HOME

"Kochbuch ohne Rezepte – Küchenpraxis": Es reicht nicht, tolle Kochbücher zu besitzen, man muss auch die Küchentricks kennen

Meterweise schönste Kochbücher im Regal, aber an einer einfachen Bratensauce scheitern: (m)ein Klassiker. Doch nun besteht Hoffnung: Ein neues Kochbuch lehrt, was Oma und Mama konnten, aber vergessen haben, uns beizubringen.

Angebranntes Essen

Angebrannt: Die Küchentricks stehen nicht in Rezepten, aber im "Kochbuch ohne Rezepte"

Getty Images

Die wenigsten von uns haben früher neben Mama am Herd gestanden und beim Kochen geholfen. Spiegeleier und Spinat, Nudeln mit einer Tomatensoße aus dem Glas und das Belegen eines erworbenen Pizzabodens waren die Fähigkeiten, mit denen wir zu Hause ausgezogen und in die ersten eigenen vier Wände eingezogen sind. Für die Zeit des Studiums war das schon mal eine ausreichende Basis. Irgendwann dann hatten wir plötzlich Freunde, die es draufhatten. Deren Essen sogar manchmal schmeckten, als wären wir im Restaurant. Das weckte unsere Lust auf mehr, wir fingen an, uns Kochbücher zu Weihnachten zu wünschen und gelegentlich ein Gericht daraus zuzubereiten. Manchmal schmeckte es gut, manchmal richtig toll – und manchmal waren wir nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Irgendetwas hatte nicht so geklappt, wie wir es uns anhand des Rezeptes vorgestellt hatten. Ehrlich gesagt, wenn ich "wir" und "uns" schreibe, meine ich "ich" und "mich". Mein Problem waren schon immer die Saucen.

Meine Oma hat Ende der 1920er Jahre auf Haus Assen "die Küche gelernt". Auch wenn es sich dabei um ein nordrhein-westfälisches Wasserschloss aus dem 14. Jahrhundert handelt, klingt das romantischer, als es war. (Wie das Leben in "Downton Abbey", aber eben im Keller, als Daisy ...) Ihre Lieblingsgeschichte war immer, dass sie Schnepfendreck abschmecken sollte, ein Gericht aus den Eingeweiden einer Schnepfe samt Inhalt. Also durchverdauter Darminhalt. Heute isst man das wohl kaum noch und auch meine Großmutter wollte das nicht probieren. Sie hat einfach behauptet, es schmecke hervorragend und könne genau so serviert werden.

Wilhelm Busch kommentierte dereinst:

Der Gourmand hat im Traume an Schnepfendreck gedacht. Er träumt, es hätt' ihm ein Engel was auf die Zunge gemacht.

Wie lernt man heute "die Küche"?

Trotz meiner Liebe zu leckerem Essen und auch wenn ich inzwischen Jamie Olivers und Ottolenghis Rezepte durchaus hinkriege, Saucen kann ich immer noch nicht. Die Konsistenz will einfach nicht gelingen. Es fehlt mir wahrscheinlich an Ehrgeiz, sonst hätte ich mir wohl während des jährlichen Zubereitens der weihnachtlichen Gans oder Ente ein Youtube-Tutorial für die Sauce angesehen. Stattdessen essen wir immer eine Art Katastrophenmix aus Bratfett mit Fertigfond und einem Schuss Rotwein zum Vogel.

Cover des Kochbuchs

"Kochbuch ohne Rezepte: Küchenpraxis" von Ingrid Andreas, Verlag Anton Pustet, 256 Seiten, 27 Euro, hier bestellbar

Für 2019 allerdings bin ich guter Hoffnung. Der österreichische Verlag Anton Pustet (Nomen est omen!) bringt die Reihe "Kochbuch ohne Rezepte" heraus – und das gleich viermal. Band 1, "Küchenpraxis", ist soeben erschienen und widmet sich unter anderem meiner Schwäche: "Pannenhilfe bei Saucen" heißt ein Abschnitt, an dem das Lesebändchen bereits einen festen Ort hat. Was tun bei Klümpchen, was, wenn die Sauce gerinnt, was wenn sie versalzen ist? Die 81-jährige Ingrid Andreas hat für jedes Problem eine Lösung. Doch das Buch kann noch viel mehr: Die Autorin bringt uns all das bei, was in den Rezepten unserer Kochbuchsammlungen nicht steht und wir zu Hause nicht gelernt haben. Von der richtigen Vorbereitung bis zum Konservieren, vom richtigen Benutzen eines Zestenreißers bis zum Umrechnen von Maßen und Gewichten. Und neben dem ausführlichen Index, der jede Problemstellung schnell auffindbar macht, enthält es sogar ein Glossar mit Übersetzungshilfen: Österreichisch–Deutsch. Andreas lebt nämlich seit 70 Jahren in Salzburg.

Kochen mit Denise: So gelingt die beste Pizza der Welt
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.