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Produkte Ökotest sieht rot: Jedes zweite Tomatenmark mit Schimmelpilzgiften belastet

Tomatenmark
Kommt dieses Tomatenmark wirklich aus Italien? (Symbolbild)
© Getty Images
Ekelfaktor Tomatenmark: Ökotest hat 20 Tomatenmark-Produkte untersucht. Jedes zweite enthielt Schimmelpilze. Das ist nicht nur eklig, sondern auch ein Risiko für die Gesundheit. Nur 9 von 20 Produkten können die Testerinnen und Tester empfehlen.

Tomatenmark ist aus vielen Küchen nicht wegzudenken: Es veredelt Saucen und gibt Lasagne und Co eine gewisse Tiefe. Doch eklig wird's, wenn man sich die Produkte mal genauer ansieht. So wie es Ökotest getan hat. In 11 von 20 Produkten fanden die Testerinnen und Tester Schimmelpilze, in erhöhter oder stark erhöhter Konzentration. Bei den im Test entdeckten Schimmelpilzgiften handelt es sich um Alternariatoxine, speziell um Alternariol und Tenuazonsäure (TeA). Beide könnten ein Risiko für die Gesundheit sein. Grenzwerte für die Konzentration von Schimmelpilzen gibt es nicht, die EU-Kommission plant gerade einen Richtwert. Daran müssen sich Unternehmen aber nur ausrichten, eine Vorschrift ist das nicht. 

Am höchsten belastet sind die Bio-Produkte von Alnatura, Dm Bio und Ener Bio (Rossmann). In den Produkten stecken Alternariatoxine in einer Höhe, die die geplanten Richtwerte für verarbeitete Tomatenprodukte überschreiten. Am stärksten belastet und damit als einziges Produkt im Test "ungenügend" ist das Cirio Tomatenmark doppelt konzentriert, das sogar beide Richtwerte, also die für Alternariol und TeA, deutlich übersteigt. 

Wo Italien drauf steht, sollte auch Italien drin sein

Der zweite Kritikpunkt der Ökotesterinnen und Tester sind Pestizide: Im Tomatenmark von Kauflands Eigenmarke K-Classic hat das von Ökotest beauftragte Labor neben dem bienentoxischen Imidacloprid auch das in Deutschland bereits verbotene Chlorfenapyr nachgewiesen. Immerhin: Fast alle Tomaten kommen aus Italien, so wie es auch auf dem Produkt angegeben ist. Nur bei 3 von 20 Produkten weist die Herkunft auf Marokko oder Spanien hin. Beispielsweise beim Lidl-Tomatenmark Freshona, da zeigt die Analyse, dass nur ein Teil der Tomaten aus Italien stammt, obwohl die italienische Flagge auf der Verpackung abgedruckt ist und das laut EU-Gesetz nur erlaubt ist, wenn die Zutaten zu 100 Prozent aus Italien bezogen werden. 

Rezept für Tomatenketchup

Und welches Tomatenmark ist jetzt empfehlenswert? Ökotest rät bei den Bio-Produkten unter anderem zu Basic (1,19 Euro pro 200 g) und zum Bio-Tomatenmark von Edeka (0,85 Euro). Bei den konventionellen Produkten unter anderem zu Aldi Nord und Netto (beide 0,59 Euro).

Den ganzen Test können Sie hier gegen Gebühr lesen


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