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Saisonales Futter: Diese 12 Knollen und Wurzeln sollten Sie jetzt essen

Der Winter ist kulinarisch gesehen nicht allzu interessant - es wächst kein heimisches Obst und kaum Gemüse. Aber mit Roter Bete, Pastinaken oder Sellerie kann der Speiseplan aufgepeppt werden.

Von Denise Wachter

Wurzeln und Knollen sind heimliche Vitaminbomben - und nicht nur das, die meisten enthalten auch noch wertvolle Mineralstoffe. Aus diesem Grund, und auch, weil wir immer das Gefühl haben, dass im Winter kaum was wächst, sollten wir mehr Wurzel- und Knollengemüse essen. Denn die schmecken nicht nur lecker und können vielfältig zubereitet werden, sondern sind auch noch gesund. Ob als Püree, Suppe, Röstgemüse oder einfach als gesunde Alternative zu Kartoffel-Pommes, lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und essen Sie jetzt diese 12 Knollen und Wurzeln.

1. Kartoffel

Die Kartoffel gehört zum beliebtesten deutschen Knollengemüse. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts verdrängten die Kartoffel und auch die Karotte andere Gemüsearten und dominiertern den Anbau. Fatal, denn es gibt so viele köstliche Knollen und Wurzeln, die es verdient haben, auf dem Teller zu landen.

Knollensellerie ist unverzichtbar für Suppen und als Röstgemüse

Knollensellerie ist unverzichtbar für Suppen und als Röstgemüse

2. Knollensellerie

Köstlich ist der Knollensellerie als herzhaftes Gemüse. Vor allem in der ländlichen und gutbürgerlichen Küche ist er bekannt. Aber er hat auch ein kleines Revival in der Haute Cuisine erlebt. Dort experimentiert man mit Konsistenz und neuen Kombinationen. Der Knollensellerie ist unverzichtbar als Suppengrün, aber auch köstlich als Röstgemüse für Saucen oder Wurzelgemüse. Püriert mit Sahne und Butter passt er zu Fleisch und Gemüseeintöpfen, aus der Knolle kann auch eine köstliche Suppe gezaubert werden - und geraspelt gehört er in den berühmten Waldorfsalat. Ab in den Kochtopf mit dieser vielfältigen Knolle!

3. Meerrettich

Der Meerrettich stammt ursprünglich aus Ost- und Südeuropa. In der Ukraine und Teilen Russlands wächst er sogar noch in seiner Wildform. Bei uns wird er besonders im Spreewald, in Baden und in Franken angebaut - und von September bis März geerntet. In der Antike wurde die Wurzel schon als Würz- und Arzneipflanze eingesetzt. Meerrettich und Senf waren im Mittelalter die einzigen scharfen Gewürze, die sich die armen Bauern in Deutschland leisten konnten. Heutzutage wird er gerne zu geräuchertem Fisch, Tafelspitz und Roastbeef gereicht - oder als Brotaufstrich serviert, gemischt mit Quark oder Frischkäse. Meerrettich wirkt übrigens antibakteriell - die Wurzel enthält viel Vitamin C, sowie Calcium, Magnesium und ätherische Öle.

4. Karotte

Karotten hat wohl jeder schon als Säugling zu sich genommen. Sie werden weltweit angebaut - und sind vielfältig verwendbar - roh, gebraten, gekocht, püriert. Sie enthalten außerdem viel Beta-Carotin. Aber Achtung! Dieses ist nur in Fett löslich, deshalb sollte beim Verzehr von Karotten stets etwas Fett (z.B. Öl) dabei sein. Sonst kann das Beta-Carotin nicht aufgenommen werden.

In anderen Länder ist sie DAS Wintergemüse. Bei uns ist sie langsam wieder im Kommen - die Pastinake.

In anderen Länder ist sie DAS Wintergemüse. Bei uns ist sie langsam wieder im Kommen - die Pastinake.

5. Pastinake

Pastinaken gibt es zwar im Supermarkt. Doch viele Verbraucher können mit der Wurzel nicht allzu viel anfangen, obwohl sie zu den frühesten Pflanzen gehören, die wir gegessen haben. Aber vielleicht ist auch das ein Grund. Alte Gemüsesorten sind schwer im Kommen, da gehört auch die Pastinake dazu - vor allem in den USA und England gilt die "parsnip" als begehrte Delikatesse und DAS Wintergemüse. Sie passt gut in Pürees, Cremesuppen, aber schmeckt auch als Pastinaken-Pommes.

Sie sieht aus wie die Pastinake, ähnelt ihr auch im Geschmack. Hierbei handelt es sich aber um die Petersilienwurzel.

Sie sieht aus wie die Pastinake, ähnelt ihr auch im Geschmack. Hierbei handelt es sich aber um die Petersilienwurzel.

