fleischfreien Burger und lieferte", zitiert Reuters Singhal. Der Richter fand auch die Ansprüche der Kläger "zu individuell", um eine Sammelklage zu rechtfertigen. Die Anwälte der Kläger kommentierten am Dienstag die Entscheidung nicht. Ende Januar teilte die Fast-Food-Kette mit, dass es den Burger nie als vegan beworben oder versprochen hat, besagten Whopper auf einem anderen Grill zuzubereiten, berichtete die Nachrichtenagentur weiter. 

Der "Impossible Whopper" wird seit August von Burger King vertrieben. Das Unternehmen mit Sitz in Miami beschrieb den Burger im vergangenen Jahr auf seiner Webseite mit den Worten "100% Whopper, 0% Beef" und fügte hinzu, dass der pflanzliche Burger auf Anfrage auch ohne Grill zubereitet werden könne. Allerdings hieß es dort auch, dass der Burger Mayonnaise enthält. Mayonnaise wird aus Eiern zubereitet. Die Webseite ist mittlerweile nicht mehr abrufbar. 

Burger King wegen vermeintlich veganem Burger in der Kritik

"Impossible Whopper" nicht für Veganer entwickelt

Die Firma Impossible Food, die mit Burger King zusammenarbeitet, bewirbt den "Impossible Whopper" auf seiner Internetseite. Dort ist der Hinweis "Bratling im selben Öl wie Produkte mit Fleisch und Käse gebraten" vermerkt.

Wie Reuters im vergangenen Jahr berichtete, hat die Firma Impossible Food den Fleischlos-Burger für Fleischesser entwickelt, die weniger tierisches Eiweiß zu sich nehmen möchten – nicht für Vegetarier oder Veganer. "Für Menschen, die streng vegan sind, gibt es ein Verfahren zur Zubereitung in Mikrowellen, nach dem sie in jedem Geschäft fragen können", sagte Dana Worth, Verkaufsleiterin von Impossible Foods, in einem Interview.

Quellen: Nachrichtenagentur Reuters, "Consumer Affairs", Impossible Food

rw

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