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Kult-Imbisss Die letzte Wurst ist gegessen: Legendärer Stadionimbiss Bratwurst-Walter gibt auf

Bratwurst-Walter am Waldstadion in Frankfurt
Der Grill ist aus: Der Traditionsimbiss am Waldstadion in Frankfurt gehört der Vergangenheit an.
© Bratwurst-Walter (Facebook)
Am Waldstadion in Frankfurt ist der Grill aus. Der kultige Imbiss, Anlaufstation für die Fußballfans, hat Schluss gemacht. Nach Monaten mit Geisterspielen und in Ermangelung an Wurstabnehmern ist finanziell nichts mehr zu machen - und die Fans trauern.

Frankfurt trägt Trauer. Vielleicht nicht ganz Frankfurt, aber die Fußballfans tun es sicherlich. Denn mit dem Saisonende endet auch abseits des Rasens eine Ära. Bratwurst-Walter war eine Institution. Eine Stippvisite bei der Würstchenbude am Waldstadion gehörte zum Stadionbesuch wie die Fangesänge in die Kurve. Künftig aber bleibt bei der Kult-Braterei der Grill aus. Besitzer Stefan Schlegel streicht die Segel - endgültig. 

Nachdem die Imbissbude jahrzehntelang die Stellung gehalten hatte, alle Aufs und Abs in der Liga stoisch durchgestanden hatte, ist es jetzt die Corona-Pandemie, die dem Stadion-Treffpunkt finanziell den Garaus macht. Nach Monaten mit Spielen ohne Publikum und ohne Würstchenabnehmer macht Schlegel Schluss. "An einen normalen Fußballtag im Stadion ist nicht zu denken", schreibt er auf Facebook. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, nach 20 Jahren seien viele Kunden zu Freunden geworden. Dennoch: Der Imbiss ist mit sofortiger Wirkung dicht. 

Anlaufstation Nummer 1

Die Fans reagierten auf die Schließung mit Bestürzung. Schließlich gibt es den Traditionsimbiss bereits seit 1963, eben so lange, wie die Bundesliga selbst. Sie kommentierten die Bekanntmachung auf Facebook mit Sätzen wie "Ihr Legenden, es bricht mir das Herz" und "Wir werden euch vermissen!!! Anlaufstation Nummer 1! Tradition!". Hoffnung auf eine Wiedereröffnung muss sie sich aber keiner machen. Die sei, so Schlegel, ausgeschlossen. Einen Kredit vom Land hätte er, wie er der "Hessenschau" sagte, zwar bekommen können, genutzt hätte das am Ende des Tages aber auch nichts.

Auch wenn der Stellplatz fürs Jahr im Voraus bezahlt sei, die Kosten des Miet-Equipments liefen auch während der Corona-Pandemie weiter. "So viele Würste, um das Geld wieder reinzubekommen, hätte ich gar nicht verkaufen können", erklärte Schlegel. Die Möglichkeit mit Spenden oder anderen Hilfsaktionen den Imbiss am Leben zu halten, hat er für sich ausgeschlossen. Auf Facebook bittet Schlegel daher darum, von jeglichen Spenden und Aktionen abzusehen. Damit ist die Wurst endgültig gegessen.

Quelle: Bratwurst-Walter, Hessenschau. FAZ


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