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McDonald's: Aus diesen Briketts werden McRibs

Sie sehen aus wie gefrorene Briketts, sollen aber aus feinstem Schweinefleisch bestehen. Behauptet zumindest McDonald's. Was wirklich in McRibs steckt, zeigt der Fast-Food-Riese in einem neuen Video.

Von Denise Wachter und Sonja Helms

Generell genießen die Produkte von McDonald's nicht gerade den besten Ruf: fettig, ungesund, vollgepumpt mit Konservierungsstoffen. Schon seit längerer Zeit kämpft der Fastfood-Riese gegen sein schlechtes Image an und gewährt Einblicke in die Herstellung von Chicken McNuggets, Rinderbuletten und anderen Produkten.

In einem neuen Video beantwortet der Fast-Food-Riese, aus was McRibs wirklich bestehen. Besonders natürlich sehen die gefrorenen Briketts nicht gerade aus, aber sie enthalten immerhin echtes Schweinefleisch. "Die Hauptzutat des McRibs besteht aus einer ausgelösten Schweineschulter", erklärt Kevin Nanke seinen Besuchern im Video. Nanke ist Vizepräsident von Lopez Foods, einem Zulieferer von McDonald's.

Er führt den früheren US-Videostar Grant Imahara und Wes Bellamy, einen Lehrer aus West Virgina, durch die Produktionsstätte des McRibs. Es ist gewissermaßen eine Privataudienz in den heiligen Hallen von McDonald's. Das Ganze hat einen kritischen Ansatz, ohne wirklich kritisch zu sein. Tatsächlich wirkt das Video wie ein klassischer Propaganda-Film. Das Fleisch soll von höchster Qualität sein, es wird immer wieder erwähnt, dass es knochenbefreit ist. Die Produktionsmaschinen glänzen im Scheinwerferlicht, immer wieder fallen Wörter wie "Wow!" "Großartig!" Oder: "So hätte ich mir es nicht vorgestellt." Dennoch wird hier an keiner Stelle die Frage gestellt und geklärt, woher das Fleisch der Schweine stammt und wie sie gelebt haben. Dass im McRib echtes Fleisch enthalten ist, ist wohl die eigentliche Sensation.

Inhaltsstoffe können zu Krankheiten führen

Auch die Kritik des "Lehrers" Wes Bellamy ist bezeichnend. Zwar antwortet Zulieferer Nanke auf die Frage der Inhaltsstoffe wahrheitsgemäß: Ein McRib besteht hauptsächlich aus Schweinefleisch, Wasser, Dextrose, was eine Zuckerart ist, und Konservierungsstoffen. Auf die Frage, warum das Fleisch überhaupt Konservierungsstoffe beinhaltet, antwortet Nanke nur: "Die sorgen dafür, dass der Geschmack erhalten bleibt." Heißt das übersetzt: Ohne sie würde der McRib nach nichts schmecken? Lehrer Bellamy fragt nicht weiter nach, sondern antwortet nur: "Oh, so macht ihr das also, dass die McRibs wie bei meiner Großmutter schmecken."

Stoffe wie BHA (Butylhydroxyanisol, E320) und Propylgallat (E 310), die im Film als verwendete Konservierungsstoffe genannt werden, sind einem Normalverbraucher eigentlich unbekannt. Diese Konservierungsstoffe sind aber nicht unumstritten. In großen Mengen konsumiert können sie zur sogenannten Blausucht führen. Und nicht nur die Inhaltsstoffe des Fleisches sind fragwürdig, auch die Brötchen sind vollgepumpt mit Konservierungs- und anderen Zusatzstoffen. Darüber wird hier natürlich kein Wort verloren. Aber wer weiß. Vielleicht darf bald mal ein kritischer Zeitgenosse die heiligen Backstuben des Fast-Food-Riesens inspizieren.

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Von:

und Sonja Helms