6. Petersilienwurzel

Die Petersilienwurzel ist ein typisches Wintergemüse. Sie schmeckt fein-würzig und wird meist gegart zur Cremesuppe oder zum Püree. Sie ähnelt der Pastinake. Die Wurzel enthält sehr viel Eiweiß und Vitamin B.

7. Schwarzer Winter-Rettich

Er schmeckt roh als deftige Brotzeit oder wird gekocht serviert. Aus schwarzem Rettich kann aber auch ein wunderbares Mittel gegen Husten zubereitet werden. Dazu muss man nur den Rettich aushöhlen, eine 1 cm dicke Wand stehen lassen, die Unterseite mit einer Stricknadel mehrmals durchlöchern und auf ein Glas stellen. Das herausgelöste Fleisch des Rettichs wird nun kleingeschnitten, mit Zucker, Kandiszucker oder Honig vermengt. Die Mischung wird in den ausgehölten Rettich gegeben und dann 10 bis 12 Stunden stehen gelassen. Der Zucker löst nun ätherische Öle und Wasser aus dem Rettich, diese Stoffe tropfen dann als Sirup in das Glas.

8. Rote Bete

Die einen lieben sie, die anderen können sie nicht ausstehen. Dabei schmeckt sie herrlich aromatisch erdig und leicht säuerlich. Wahrscheinlich stammt sie aus Nordafrika und wurde von den Römern über ganz Europa verbreitet. Sie schmeckt roh im Salat oder eingelegt zusammen mit Matjes und Äpfeln. Außerdem ist sie ein wichtiger Bestandteil der russischen Kohlsuppe Borschtsch.

9. Schwarzwurzel oder Spargel für Arme

Die Zubereitung von Schwarzwurzel ist aufwändig und auch ein wenig mühsam. Denn zuerst muss die Wurzel gut im Wasser gebürstet werden, dann geschält. Wird die Schwarzwurzel roh geschält, sollte man unbedingt Gummihandschuhe tragen, denn der klebrige, milchige Saft, der austritt, kann sich an der Luft schnell schwarz verfärben und hinterlässt Flecken auf Haut und Textilien. Man kann sie aber auch gebürstet im Salzwasser garen, danach lässt sich die Schale ganz leicht abziehen. Die gegarten Wurzeln sind zart und können wie Spargel verarbeitet werden. Sie schmecken übrigens spargelähnlich und heißen deshalb auch Spargel für Arme.

Unbeliebt ist sie, aber gerade erlebt sie ein Revival - die Steckrübe

Unbeliebt ist sie, aber gerade erlebt sie ein Revival - die Steckrübe

10. Steckrübe

In Kriegszeiten waren Steckrüben oft die letzte Nahrungsreserve, obwohl sie nie sehr beliebt waren. Dennoch gibt es aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges zahlreiche Gerichte wie Steckrüben-Marmelade, Aufläufe, Suppen und Eintöpfe. Geröstet und zu Pulver zermahlen eignete sich die Steckrübe sogar als Kaffee-Ersatz. Die Steckrübe hatte als Nahrung für Notzeiten ziemlich lange einen schlechten Ruf. In den letzten Jahren jedoch haben Sterneköche und auch Biobauern die Rübe wieder en vogue gemacht. Denn eigentlich schmeckt sie gar nicht so schlecht.

11. Süßkartoffel

Ursprünglich stammt die Süßkartoffel wohl aus Süd- und Mittelamerika. Heute wird in China fast ein Drittel der weltweiten Produktion angebaut. Aber auch in Brasilien, Israel, Neuseeland und anderen Ländern wächst sie. Die Süßkartoffel ist nach der Kartoffel und dem Maniok das am häufigsten angebaute Wurzelgemüse der Welt. Eigentlich können sie genauso verarbeitet werden wie Kartoffeln, also kochen, backen, frittieren und überbacken. Die Süßkartoffel enthält einen großen Anteil an Zucker, deshalb eignet sie sich auch zur Herstellung von alkoholischen Getränken. In Japan wird aus ihr Wodka, in Korea der Soju (Branntwein) hergestellt.

Dieses Knollengewächs ist hübsch anzusehen - Topinambur

Dieses Knollengewächs ist hübsch anzusehen - Topinambur

12. Topinambur

Dieses Knollengewächs ist eine wahre Vitaminbombe. Denn Topinambur enthält mehr Mineralstoffe und Vitamine als jedes Blattgemüse, außerdem auch mehr Eisen als Spinat. Die Knolle stammt aus Amerika und wird heute hauptsächlich in Frankreich angebaut. Topinambur ist mit der Sonnenblume verwandt, an ihren Wurzeln hängen oft bizarr geformte Knollen. Sie lassen sich schwer schälen, können aber auch roh und mit Schale verköstigt werden. Der Geschmack ähnelt roh der Artischocke, gekocht sind die Knollen etwas süßlicher. Köstlich als Püree, Gratin oder Topinambur-Pommes.