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Slow Food Was die chinesische Wollhandkrabbe und der Kohlrabi besser können als Superfoods

Meike Fienitz und Olaf Schnelle knien auf einem Acker.
Slow-Food-Autorin Meike Fienitz lässt sich von Olaf Schnelle in die alte Kunst des Fermentierens einweihen
© Utta Seidenspinner / ZDF
Warum in die Ferne schweifen, wenn gutes Essen ist so nah? Die Doku-Reihe "plan b" zeigt, warum heimische Produkte mindestens genauso gut sind wie Superfoods und mit welchen innovativen Ideen das Regionale wieder stark gemacht wird.

Sie sind überall: Superfoods. Weil sie versprechen besonders gesund zu sein, ebbt der Hype um sie nicht ab. Was dabei in den Hintergrund rückt, ist die Tatsache, dass Exoten wie Avocado und Acai-Beere oftmals eine verheerende CO2-Bilanz aufweisen. Dabei muss, was dem Körper gut tut, nicht erst um die Welt reisen. Viele Vitaminbomben wachsen auf den heimischen Äckern. Durch die Corona-Krise rücken regionale Produkte wieder mehr in den Fokus und die Produzenten ziehen mit neuen Ideen nach. Die Dokumentationsreihe "plan b" hat sich die Vorzüge von Produkten aus dem eigenen Land angesehen und dabei Menschen getroffen, die mit innovativen Ideen das Regionale voranbringen wollen.

Ein Kohlrabi ist, zugegeben, auf den ersten Blick nicht so sexy wie eine Beere aus Brasilien. Die kommt mit einem gewissen internationalen Flair, ist modern und hinterlässt in der Bowl einen deutlich attraktiveren Eindruck. Aber sie ist deswegen nicht besser, sie hat nur ein besseres Marketing. Slow-Food-Autorin Meike Fienitz versucht mit Kochkursen und Seminaren  den Ruf von heimischen Produkten aufzupolieren und erklärt, warum es nicht immer Quinoa sein muss, wenn Linsen eben so gut sind. 

Im Verbund stark

Für die Stärkung der regionalen Produkte setzt sich auch Hans Möller ein. Seinen konventionellen Milchkuhbetrieb hat er inzwischen auf Bio umgestellt. Das ist zwar nachhaltig, aber finanziell kein Vorteil - eine Absicherung musste her. So hat Möller kurzerhand die Regionalwert AG Hamburg gegründet. Zu dem Netzwerk gehören 50 Partnerbetriebe. Neben Gastronomen gehören auch Lebensmittelhändler und Fahrrad-Auslieferer. Gemeinsam bilden sie eine geschlossene Wertschöpfungskette. Ein System, dass gerade in Krisenzeiten wie diesen Früchte trägt.

Einen ganz anderen Ansatz haben Lukas Bosch und Juliane Bublitz für ihr Geschäftsmodell gewählt. Mit ihrem Start-up "Holycrab" tragen sie den Veränderungen der heimischen Umwelt Rechnung. Für ihre Feinschmecker-Burger haben sie sich auf Tierarten spezialisiert, die in Deutschland eigentlich nichts zu suchen haben. Also solche, die eingeschleppt wurden und sich im Land unkontrolliert ausbreiten. Bosch und Bublitz setzen einen Kontrapunkt zu der Plage und bringen Tiere wie die Wollhandkrabbe aus China oder den amerikanischen Sumpfkrebs zwischen die Burger-Brötchen.

Die Dokumentation "Kohlrabi statt Papaya – Die Vorzüge heimischer Produkte" ist am Samstag, 11. Juli , um 17.30 Uhr im ZDF zu sehen.


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