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Nationalgericht Großbritanniens: Fish and Chips – woher das Lieblingsgericht der Briten wirklich kommt

Wer an englisches Essen denkt, riecht Fish and Chips förmlich. In Großbritannien ist der frittierte Fisch zum Nationalgericht avanciert. Dabei stammt es gar nicht aus England.

Fish and Chips

Fish and Chips

Getty Images

Jeden Freitag ist klar, was auf Großbritanniens Tellern landet: Fish and Chips. Eine Tradition, die sich über Jahrzehnte eingeschlichen hat. Wer an englisches Essen denkt, dem kommt schnell der Geruch nach dem in Fett ausgebackenen weißen Fisch und den von Hand geschnittenen Pommes frites in die Nase. Traditionell wird das Gericht in Zeitungspapier gewickelt, sowie Salz und Essig dazugereicht. Schnell avancierte Fish and Chips zum inoffiziellen Nationalgericht Englands und auch Schottlands.

Der Ursprung des Gerichts aber liegt bis heute eigentlich im Dunkeln. Eigentlich. Simon Majumdar, der den Podcast "Eat My Globe" bespricht, liefert jetzt eine historische Erklärung. Englisch sei an Fish and Chips eigentlich gar nichts. Es waren jüdische Einwanderer, die das vermeintliche Nationalgericht nach Großbritannien brachten. Und zwar bereits im 15. Jahrhundert. Sie flohen vor der spanischen Inquisition von der Iberischen Halbinsel unter anderem auch nach England.

Fish and Chips: Wie das Gericht nach England kam

Peshkado frito, also frittierter Fisch, landete bei den portugiesischen Juden zum Sabbath auf den Tisch. Dafür wurde bereits am Freitag Kabeljau oder Schellfisch, der von einer dünnen Schicht Mehl umhüllt ist, frittiert. Der Backteig konservierte den Fisch, sodass er am nächsten Tag kalt verzehrt wurden konnte - ohne an Aroma zu verlieren.

Der frittierte Fisch war ein Hit in England. Die jüdischen Immigranten ließen sich in London nieder und entwickelten über die nächsten Jahre ein Business. Auf den Straßen Londons verkauften sie den Fisch von Tablets, die sie mit einem Lederband um den Hals trugen. Die Pommes frites kamen übrigens erst im späten 19. Jahrhundert hinzu. Daran sollen die Franzosen Anteil haben. Wie der frittierte Fisch und die frittierten Kartoffeln am Ende zusammen kamen, ist ein weiteres Mysterium. Man sagt, der Premier Winston Churchill soll sie als "gute Kameraden" bezeichnet haben. Oder aber es war Joseph Malins, ein jüdischer Immigrant, der in den frühen 1860er Jahren den ersten Fish and Chips-Laden in London eröffnete.

Wer auch immer es war, es gibt wohl kein Gericht das heutzutage englischer ist als Fish and Chips. Und wo der Ursprung auch liegen soll, das Wichtigste ist doch, das es schmeckt. 

Fisch in Pfanne