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Stiftung Warentest Tortelloni auf dem Prüfstand: Von diesen Lidl-Nudeln sollten Sie besser nicht zu viel essen

Hausgemachte Tortelloni
Tortelloni ähneln den Tortellini, sie sind aber größer.
© Olga Mazyarkina / Getty Images
Sie kommen mit Käse, Fleisch oder Spinat-Ricotta und gehören zu den liebsten Schnellgerichten - Tortelloni. Was wirklich in der Pasta steckt, hat sich "Stiftung Warentest" genauer angesehen. Das war nicht immer appetitlich.

Zwei, drei Minuten ins kochende Wasser und fertig ist das Gericht. Wenn's einmal schnell gehen muss, sind Tortelloni eine gute Wahl. Die Zubereitung ist denkbar einfach - vor allem, wenn man die Pasta-Variante als Fertigprodukt kauft. Aber halten die Pasta-Angebote aus dem Kühlregal, was sie versprechen? "Stiftung Warentest" hat 19 Produkte genauer unter die Lupe genommen. 

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Ob mit Käse, Fleisch oder Spinat-Ricotta gefüllt, 13 Test-Produkte sind "gut". Drei Angebote lassen aber zu wünschen übrig. Keime und ein Schadstoff vergällen den Genuss. Vor allem ein Discounter-Produkt von der Lidl-Marke Italiamo fällt negativ auf. Die Ricotta-Spinat-Tortelloni sind laut Testergebnis "mangelhaft". 

Grund dafür ist der Schadstoff Chlorat. Der könne die Jodaufnahme hemmen. Die Ergebnisse des Tests zeigen, dass ein Erwachsener mit 60 Kilo Körpergewicht nicht einmal die Hälfte der Packung (rund 120 Gramm) essen müsste, um die tolerierbare Menge an Chlorat im Körper zu überschreiten - das ist keine ganze Mahlzeit. "Warentest" straft das Produkt daher mit der Gesamtnote 4,7 ab, das schlechteste Ergebnis im Test. Aber nicht nur das Billigprodukt sorgte bei den Testern für lange Gesichter. 

Geschmack ist nicht alles

Geht's ums Essen, zählt vor allem eines: Es muss schmecken. Aber manchmal ist nicht jede Tortelloni, die hervorragend mundet, auch wirklich appetitlich. So erlebten die Tester bei einem Produkt von Giovanni Rana eine unschöne Überraschung. Die "Ricotta & Spinaci" Tortelloni waren geschmacklich zwar top (Note 1,0), ansonsten aber mehr Flop. In den Tortelloni konnte eine hohe Keimbelastung in Form von Enterobakterien nachgewiesen werden. Laut Warentest ein Indiz für schlechte Hygiene in der Produktion.

Eine noch größere Keimbelastung wurde in der Ricotta-Spinat-Variante der Marke Tressini festgestellt. In der Regel werden diese Bakterien beim Kochen zwar abgetötet, es sei aber nicht komplett auszuschließen, dass der Verzehr, gerade bei immungeschwächten Menschen gesundheitlich negative Auswirkungen haben kann, erläutert Warentest. Im Gesamtergebnis kommen beide Produkte daher nicht über ein "Ausreichend" hinaus.

Die Füllung macht's

Die Wahl der Füllung ist entscheidend, zeigt der Test. Wer die Tortelloni mit Käse wählt, ist auf der sicheren Seite. Die getesteten Produkte schneiden durch die Bank weg "gut" ab. Wer Fleisch oder Spinat-Ricotta lieber mag, muss bei der Auswahl genauer hinsehen. Die Testsieger sind zwar zwei fleischgefüllte Produkte, aber nicht alle Fleisch-Tortelloni überzeugen. Zwei vom Discounter fallen vor allem geschmacklich negativ auf, sind aber insgesamt noch "befriedigend". Die größten Qualitätsunterschiede fanden die Tester im Spinat-Ricotta-Angebot. Fünf Testprodukte sind "gut", zwei aber nur "ausreichend", eines gar "mangelhaft". 

Dazu kommt, dass einige Anbieter ihre Füllungen strecken. Gepanscht wird unter anderem mit Paniermehl oder Pflanzenfasern wie Bambus. Bei den Marken Rana und Italiamo (Lidl) gibt es dafür Abzüge in der Wertung. 

Testsieger ist Steinhaus

Kennen Sie die Marke Steinhaus? Auch wenn Ihnen das Unternehmen aus Remscheid nichts sagt, es ist wahrscheinlich, dass sie schon einmal eines seiner Produkte gegessen haben. Denn Steinhaus verkauft zwar auch Pasta unter eigenem Namen, aber ein Großteil des Geschäfts macht die Produktion für andere aus - zum Beispiel für Aldi, Lidl und Rewe. So kommt beinahe jedes zweite getestete Produkt im Test eigentlich von Steinhaus. Sieben dieser Produkte schnitten "gut" ab.

Testsieger wird damit nicht ein Produkt, sondern ein Hersteller. Übrigens: Wer weiß, wo Steinhaus drinsteckt, obwohl ein anderer Name draufsteht, kann Geld sparen. Die Rindfleisch-Tortelloni kosten bei Rewe als Eigenmarkte mit 53 Cent pro 100 Gramm nur etwa halb so viel wie das offiziell unter Steinhaus verkaufte Original (92 Cent). Sie schmecken aber laut Test "sehr gut" und bewegen sich qualitativ auf einem Level. Mit der Gesamtbewertung 1,8 führen diese beiden Produkte den Test an.

Alle Ergebnisse können Sie auf test.de nachlesen.

tpo

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