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Obst aus der Tüte: Eltern, aufgepasst: Darum rät Stiftung Warentest von Quetschies ab

Viele Eltern schwören auf Quetschies als Zwischendurch-Snack für ihre Kinder. Stiftung Warentest hat 27 Fertig-Mischungen aus dem Handel untersucht - und rät Eltern vom Kauf ab.

Quetschies sind praktisch, enthalten aber viel Zucker.

Quetschies sind praktisch, enthalten aber viel Zucker.

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Obst und Gemüse sind wichtig für eine ausgewogene Ernährung - nicht nur bei Erwachsenen, sondern vor allem auch bei Kindern. Viele Kinder verschmähen jedoch Obst und Rohkost, zumindest in ihrer natürlichen Form.

Viele Eltern greifen deshalb zu sogenannten Quetschies, das sind weiche Kunststoffbeutel mit Mischungen aus püriertem Frucht- und Gemüsemus. Diese haben drei Vorteile: Kinder lieben sie, sie müssen nicht gekühlt und können auch noch platzsparend in der Tasche verstaut werden.

Stiftung Warentest prüft Quetschies

Aber sind Quetschies so gesund, wie sie den Anschein haben? Stiftung Warentest hat 27 Fertig-Mischungen aus dem Handel miteinander verglichen. Die Geschmacksrichtungen variieren von heimischen Obstsorten wie Apfel-Birne bis hin zu exotischen Zutaten wie Drachenfrucht. Manchen waren Joghurt und Getreide beigemischt, einigen sogar Kekse.

Das Fazit der Warentester ist eindeutig: Quetschies sollten für Kinder die Ausnahme sein. Denn wer an den Kunststoffbeuteln saugt, riskiert Karies, schließlich bleibt pürierte Nahrung leichter an den Zähnen haften als festes Obst. Die Experten monieren deshalb, dass einigen der untersuchten Packungen entsprechende Hinweise fehlen.

Reportage: So sieht es im geheimen Prüflabor der Stiftung Warentest aus

Außerdem enthält Fruchtmus große Mengen Zucker und Fruchtsäuren. Pro 100 Gramm Fruchtmus sind im Schnitt elf Gramm Zucker enthalten - ähnlich viel wie in klassischer Cola, so Warentest. Einzelne Sorten enthalten sogar bis zu 16,5 Gramm Zucker. Umgerechnet entspricht das fünf Stück Würfelzucker. Dennoch sind Obst-Quetschies gesünder als Schokoriegel.

Quetschies zum Selberbefüllen

Mit ihrer Quetschie-Ablehnung ist die Stiftung Warentest nicht allein. Auch die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rät von "Beikostprodukten aus Quetschbeuteln" ab, vor allem bei unter einjährigen Kindern. Sie empfiehlt, die Kleinen an stückiges Obst zu gewöhnen. Netter Nebeneffekt: Das Kauen trainiert die Mund- und Kiefermuskulatur, was sich wiederum positiv auf das Sprechen auswirkt.

Außerdem sind Quetschies teuer (100 Gramm kosten zwischen 40 Cent und 1,10 Euro) und verursachen jede Menge Müll. Eine gute Alternative seien deshalb Quetschflaschen zum Selberbefüllen. Laut Warentest lohnt sich die Anschaffung für Eltern, die auf Fruchtmus für ihre Kinder nicht verzichten wollen.

Den vollständigen Test gibt es gegen Gebühr unter test.de/quetschies

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cf
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