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Mehl im Test: Macht es einen Unterschied, wie viel Geld man für Mehl ausgibt?

Mehl wird eigentlich nur aus feingemahlenen Getreidekörnern hergestellt. Trotzdem gibt es preislich große Unterschiede. Warum eigentlich? Die Verbrauchersendung "Markt" hat Mehl etwas genauer unter die Lupe genommen. 

Mehl im Test

Gibt es wirklich Unterschiede beim Mehl?

Reines Weizenmehl ist ein Naturprodukt, fein gemahlen aus Getreidekörnern, das glauben zumindest die meisten Verbraucher. Aber ist auch gleich Mehl? Die Verbrauchersendung "Markt" im NDR ließ in einer Stichprobe die Qualität und die Inhaltsstoffe von sechs Mehlsorten aus dem Supermarkt und Discounter untersuchen. Warum gibt es beim Mehl eigentlich Preisunterschiede? Und merkt man das tatsächlich an der Qualität?

Im Test hat "Markt" Mehlsorten vom Typ 405 untersuchen lassen:

  • von Aurora für 99 Cent
  • von Diamant für 79 Cent
  • von der Edeka-Eigenmarke für 69 Cent
  • von den Eigenmarken von Aldi, Lidl und Rewe für jeweils 32 Cent

In einem Labor wurde untersucht, ob die Mehle Zusatzstoffe enthalten, wie viel Klebereiweiß, also Gluten, in ihnen steckt und wie reißfest der mit dem Mehl gebackene Teig wird.

Normalerweise enthält ein traditionell hergestellter Teig nichts anderes als Mehl, Wasser, Salz, Hefe und Milchsäurebakterien sowie Hefen von Sauerteig. Sonst nichts. Viele Bäcker mischen mittlerweile aber weitere Zutaten und Zusatzstoffe hinzu. Sie wollen damit die Backeigenschaften verbessern. Geschmacklich können diese Produkte nicht mit den traditionell hergestellten Backwaren mithalten.


Die Tricks der Industrie

Ein guter Teig braucht Zeit, in der Industrie wird die Reifezeit beispielsweise mit Ascorbinsäure beschleunigt. Das muss nicht gekennzeichnet werden. Konservierungsstoffe sind auch keine Seltenheit und bei Schnittbrot erlaubt. Sie sollen Schimmelpilze verhindern. Auch Enzyme verändern die Eigenschaft des Teiges. Die sind nicht einmal kennzeichnungspflichtig. Bislang weiß man noch nicht, inwiefern sich Enzyme auf den menschlichen Organismus auswirken. Biobäcker aber arbeiten ohne künstliche Enzyme. Auch zusätzliches Fett und Zucker wird in der Industrie gern in den Teig gemischt. Das beeinflusst den Geschmack und ist anteilig bis zu zehn Prozent erlaubt.

Jeder Verbraucher wünscht sich am liebsten ein Naturprodukt, wenn er Weizenmehl kauft. Macht es also einen Unterschied, welches Mehl man im Supermarkt erwirbt? An sich ja. Im Test lässt sich zumindest Ascorbinsäure in keinem der Mehle nachweisen. Dafür unterscheiden sich die Mehle im Glutengehalt. Überzeugt hat die Tester im Ergebnis nur das Mehl von Edeka, das enthält am meisten Gluten und ist damit am besten fürs Backen geeignet.

Für den Verbraucher ist leider nicht ersichtlich, ob sein Supermarktmehl behandelt wurde oder nicht. Dasselbe gilt beim Kauf von Brötchen: Oft werden diese aus billigen Rohstoffen zubereitet, die mit Chemie aufgepeppt werden.

Die gesamte Sendung können Sie hier sehen!


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