HOME

Fermentierte Lebensmittel: Gut für den Darm: Sind Sauerkraut und Kimchi wirklich so gesund?

Kimchi, Kefir und Sauerkraut - nie zuvor waren diese Produkte beliebter. Die Konsumenten verbinden damit große Gesundheitsversprechen. Die enthaltenen Bakterien sind gut für unseren Darm. Aber stimmt das wirklich?

Gut für den Darm: Sind Sauerkraut und Kimchi wirklich so gesund?

Kimchi, Sauerkraut, Eingelegtes, Joghurt - diese Produkte sind gut für unseren Darm

Mit Hypes rund ums Essen ist es so eine Sache: Manche haben einen legitimen Platz, andere sind völlig überzogen, im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich. Nehmen wir beispielsweise schwarzes Eis, das mit Aktivkohle gefärbt wird. Die Versprechen um die Wirkung der Aktivkohle sind groß: Sie soll den Körper von Giften befreien, unerwünschte Chemikalien absorbieren und sogar einen Anti-Aging-Effekt auf die Haut haben. Viele propagieren: Dieses Eis kann man mit gutem Gewissen genießen. Das stimmt so nicht ganz. Die Verbraucherzentrale warnt sogar vor dem Konsum. Die Hintergründe dazu, können Sie hier lesen!

Auch fermentierte wie Sauerkraut, Kimchi (scharf eingelegter Chinakohl aus Korea), Kefir und auch Kombucha, eine Art fermentierter Tee, erleben einen Boom. Für die Gesundheits- und Wellnessbrigade sind fermentierte Lebensmittel die Zukunft, sie propagieren das bereits seit mehreren Jahren. Es gibt Dutzende Bücher zu dem Thema. Aber warum sollen fermentierte Lebensmittel eigentlich so gesund sein?

Fermentation ist nichts Neues

Seit Jahrtausenden werden Lebensmittel durch den natürlichen Prozess der Fermentation haltbar gemacht. Dafür sorgen Mikroorganismen. Befinden sich diese in optimalen Bedingungen, verwandeln Bakterien und Hefen natürlichen Zucker in Alkohol oder Milchsäure. Fermentierte Lebensmittel kennen wir alle – Bier und Wein beispielsweise zählen dazu. Genauso wie Brot, , Oliven, Schokolade, Kaffee und viele Käsesorten. All diese Lebensmittel sind gut für unseren Darm. In ihm leben unzählige Bakterien, die Teil des Immunsystems sind und unser Wohlbefinden steuern. Tatsächlich behaupten Wissenschaftler sogar, dass die Darmflora einen viel größeren Einfluss auf unser Leben hat als bisher angenommen.

Man muss sich unsere Darmflora wie ein Ökosystem vorstellen, das von unzähligen Mikroorganismen besiedelt ist. Eigentlich. Durch unseren westlichen Lebensstil und dem Hang zu Fast Food, das voll von chemischen Zusatzstoffen ist, vernichten wir die nützlichen kleinen Helferlein in unserem Darm. Tim Spector, Professor für genetische Epidemiologie, erklärt dieses Phänomen in seinem Buch "The Diet Myth" wie folgt: Wenn wir "unsere Darmbakterien zerstören, dann schaltet unser Immunsystem auf Autopilot und attackiert uns mit Autoimmunerkrankungen und Allergien."

Wer fermentierte Lebensmittel konsumiert, schadet dem Körper also nicht. Im Gegenteil, umso vielfältiger man davon isst, desto besser für die Darmflora. Tim Spector empfiehlt jede Menge Kefir, Kombucha, Sauerkraut oder Kimchi zu konsumieren. Besser ist es, wenn man die Produkte übrigens nicht aus industrieller Herstellung kauft, sondern selbst herstellt – die Produkte sollen dadurch eine noch größere Vielfalt an Mikroorganismen vorweisen.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht der Darmflora für die Gesundheit des Menschen eine wichtige Rolle zu. Fermentierte Lebensmittel sollen mithilfe der enthaltenen Milchsäure-produzierenden Bakterien den Darm günstig beeinflussen und sogar Störungen wie Verstopfung, Durchfall und entzündliche Darmerkrankungen reduzieren bzw. vorbeugen.

Bislang stehen Wissenschaftler aber noch am Anfang mit ihrem Wissen rund um die Trillion Bakterien, die in unserem Darm wohnen. "Wir befinden uns immer noch im frühen Mittelalter bezüglich wie diese erstaunlichen Dinge arbeiten, aber wir wissen, dass sie es tun", sagt der Wissenschaftler Spector.